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Ist er nicht härzig mein neuer Trinkbecher?

Leider haben wir unsere MSR Thermotrinkbecher, welche wunderbar in das Komplettsett aus Töpfen usw. passen, bei ElMa im Auto vergessen. M. hatte schon eine kleine Keramik Tasser, ich habe mir im Supermarkt in Montenegro diese schöne Email Tasse gekauft. Zur Not kann ich diese auch direkt auf den Brenner stellen und z.B. einen Kaffee kochen.

Ja dann kochen wir einen türkischen Kaffee…

Beim inspizieren der Küche ist uns aufgefallen, dass es ein kleines Pfännchen mit langem Stiel hat. Dies muss wohl die Kaffeepfanne für türkischen Kaffee sein. Nur wie macht man türkischen Kaffee? Na man füllt Wasser in die Pfanne und gibt das Kaffeepulver dazu und bringt das Ganze zum kochen. Dann wartet man. Und dann passiert es schon wieder. Die ganze braune Brühe hat sich wie flüssige Lava in einer Blase nach aussen gestülpt, bevor sie wie ein Pickel aufgeplatzt ist und zum zweiten Mal alles mit Kaffee versaut hat. Man darf also nicht zu viel Hitze geben und muss immer gut rühren, bis das Gebräu kurz vor dem Kochen ist, dann vom Herd nehmen. So habe ich das zumindest in einem Youtube Video gesehen. Ich muss einfach lernen, diese zu schauen bevor das Malheur passiert :-).

Eine Kaffeebombe im Appartement

Was passiert wohl, wenn man eine Cafetiere mit Kaffee füllt, welcher für türkischen Kaffee gedacht ist und deshalb fein wie Puderzucker gemahlen wurde? Die Cafetiere wird zu einer Kaffeebombe. Das feine Kaffeepulver ist so fein, dass es durch das Trichtersieb gedrückt wird, zumindest teilweise, bis es stockt. Irgendwann ist der Druck so gross, dass die braune Brühe mit lautem Zischen und Spritzen den Deckel hebt uns sich in die Umgebung ergiesst 🙁 Zum Glück konnte ich gerade noch vom Frühstückstisch aufspringen, in Richtung Kochplatte hechten und die braune sprühende Fontäne in den Ausguss stellen. Wir waren heilfroh, dass nur der Teil mit Keramikplättchen verspritzt wurde und nicht der Verputz. Wie hätten wir das nur dem Vermieter erklären sollen? 🙂

Serbisch-Orthodoxe Kirche von Bar

Wir sind in Bar an der, sich noch im Bau befindenden, gigantischen Serbisch-Orthodoxen Kirche vorbei gekommen. Sie ist dem Heiligen Jovan Vladimir, dem Schutzpatron von Bar, gewidmet. Wir haben einen Blick rein werfen können, die Tür war nicht abgesperrt. Drinnen ist wirklich noch eine Baustelle mit vielen Gerüsten. In ein paar Jahren wird das sicherlich auch von Innen ein Prachtbau sein.

Die Verkehrsanalphabeten

Heute fuhren wir von Kamenari nach Lepetari mit einer kurzen Fährverbindung von ca. 10 Min. Für uns hat das schlappe Euro 2 gekostet. Damit haben wir uns einige Kilometer und vorallem einen Pass erspart. Auf der Fähre haben einige Passagiere unsere Goldie und Oldie bestaunt und sogar fotografiert. Unter Männern entstand eine angeregte Diskussion um die Anhänger. Die Kupplung wurde genauestens untersucht. Wir beide wurden hingegen augeblendet 🙂
Dann spricht uns aber doch noch ein älterer Herr in perfektem Deutsch an. Er kommt aus Cetinje in Montenegro, lebt aber in Augsburg. Er warnt uns von den rutschigen, montenegrinischen Strassen und den "Verkehrsanalphabeten" 🙂 Was für ein passender Ausdruck. Er hat uns erzählt, dass er gerade auf der Fahrt zur Fähre beobachtet hätte, wie fünf Mountainbiker in einen Verkehrskreisel eingefahren sind. Vier kamen heil raus, der fünfte, obwohl im Recht, wurde von einem Autofahrer abgeschossen. Wir haben anschliessend auf der Fahrt darüber sinniert, wie man in Montenegro wohl zum Führerschein kommt, und ob es überhaupt eine Fahrschule gibt? Die Frage wurde uns durch ein vorbeifahrendes Fahrschulauto mit Fahrschüler (notabene am Sonntag) beantwortet.

Feinster Dessert – Kremita

Seit Slovenien stossen wir immer wieder auf unterschiedliche Variationen der Cremschnitten. Hier in Montenegro, genauer im Kaffee Mozart bei Budva, kriegen wir eine besonders Feine. Sie ist nicht suuuuper süss, dafür riiiiiiiesig und mit Euro 3 geradezu günstig. Wir mussten uns zu zweit anstrengen, sie zu verdrücken. Die Kalorien haben uns dann gut genutzt. Wir sind heute schon um 8:30 Uhr gestartet und gut vorwärts gekommen. So entscheiden wir beim Kaffee spontan, dass wir um 14:00 Uhr noch die gut 47 Km unter die Räder nehmen und bis Bar fahren. Auf der Küstenstrasse D8, wie wir sie z.B. aus Kroatien kennen, wäre das überhaupt kein Problem gewesen und in knapp 2h abgespult. Hier sind wir jedoch in MONTEnegro, und wir fühlen uns nach Norwegen zurückversetzt. Rauf und runter… rauf und runter… So kommen wir kurz vor Sonnenuntergang und nach 83 Km an.

Freiheit auf der Toilette in Herceg Novi

Wir haben die Sonne bei einem Cappuccino auf der Terasse eines Hotels in Herceg Novi genossen. Bevor wir gingen, musste ich noch kurz auf die Toilette. Als ich eintrete, ist gerade die Putzfrau drin. Eine etwas peinliche Situation. Verlegenes Schweigen. Ist schaue auf die Pissoirs, sie folgt meinem Blick und schüttelt den Kopf. Sie überlegt kurz und zeigt auf die Toiletten und meint "Freedom (Freiheit)". Ich gehe also in das Toilletten Kabäuschen und geniesse die Freiheit 🙂

Die ersten seriöseren Probleme am Bike

Die Vorderradnabe an Ms. Bike macht seit ein paar Tagen Probleme. Ich habe mich beim Aufbau der Velos absichtlich für die Shimano Deore XT Variante entschieden, da diese von der Qualität sehr gut ist und das für einen vernünftigen Preis. Klar gibt es z.B. von Chris King oder White Industries bessere, jedoch sind die recht teuer. Leider kriegte ich von der Deore XT nur noch die neue Version, die ohne richtige Staubkappe. Und genau das dürfte uns nun zum Verhängnis geworden sein. Wenn man das Vorderrad dreht, hört es sich an, als ob Sand drin ist. Leider habe ich keine Schlüssel dabei, um die Nabe zu öffnen, ansonsten wäre das eine einfache Arbeit von 15 Minuten. Somit sind wir auf einen Fahrradmechaniker angewiesen, aber diese scheinen hier eine Rarität zu sein. Auf dem Weg raus aus Dubrovnik und nach Montenegro dachte ich zweimal, ich sei fündig geworden. Im Schaufenster standen jeweils Bikes. Jedes Mal gab man mir zu verstehen, dass man sehr wohl Bikes verkauft, aber nichts vom Service wissen will. Schon komisch. Eine neue 9-fach Shimano Kette oder auch von einem anderen Hersteller sucht man vergebens. Ich wurde von Kollegen aus der Schweiz fast schon ausgelacht, als ich gesagt habe, dass ich Werkzeug und Ersatzteile mitnehmen will. Es hiess, ich fahre ja immer noch in Europa, und da kriegt man ja alles. WEIT GEFEHLT. Seit Österreich kriegt man praktisch nichts mehr und je weiter es in Süden geht, umso mehr muss man sich selber helfen. Der eine vom "Nur Verkaufsbikeladen" meinte, ich solle doch auf dem Alteisen nach einer Kette suchen gehen. Bitte was? Warum soll ich im Altmetall wühlen, wenn ich eine neue Kette brauche? 🙂 Im Moment fahren wir also weiter und hoffen, dass das Rad weiterhin ohne grossen Widerstand rollt.

Montenegro, wir kommen

Heute haben wir die Grenze nach Montenegro passiert. Diese war nochmals gut und gerne 40 Km von Dubrovnik entfernt und nicht, wie von uns fälschlicherweise angenommen, nur 6 Km. Warum Montenegro "Montenegro" heisst, erkennen wir schon sehr bald. Monte = Berg, also bergiges Gebiet. Und so ist es auch. Der Name stammt korrekterweise vom Begriff "Lofcen", was auf Montenegrisch "schwarzer Berg" bedeutet. Die Sprache ist ziemlich ähnlich wie in Kroatien, unsere 3-4 Wörter Kroatisch, z.B. Danke, Guten Tag usw. sind sogar genau gleich 🙂 In Montenegro ist der Euro die Landeswährung, so kommen wir hier endlich zu den ersehnten Euro, welche wir dann in Albanien in Lek wechseln können. In Kroatien kann man partout keine Euro am Automaten oder bei der Bank beziehen, da die Landeswährung nunmal Kuna ist. Man könnte aber z.B. bei Bankschalter Kuna beziehen und diese dann in Euro wechseln. Nur hat man dann zwei mal einen Kursverlust, und das wollten wir natürlich nicht. Die Preise sind hier nochmals billiger, einen Cappuccino kriegt man für Euro 1.50 und M. hat im Laden für ganze 3 Euro eine volle Tüte gekauft.

Jetzt heisst es Abschied nehmen von ElMa

Nach 11 Tagen heisst es Abschied nehmen von ElMa. Wir haben die Zeit zusammen sehr genossen, so sind beim Abschied auch die Tränen gekullert 🙂 Wir brechen auf zu neuen Abenteuern in Montenegro, Albanien und Griechenland, sie fahren in 2-3 Tagen wieder zurück in die Schweiz. Es war eine super Idee, die zwei letzten Tage in Dubrovnik zu verbringen. Die Stadt ist einmalig.

Dubrovnik – Eine Perle am Mittelmeer

Einen Besuch in Dubrovnik können wir jedem wärmstens ans Herz legen. Die Stadt wurde zwar während dem Krieg 1991 stark beschädigt, jedoch hat man sie wieder in ihren Originalzustand zurückversetzt. Speziell zu erwähnen gilt die Festungsmauer, welche auf ihrer ganzen Länge begangen werden kann. Das kann gut und gerne 3h in Anspruch nehmen. In der Stadt kriegt man wirklich das Gefühl, man sei ins Mittelalter zurückversetzt. Hierbei stören auch die in den engen Gassen beherbergten, unzähligen Geschäfte und Restaurants nicht. Gut, die Fluten von Touristen, welche auch ausserhalb der Hauptsaison noch zahlreich sind, wollen verpflegt werden. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die Altstadt am Wasser liegt, die Unterkünfte meistens am Berg. So mussten wir jeden Tag ca. 500 Treppenstufen gehen, um vom Appartement in die Altstadt zu gelangen.

Erneuerbare Energiequelle

Ich habe schon einen Beitrag über unsere Bemühungen in Norwegen geschrieben, irgendwie an mehr Energie zu gelangen. Ich glaube wir haben langsam die optimale Lösung gefunden. Sie heisst "Erneuerbare Energie". In allen bisher bereisten Balkanstaaten gab es innert nützlicher Distanz, auch am Sonntag, Nachschub der erneuerbaren Energiequelle: dem BUREK :-)… ein feines Gebäck aus Teig, welches wahlweise mit Schafskäse oder Fleisch gefüllt ist. Das Ganze wird dann noch in viel Fett gebacken, die Fettspuren kann man am Papier erkennen. TIPP: Den Burek immer in einer Plastiktüte aufbewahren, ansonsten wird alles fettig.

Oldie und Goldie verstecken sich im Busch

Die kroatische Insel Mljet ist wieder einmal ziemlich bergig, trotzdem wollen wir mit dem Bike rumkurven. Wir klappern also die möglichen Campings ab, ElMa mit dem Auto schon voraus. Der erste Camp ist geschlossen, der nächste ebenso. Wir beschliessen am Strassenrand zu warten und abzuwarten ob ElMa beim dritten und letzten Camp mehr Glück haben. Als auch dieser zu ist, beschliessen wir, Oldie und Goldie im Busch zu verstecken und auch mit dem Auto zu fahren. Ca. 30 Km später werden wir in Pomena mit einem Appartement fündig. Wir bleiben 2 Tage da und geniessen den schönen Nationalpark. Als wir Oldie und Goldie wieder aus dem Busch holen, sind wir etwas enttäuscht. Weder ein kleines Bikechen noch ein kleines Anhängerchen sind zu sehen…. 🙂 Sie waren einfach zu artig.

Muscheln a la ElMa und PaMa

Im schönen Örtchen Ston haben wir bei einem kleinen Fischladen 4 Kilo Muscheln für 4 Personen gekauft. Das für 48 Kuna, umgerechnet gerade mal CHF 7. Ma. hat es sich später anders überlegt, so assen wir zu dritt 4 Kilo Muscheln. Übrig blieben ganze 2 Kilo Schalen. Wahnsinn. Leider hat der sehr schöne Camping nur noch heute offen, dann ist die Saison zu Ende. Aus unserem Plan hier 2-3 Tage zu bleiben, wird leider nichts, und so machen wir uns auf den Weg zur Insel Mljet.

Endlich, eine Gottesanbeterin vor der Linse

Lange musste ich warten, um diese Schönheit ablichten zu können. Ma. hat sie direkt auf der Strasse, wo wir am Camping Prapratno an der Rezeption auf Einlass gewartet haben, gesichtet. Stolz ist sie über den Teer gestiefelt, hatte etwas von einer Dame in Stöckelschuhen. Erst als sie im nahen Grün verschwunden ist, konnte sie sich wieder beruhigen. Das andere Insekt, welches ich immer mal in freier Wildbahn erleben wollte, ist das "tote Blatt". Dieses bekam ich auf dem Camping Aloa bei Bol auch zu Gesicht, aber leider nur im Mund einer kleinen verspielten Katze, welche genüsslich darauf herumgekaut hat, es wieder rausgespuckt hat, um kurze Zeit später wieder darauf rumzukauen. Alle meine Bemühungen die Katze dazu zu bewegen vom Insekt abzulassen, sind gescheitert. Am Ende war es wirklich ein totes "totes Blatt" :-(.

Chinesische Mauer in Kroatien?

Bei Ston wurde eine 6 Km lange Festungsmauer gebaut, welche heute von Touristen sehr gut besucht wird. Einen gewissen Teil kann man sogar begehen. Wir haben uns lediglich das Städtchen Bol angesehen, wir hatten keine Lust uns einzureihen, um den beschwerlichen Aufstieg auf der Mauer zu machen. Wir treiben sonst schon genügend Sport 😉

Muschelfarmen bei Peljesac

Auf der Insel Peljesac muss man einfach Muscheln essen. Im Glasklaren Wasser rund um die Insel, sind unzählige Muschelfarmen angesiedelt. Auf dem Foto sieht man einen Zweimann Muschel Betrieb, der hintere am Steuer ist zugleich auch der Taucher, welcher unter Wasser nach dem Rechten schaut. An jeder Boje hängen unzählige Muscheln.

Vorgeschmack auf die albanischen Sanitäranlagen?

Hier in Neum (BiH) haben wir einen kleinen privaten Camping gefunden. Klein war nur der Camping, der Preis war, zumindest anfänglich, horrend. Sie wollten 245 Kuna, also etwa 40 CHF, für einen Standard, welcher höchsten 10 CHF wert gewesen wäre. Türen an den Klos und Duschen sucht man vergebens, warmes Wasser gab es nur bei der einen Dusche. Den Abwasch musste man im Mini Lavabo im Bad machen. Nach etwas verhandeln, haben wir 180 Kuna, ca. CHF 30 dafür bezahlt. Immer noch viel zu viel, immerhin bekommen sie das Gefühl, dass der Touri nicht einfach jeden Preis bezahlt.

Kirchenglockengeläute auf bosnische Art

Wir haben uns gefragt, wozu wohl diese Lautsprecher an dem komplett aus Beton bestehenden Kirchenturm, welcher in Neum (BiH) steht, angebracht wurden. Wir spekulierten schon über eine gemischte Nutzung zwischen Christen und Muslimen und scherzten, ob wohl morgens um 5 der Muezzin mit dem Mikro in der Hand zum Morgengebet schreit. Um genau 20:00 Uhr wussten wir, was es geschlagen hat. Über die Lautsprecher wurde in einer mega Lautstärke das Glockengeläute abgespielt. Wenn man sich keinen richtigen Glockenturm mit Glocken und allem leisten kann, muss man es wohl so machen. Man konnte das krächzen der Lautsprecher ganz deutlich hören und wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen. Als es dann am nächsten Morgen um 06:00 Uhr noch einmal geläutet hat, ist uns das Lachen so ziemlich vergangen 🙂

Unerwarteter Abstecher nach Bosnien und Herzegowin…

Wir dachten eigentlich, dass wir nicht nach Bosnien und Herzegowina (BiH) kommen würden. Unsere geplante Route hätte uns via Insel Hopping an BiH vorbeigeführt. BiH hat lediglich einen 6 Km breiten Küstenstreifen an der Adria. Vorher und nachher wird es von Kroatien begrenzt. Leider fahren gewisse Fährverbindungen nur bis zum 28. September, so mussten wir unsere Route spontan ändern und kamen so unverhofft in den Genuss eines weiteren Landes… 🙂

Ein Badegast im kroatischen Kaffee

In Bol wollten wir unbedingt auf den Fischmarkt. M. hat schon lange davon geträumt, dass wir unsere eigenen Scampis braten. So sind ElMa und wir ganz früh raus, um schon ca. 7 Uhr am Hafen zu stehen, wo man ja bekanntlich den frischen Fisch mit dem Boot abliefert. Irgendwo müsste dann hoffentlich auch der Fischmarkt sein. Wir stehen also da und warten. Dazu muss man sagen, dass letzte Nacht ein richtiger Sturm getobt hat, welcher mich wieder einmal wach gehalten hat. Wir fragen in einem Restaurant nach, wo denn nun die Tonnen von Fisch verkauft werden. Die Antwort war, genau da wo wir stehen. Suuuper. Wie wir dann nach und nach begriffen haben, waren alle Fischerboote schon oder viel mehr noch immer im Hafen. Wir haben immer nach grossen Kuttern ausschau gehalten, dabei sind hier alle Nussschalen Fischerboote. Der Sturm war wohl zu stark, so dass niemand raus gefahren ist. Wir gehen leicht depremiert ins nächste Café und bestellen uns einen leckeren Morgenkaffee. Wir sitzen alle schön mit dem Gesicht in der Sonne, als El. plötzlich aufschiesst, in die Ecke rennt und etwas in die Ecke spuckt. Ich dachte erst, ihr sei schlecht und sie müsse sich übergeben. Den Grund sahen wir schnell auf dem Unterteller liegen. Eine dicke fette kroatische Fliege hat wohl letzte Nacht ihre Längen in der Milch geschwommen, bevor sie einen Schwächeanfall wegen H-Milch Unverträglichkeit erlitten hatte und elendiglich ersoffen ist. Die Reaktion vom herbei gerufenen Kellner war wieder einmal filmreif. Er hat wild gestikuliert um uns klar zu machen, dass die Fliege wohl vom Himmel direkt in die Tasse gefallen sein muss. Ja genau, sie hat sich mit doppeltem Rittberger vom Tassenrand in die braune Brühe gestürzt. Als er merkte, dass das bei uns nicht zieht, hat er die Tasse genommen und ist murrend verschwunden. Als er mit einer neuen Tasse angelaufen kam und El. nur schon beim Anblick einer Kaffee Tasse einen Würgereiz verspürt hat, haben wir dankend abgesagt. Er hat die Augen verdreht, den Kaffee wieder mitgenommen und uns wahrscheinlich zum Mond geschickt. Ich habe mir fest vorgenommen, den Kaffee nicht zu bezahlen. Am Ende, muss ich leider zugeben, weiss ich wegen der Hektik nicht, ob ich ihn nun bezahlt habe oder nicht 🙁 Auf jeden Fall hat er für seine unangepasste Reaktion keinen müden Cent Trinkgeld gekriegt.

Das “Goldene Horn”

Wir waren heute auf dem Goldenen Horn, das kann man sich nicht nehmen lassen, wenn man schon neben Bol campiert. Auf einer Tafel wird erklären, wie sich das Horn auf natürliche Weise gebildet haben soll. Ich bin ein bisschen skeptisch und glaube eher, dass ein findiger Kroate, vor vielen Jahren, als Kroatien und vor allem Bol noch nicht touristisch erschlossen waren, auf die geniale Idee kam, eine Landzunge aufzuschütten und drum herum eine Entstehungsgeschichte zu dichten 😉 Ich begründe meine Skepsis damit, dass die Landzunge, welche aus Kies besteht, gut 2m über den Meeresspiegel raus ragt und links und rechts im Meer geht es ziemlich steil runter. Ich kann nicht erkennen, wie genau dort aus den untiefen des Meeres diese Landzunge hätte entstehen sollen.

Was gibt es besseres, als frische Feigen vom Baum…

Zum Frühstück gibt es heute frische Feigen. Diese wachsen hier am Baum auf dem Camping. Wir haben schon festgestellt, dass es mindestens zwei Sorten gibt. Eine wird violett wenn sie reif ist, die andere bleibt hellgrün bis gelb. Wir haben uns auch schon entlang der Strassen von Feigen ernährt. Da haben wir uns aber stets auf die uns bekannten Violetten konzentriert, da wir fälschlicherweise dachten, die Grünen seien unreif 🙂

Wir treffen ElMa…:-)))

In Split treffen wir ElMa. Mit ihnen werden wir die nächsten 1.5 Wochen zusammen reisen. Wir haben uns sehr auf dieses Treffen gefreut, haben wir sie doch schon seit Monaten nicht mehr gesehen. Sie bringen uns die bestellten Sachen, wie z.B. Kokoswasser, Akkuladegerät und Wasserfilter mit. Ebenfalls bringen sie eine Fülle von besten selbstgemachten Speisen mit… Hmmm. Da lacht mein Herz.
Sie reisen mit ihrem Ford Transit und wir mit unseren Bikes. Das meiste Gepäck können wir in ihr Auto packen, so haben wir auch ein paar entspannte Tage :-). Es kommt uns vor, als ob wir ein Begleitfahrzeug haben. Ein bisschen wie bei "A long way down". Wir fantasieren auch bereits, dass wir auf dem Zeltplatz die Geschichte unserer Nordkapp bis Athen Reise verbreiten, und sie etwas ausschmücken. Das Schweizer Fernsehen begleitet uns mit einem weissen Ford Transit. 🙂
Oldie und Goldie geniessen die ruhigen Minuten im Bauch der Fähre, welche uns von Split in 50 Minuten zur Insel Brac bringt.

Benzindieb mit PET Flaschen

In letzter Zeit kochen wir sehr viel mit dem MSR Benzinkocher, wir müssen deshalb immer mal wieder Benzin tanken. Auch heute, wir sind gerade etwas ausserhalb von Trogir, steuern wir eine Tankstelle an. Ich fülle also meine 0.5L Benzin und mache mich auf den Weg zur Kasse. Da kommt ein etwas verstört dreinblickender Mann mit zwei PET Flaschen unterm Arm daher. Ich frage mich, was der wohl mit denen will. Als er zu meiner Zapfsäule eilt, stutze ich kurz und schaue ihm zu, was er im Schilde führt. Als er sich meinen Zapfhahnen krallt, stelle ich ihn zur Rede. Er faselt was vor sich hin. Ich mache ihm mit Zeichensprache klar, dass er sich vom Acker machen soll. Er geht zur nächsten Säule und zieht die selbe Show ab. Krass… So kommt er wohl zu seinem Benzin für den Rasenmäher, Moped oder Ähnlichem – offensichtlich auf Kosten anderer.

Wunderbarer Markt bei Trogir

In Togir gibt es einen sehr schönen Markt, wo wir uns 1 kg Granatäpfel für lediglich 15 Kuna (d.h. Fr 1.50) gekauft haben. M. hat hier von 20 auf 15 Kuna runtergehandelt, das möchten wir uns langsam angewöhnen und nicht immer den überteuerten Touri Preis bezahlen. Leider haben wir keine Ahnung wieviel Kg er uns wirklich eingepackt hat, er hat irgendwelche Gewichte auf einer uralten Waage hin und her verschoben und dann behauptet, es seien 1 Kg. Hier sieht man mal wieder, was einen guten Verkäufer ausmacht. Er hat bereitwillig den tiefen Preis akzeptiert und uns somit als Kunden behalten, in dem Wissen, dass er uns einfach etwas weniger draufpackt… 🙂

Untergrabe nie die Autorität einer Frau oder “Camp…

Wir kommen gerade rechtzeitig beim Camping in Trogir an. Der Himmel verdunkelte sich zusehends, und die ersten Tropfen waren bereits zu spüren. Vor der Rezeption sehen wir eine Schlagen, am Fenster eine Notiz "Back in 5 Minutes". Wir möchten nur eines, das Zelt noch im Trockenen aufstellen. Ich mache also ein Foto der Stellplätze, und wir fahren einfach selber auf den Platz. Auf den "tents only" Stellplätzen sehe ich VW-Busse usw. stehen, gehe also davon aus, dass sich niemand daran hält. Wir finden einen super Platz und beginnen unser Zelt aufzubauen. Natürlich fährt 2 Minuten später ein Camper vor und sagt, ihm wurde von der Rezeption dieser Platz zugewiesen. Wir verschieben das Zelt zwischen zwei Bäume. Es windet so stark, dass uns eine Nachbarin mit Schweizer SG Nummer zu Hilfe eilt. Kaum steht das Zelt, sehe ich die junge, dunkelhaarige Dame von der Rezeption mit einem Paar im Schlepptau über den Zeltplatz laufen, sie zeigt ihnen die möglichen Stellplätze. Sie schaut nur kurz zu uns rüber, registriert dabei aber alles. Das Zelt steht und ich mache mich auf den Weg zur Rezeption. M. geht duschen. Sie sagt mit Nachdruck, ich solle darauf bestehen, dass wir dort bleiben können. Schon als ich die sichtlich gestresste und völlig unmotivierte junge Frau frage "How are you…?" schaut sie mich komisch an und sagt: ich habe euch und euer Zelt gesehen. Da könnt ihr nicht bleiben. ICH bestimme wer, wie und wo sein Zelt aufbaut. Alles "bezirzen" und schöne Geschichten erzählen fruchtet nicht. Sie sagt immer nur "bei uns geht das anders…" Wir müssen also zum zweiten Mal auf unserer Reise ein fixfertig aufgebautes und eingerichtetes Zelt verschieben und zwar in die "tents only" Zone, die ich einfach nicht gesehen habe, weil sie sich hinter der Mauer und genau am Wasser befindet. Wir treffen andere Fahrradreisende aus den USA, und wir sind uns einig, dass man hier den Kundenservice nicht wirklich lebt. In der Nacht, wir haben natürlich das Zelt wieder einmal nur mit den allernötigsten Heringen gesichert, werden wir vom krassesten Gewittersturm auf unserer Reise heimgesucht. Mehrere Stunden lang regnet, blitzt und donnert es, was das Zeugs hält. Das Zelt wird nur dank unserem Gewicht am Boden gehalten, an schlafen war nicht zu denken, die losen Zeltwände haben so einen Lärm verursacht, dass auch die Ohrstöpsel nicht mehr geholfen haben.

Die Krux mit den deutschen Namen

Auch wir sind auf den Trick reingefallen als wir die möglichen Campsites auf der Karte angeschaut haben. Wir haben uns für den mit dem deutsch klingenden Namen "Camping Klaus" entschieden, in der Hoffnung, dass er unter deutscher Führung steht und eine deutsche Mama in peinlichst genauer deutscher Gründlichkeit mindestens dreimal pro Tag das Klo schrubbt. Als wir auf dem Camping, vielmehr einem privaten Hinterhof, angekommen sind, trafen wir ausser einem Tschechen nur Deutsche an. Auch diese sind wohl dem Namenstrick auf den Leim gegangen. Eine Rezeption suchte man vergebens, dem vermeintlichen Klaus, einem kaum deutschsprechenden Kroaten, habe ich zwischen Tür und Angel 100 Kuna in die Hand gedrückt und gut wars. Unsere Pässe haben ihn nicht die Bohne interessiert. 🙂 Ach ja, es war kein Klopapier vorhanden und Seife zum Hände waschen gab es nur bei den Damen. Unser abkühlendes Bad im Hafen wurde leider durch an der Wasseroberfläche schwimmende Fäkalböötchen getrübt 🙁

Die Rache der Moskitos

Auf den Gegenschlag der Moskitos musste ich nur genau eine Nacht warten. Hinterlistig wie sie sind, griffen sie im Dunkeln an. Zum Glück ist unser Mückengitter am Innenzelt immer schön geschlossen, da können die Mosis noch lange rumsurren, ist mir schnurz-piep-egal. Ich liege also schön auf meiner Matratze und träume von meiner Heldentat von letzer Nacht, da wache ich auf mit schmerzender Hüfte. Hmm. Die Luft meiner Luftmatratze ist fast raus und ich liege auf dem Boden. Ich höre es regnen und renne, also vielmehr schäle ich mich aus dem Zelt – fühlt sich irgendwie an, wie wenn ein 80-Jähriger sich aus einem tiefer gelegtem Sportauto quält, und sammle alle Sachen zusammen, welche ich zum lüften rausgehängt habe. Kaum im Innenzelt angekommen, bemerke ich den fiesen Hinterhalt. Ich bin so rasch aus dem Zelt gestürmt, dass ich vergessen habe, das Moskitonetz zum Innenzelt zu schliessen. Natürlich warteten einige Mücken hämisch grinsend auf mich im Innenzelt. Als ich die allerletzte in die ewigen Jagdgründe geschickt habe und das Licht ausmache, sehe ich wie sich eine Letze in den hintersten Winkel bei Ms. Schlafsack versteckt. Hmm. Die lasse ich leben, wird mir schon nichts antun. Das war ein grosser Fehler. Natürlich hat mir die fiese Sa. genau einen Stich ins Gesicht verpasst. Nachdem ich das Zelt fast geräumt habe, sehe ich sie auf Ms. weissen Leintuch sitzen. Zum Glück fliegt sie gleich davon um auf dem schwarzen Boden zu landen. Als ich sie platt klatsche, bleibt ein roter Blutfleck zurück. Man stelle sich Ms. Reaktion vor, wenn dieser auf ihrem geliebtem weissen Leintuch zu sehen wäre. 🙂

Schlachtfeld im Schlafzimmer

Ich schlafe nicht wirklich gut, ich werde von Stechmücken vernascht. Am Morgen, M. ist bereits beim duschen, knöpfe ich mir die fliegenden Blutsauger vor. Ich schliesse das Fenster und verriegle die Türen, den Schlüssel ziehe ich ab und nimm ihn in die Hosentasche, nicht das noch eine entwischt. It's payback time. Jeweils einer gegen einen, wie ein fairer Kampf ausgetragen werden sollte. Ich mit meiner alten Unterhose aus dem Wäschesack bewaffnet, sie jeweils mit einem Stechrüssel. Ich hoffe, dass wenn sie mein Schlag verfehlen sollte, sie wenigstens vom Duft der Hose was abbekommen und immer etwas träger werden, bis sie um Erlösung bitten 🙂 Ich zähle mindestens sechs Mücken.
Nachdem ich mit ihnen fertig bin, sind von den Verlierern lediglich noch einige Blutflecken an den Wänden und der Decke zu sehen.
Bevor wir die nächste Nacht ins Bett gehen, diskutieren wir bereits, wie wir betreffend der Mückenplage vorgehen sollen. M. möchte unbedingt bei offenem Fenster schlafen, sie ist sich die frische Luft vom Zelten gewöhnt und schwafelt was von Platzangst und so… ich höre schon gar nicht mehr wirklich zu, ich möchte Türe und Fenster zu haben, das Zimmer wurde immerhin peinlichst genau von Moskitos gesäubert. Falls ich das mache, wird M. auf dem Sofa schlafen, teilt sie mir mit. Ok. Kein Problem. Als ich ins Zimmer gehe, ist das Fenster sperrangelweit offen. Ich kriege fast einen Herzkoller. M. meint, dass die Mücken nur bei Licht reinkommen, und wenn wir das Licht ausmachen, auch keine Mücken da sein werden. Ich mache das Fenster zu, M. legt sich trotzdem neben mich ins Bett. Na auch gut, hauptsache das Fenster und die Türe bleiben zu.
Ich wache plötzlich auf, schaue auf die Uhr, es ist knapp vor 2 Uhr, und der Ruf der Natur hat mich geweckt. Ich gehe also schlaftrunken aus dem Schlafzimmer, wie meistens mit Stöpsel im Ohr. Im Dunkeln sehe ich eine weisse Gestalt im Wohnzimmer rumgeistern, das Herz rutscht mir fast in die Hose, ich fürchte um meinen iPad, iPhone usw., ich schaue mich bereits nach einem Golfschläger um, um den Einbrecher zur Strecke zu bringen. Ich nehme die Stöpsel raus und höre M. ganz verschlafen und unschuldig sagen: "Ich hatte Hunger…" Ufff. Nochmals alles gut gegangen. Wir haben im Restaurant gegessen, ihr Fischfilet schien wohl vom Goldfisch gekommen zu sein, so klein war es. M. hat also im Dunkeln im Schalfkleidchen den Rest ihres Bureks verdrückt um ihren Hunger zu stillen.

Don’t worry about a thing

Die Fähre kam erst um 22:45 Uhr in Zadar an, da hatten wir keine Lust mehr, noch einen Zeltplatz zu suchen und das Zelt aufzubauen. Booking.com hat uns wieder einmal gute Dienste geleistet und uns die Villa Nada vorgeschlagen. Nur zwei Kilometer vom Fährhafen und der Altstadt entfernt. Die Nacht für schlappe 32 Euro, Secret Deal nennt sich das. Auf dem Boot kommen wir mit zwei Schweizer Tandemfahrern ins Gespräch. Wir diskutieren, welche Strecke von Zadar nach Split wohl die beste sein wird. Die Küstenstrasse möchten sie meiden, sie sei zu befahren, und die Automobilisten fahren wie die Henker. Alternativ kann man mit der Fähre auf vorgelagerte Inseln hüpfen und dort fahren, oder aber man geht Inland; alles jedoch mit Mehrkilometer oder Mehraufwand verbunden. Wir sind ja schon über 2000 Km Küstenstrasse gefahren (quasi Küstenstrassenprofis) und entschliessen uns, die D8 Küstenstrasse zu probieren.
Von den Tandemfahrern erfahren wir auch, dass die heutige Fähre wahrscheinlich 10 Kilometer ausserhalb von Zadar anlegt. Hmmm. Nicht optimal, das würde 12 Kilometer Radfahren bei Nacht bedeuten. Wir legen an und gemäss Maps.me (übrigens eine App mit Offline Kartenmaterial für die ganze Welt, die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann) legt die Fähre wirklich nicht am Altstadthafen an, jedoch auch nicht weit ausserhalb. Dank Google Maps finden wir den Weg auch bei Dunkelheit gut. Im Gespräch mit dem Vermieter erfahren wir, was wir bereits Dank der Wetter Pro App vermutet haben. Es wird sintflutartig regnen. Wir haben überhaupt keine Lust, im stärksten Regen des Jahres, die Küstenstrasse zu befahren. Wir beschliessen, dass wir zwei Nächte in der Villa bleiben. Wir kriegen ein Appartement mit voll eingerichteter Küche und kuschliger Sofaecke. Hier lässt es sich zwei Tage aushalten. M. fragt sicherheitshalber nach, ob wir das wirklich für 32 Euro kriegen 🙂 Des Vermieters Standardspruch lautet "Don't worry about a thing" (macht euch keine Sorgen). Wir fragen z.B. "Müssen wir unsere Fahrräder abschliessen?" Seine Antwort: "Don't worry about a thing, we have cameras all over." Ich denke mir, na schön, was bringt es mir, wenn ich den Hintern des Fahrraddiebes auf der Kamera sehe? Macht sich nicht besonders gut als Fahndungsbild. 😉 Ich schliesse die Fahrräder auf jeden Fall ab!

Die Überfahrt nach Zadar

Endlich ist Freitag und wir können später als geplant runter von der Insel. Wir kommen am Hafen an und treffen auf ein österreichisches Fahrradpäärchen. Je näher wir der Abfahrtszeit kommen umso mehr Fahrradfahrer kommen aus ihren Löchern gekrochen… :-). Bis zum Schluss sind es sicher zwei Dutzend. Besonders fallen zwei Schweizer Tandemfahrer auf, mit welchen wir uns über unsere geplanten Routen unterhalten.

Die kroatische Insel Mali Loscinj

Bei schönstem Wetter konnten wir von der Insel Cres auf die Insel Mali Loscinj wechseln, welche man im Hintergrund sieht. Auch diese Insel ist recht hügelig, allerdings habe ich mich schon daran gewöhnt. Ich nehme den Anstieg einfach in Angriff und denke nicht, dass es mühsam sein wird. Ich finde, dass es nun einfacher geht…. das ist ja die Hauptsache. 🙂

Cres von oben

Auf unserer Fahrt von Cres nach Mali Loscinj mussten wir uns die ersten Kilometer eine sehr schmale und vielbefahrene Strasse hochquälen. Sehr sehr mühsam. Wir wurden mit einer super Sicht auf Cres belohnt.

Geilste Campsite der Welt…

Wir sind heute nur 20 Km bis nach Cres zurück zum Camping Kovacine gefahren. Das war nach dem Unfall vor ein paar Tagen genug. Wir wollten vor allem bei Zeiten ankommen und nicht im Dunkeln das Zelt aufschlagen. Wir wurden für unseres frühes Ankommen fürstlich belohnt. Siehe Bild…

Ein neu erworbenes Stück Luxus

Wir haben lange darüber nachgedacht und uns nun schlussendlich durchgerungen und eine Bratpfanne gekauft. Damit sie schön leicht ist, entschieden wir uns für die Crepe Version. Die hat fast keinen Rand und ist nicht wirklich dick. Unsere selbstgemachten Pancakes waren ein Erstversuch, sie gingen trotz Natron nicht wirklich auf und glichen eher übergewichtigen Crepes. 🙂

Die Labyrinthe von Beli

Wir blieben drei Tage in Beli, das gab uns die Möglichkeit zwei Labyrinthe (auf dem Bild das Labyrinth zu Ehren der slowenisch-kroatischen Göttin Vesna), bei schönstem Wetter laufen zu können. Vor ein paar Jahren gabs hier noch das sogenannte "Eco Center", welches u.a. mehrere Trails unterhalten hat, einige davon mit eben diesen Labyrinthen als "Belohnung". Leider wurde das "Eco Center" wegen Auseinandersetzung mit den Behörden der Stadt Cres geschlossen. Hoffentlich überleben die Trails und Labyrinthe, es zieht definitiv Besucher an. Mindestens uns zwei… 🙂

Unser Lazarett auf Beli

Für mich war schon, nachdem die Fische sich in meinem rechten Schuh einquartiert hatten klar, dass ich nicht im Zelt schlafen werde. Nach dem Sturz hat nun auch M. gesagt, dass sie drinnen schlafen möchte. Wir waren uns also einig, dass wir uns eine Hütte leisten. Wir sind einfach zu nass und zu müde, ins Zelt zu gehen. Unten heil beim Camping angekommen, bietet sich mir ein Bild der Verwüstung. Der halbe Zeltplatz, mit viel lehmigem Boden, ist Zentimeter hoch unter Wasser. Noch schlimmer, auf dem Camping gibt es keine Hütten zu mieten. Wir fragen an der Bar nach und werden mit einem Fremdenzimmer fündig. Dort haben wir nun unser Lazarett aufgebaut und pflegen unsere sowie die Ausrüstungswunden…

Unfallstelle auf dem Weg nach Beli

Wir haben zwei Tage auf dem sehr schönen Camping Kovacine in Cres verbracht, wollten aber eigentlich in den Norden nach Beli, um eben die besagten Labyrinthe zu begehen. Leider hat uns der Regen und unsere Erschöpfung am ersten Tag einen Strich durch die Rechnung gezogen. Wir brechen trotz unsicherer Wettervorhersage bei leicht einsetzendem Nieselregen auf. Unterwegs entwickelt er sich zu einem ausgewachsenen Regen. Nach 30 Min sind meine Regenhandschuhe von SealSkinz klitsch-nass, 30 Min später könnten Fische in meinem rechten Schuh schwimmen. Bisher blieb immer alles trocken. Komisch. Wir sind also ca. 4 Km vor Beli, es geht nur noch bergab. Nach einer Kurve ist es passiert. Erst sehe ich, dass M. das Vorderrad wegrutscht und sie sich der Breite nach auf die Strasse legt, schon segle ich selber dem Asphalt entgegen. Ich spüre sofort stechende Schmerzen in meinen Händen und im Ellenbogen. Leider habe ich kurz vorher die Handschuhe ausgezogen, die Hände sind etwas aufgeschürft. M. kommt daher gerannt, ihre Hände bluten. Sie hatte auch keine Handschuhe an und hat sich die Hände richtig aufgerissen. In diesem Moment kommt ein Auto angefahren, zum Glück in normalem Tempo, und ein Italiener Ehepaar steigt aus und hilft uns. Wir sammeln unsere 7 Sachen von der Strasse zusammen, natürlich alles klitschnass. Uns geht es ausser den blutenden und schmerzenden Stellen am Körper gut, nichts ist gebrochen. (Siehe Bild: Auf der rechten Seite mittig kann man auf der Strasse noch die hellen Schleifspuren unseres Unfalles sehen. Das Foto wurde später, bei Sonnenschein aufgenommen.)
Entsprechend vorsichtig, anfangs noch zu Fuss, machen wir uns weiter auf den Weg zum Beli Camping. In Beli angekommen, geht es nochmals mit 18% Gefälle runter zum Strand und Camping. M. stösst ihr Rad, ich anfänglich auch und fahre dann den Rest.

Kroatische Insel Cres

Auch in Kroatien ist es an der Küste nicht anders. Hügelig. Von der Fährenanlegestelle bis auf den höchsten Punkt unserer heutigen Route sind es gut und gerne 400 Höhenmeter, das immerhin über 10 Km verteilt. Wir dachten wir sind schlau und nehmen die 1.5 Km kurze Abkürzung. Zur Not stossen wir. Nach über 1h schwitzen, schieben, noch mehr schwitzen und fluchen meinerseits, sind wir auf Anraten eines an der vermeintlichen Abkürzung wohnhaften Kroaten wieder zu unserem Ausgangspunkt, der Anlegestelle der Fähre zurück gekehrt. Der Weg sei kaum zu Fuss begehbar, in so einem schlechten Zustand sei er. Nachdem die eben angelegte Fähre ihre stinkende und lärmende Ladung ausgespuckt hat und diese sich nun die Serpentinen hochquält, machen wir uns, 2h später als ursprünglich angekommen, auf den genau gleichen Weg 🙂

Camping bei Kraljevica

Was für ein idyllischer Ort. Der Camping Kostrena bei Kraljevica. Wir sitzen am Strand und geniessen unseren Morgenkaffee für einmal nicht aus der Cafetiere sondern als Cappucino von der Bar. Wir kamen gestern so spät an, dass wir nicht mehr kochen wollten. So waren wir doch sehr glücklich darüber, dass es hier auf dem Camping ein kleines Restaurant gab.

Rijeka, die kroatische Stadt am Meer

Wir suchen uns eine ruhigere Streckenführung aus, um nach Rijeka zu gelangen. Ruhiger heisst leider auch hügelig. So kommen wir auch heute wieder auf ein paar hundert Höhenmeter. Als wir uns sozusagen am Ende des Hochplateaus befinden, sehen wir diese Tafel und freuen uns, dass wir hier runter und nicht hochfahren dürfen. 🙂 Bei dieser permanenten Bremserei glühen unsere Bremsscheiben. Die Folge der Hitze ist eine thermische Verformung der Bremsscheiben, was sich in "reibenden" Geräuschen äussert und die präzise Nachstellung der Bremsklötze praktisch verunmöglicht.
In Rijeka angekommen, geniessen wir erst einmal einen super Cappucino mit einem Stück Schokoladenkuchen auf dem "Korzo"und schauen der multi-kulti Menschenmasse zu, wie sie sich durch die Strasse bewegt. Hier gibt es sogar einen dm, wo wir unsere Vorräte an Kokoswasser decken können. In der Innenstadt hat National Geographics mehrere Dutzend Bilder aus Kroatien ausgestellt. Die Labyrinthe von Beli, im Norden der Insel Cres, haben es uns angetan. Da möchten wir auf jeden Fall hin! Vorerst wollen wir auf einem Campingplatz ausserhalb von Rijeka übernachten. Beim Stadt exit entscheiden wir uns fälschlicherweise für eine Fahrt durch den Stadttunnel. Es gibt kein Verbotsschild, also nichts wie rein. Der Tunnel ist alles andere als angenehm. Da die Autos sehr schnell fahren, bewegen wir uns auf dem nur ca. 50 cm breiten, erhöhten Seitenstreifen. Es ist sehr warm, der Schweiss tropft von der Stirne – sicherlich auch wegen der Anspannung. Wie sich herausstellen sollte, wurde der angestrebte Campingplatz geschlossen. Somit werden es auch heute wieder gegen die 80 Km, bis wir unser Zelt aufbauen können.

Kroatische Insel Krk

Schon von Weitem sehen wir die Brücke, welches das kroatische Festland mit der Insel Krk verbindet. Wieder einmal mehr dürfen wir als Fahrradfahrer die Brücke kostenlos passieren, alle anderen müssen einen Obolus entrichten. Von der Insel sehen wir ausser Strassen nicht viel, unser Ziel heisst Cres, die Nachbarinsel von Krk. Auf Cres führt jedoch nur eine Fähre, welche wir gerade noch rechtzeitig erreichen. Ach ja, man beachte die Temperaturen. 25 Grad und Sonnenschein… so soll es sein… 🙂

Raketenabschussrampe a la James Bond

Ich sehe diese mehrere Meter trichterförmige Vertiefung im Gras und werde augenblicklich an einen älteren James Bond Film erinnert, wo sich ein Teil des Filmes in einer Raketenbasis abspielt. Leider weiss ich den Titel im Moment nicht. "Mann lebt nur zweimal"? Ich warte darauf, bis sich der dunkelgrüne Deckel zur Seite schiebt und Leute in weissen Anzügen rauskommen 🙂

WiFi, ein wichtiges “Verkaufsargument”

Die Unterkünfte hier in Slowenien, preisen immer ihr WLAN, also WiFi an. Irgendwie scheint es hier noch nicht alltäglich zu sein. Ist es ja bei uns in Unterkünften, wenn ich recht überlege, eigentlich auch noch nicht. Krass ist nur, dass man, wenn man im Ausland auf reisen ist, sich fast schon Unterkünfte aussucht, welche WLAN anbieten. Ich erinnere mich an Norwegen, da "tanzte der Bär" im WLAN Bereich des Camping Platzes. Dort wurden Festbänke aufgestellt und mit Verlängerungskabel und Stromleisten die Möglichkeit geschaffen, seine ganzen Gadgets zu laden. Eigentlich eine traurige Entwicklung. Ich bin zwar auch auf Strom und WLAN angewiesen, aber ich versuche immerhin meinen Strom selber zu erzeugen 🙂 – mit dem Forumslader von Jens During. Einfach mal Google danach fragen.

Hmmm Porcheta (Spanferkel)

Wenn wir durch die Dörfer fahren, habe ich immer wieder diesen feinen Geruch von Holzfeuer und gebratenem Fleisch in der Nase. Ich frage mich schon, was so gut riecht und bin mir sicher, dass ich davon mal kosten möchte 🙂 Heute fahren wir wieder durch ein Dorf. An der Strasse steht ein überdimensionierter Ofen, welcher eben diesen feinen Duft verströmt. Davor sitzt ein altes Mannchen und liest die Zeitung. Ich gehe hin und frage, also vielmehr gestikuliere ich, ich spreche immer noch kein Slovenisch, ob ich reinschauen darf. Der Mann nickt. Wow… was sehe ich da, ein Spanferkel. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Leider sind wir zu früh dran, und ich kann davon nicht kosten. Ein Foto schiessen darf ich jedoch. Ich bin mir sicher, dass ich auch in Kroatien mal zur rechten Zeit an einem "Spanferkel Ofen" vorbei fahre….

Hier bloss nicht falsch abbiegen

Wir sind in San Lorenzo, einmal mehr Italien, angelangt und wissen nicht mehr weiter. Unsere Karte ist einfach zu ungenau und die Wegweiser kann man bestenfalls "rauchen". Wir fahren ein Stück bergabwärts einem Strässchen entlang, dann tut sich diese Aussicht auf. Unten im Tal, auf dem Bild nicht zu sehen, befindet sich Triest. Notabene auf Meereshöhe. Wir sind einige hundert Meter über dem Meer und müssten eigentlich weiter in die Höhe. Wir fragen also lieber nach dem Weg…

Der Stoff aus dem Männerträume sind…

Ich lege mich kurz vor Stanjel auf eine Bank, um im Schatten der Bäume etwas zu dösen. Es war eine anstrengende Fahrt hier hoch. Ich hätte jetzt gern ein kühles Bier, denke ich mir. Wo ist den eigentlich FFB mit dem Biernachschub? (Insiderwissen, welches man aus den Updates aus Norwegen braucht) Mein Blick wandert übers Blätterdach, und was sehe ich da… Hopfen… ich setze mich auf, um richtig zu schauen… ja es ist Hopfen, der sich hier an Sträuchern und sogar am Baum hin zur Sonne windet. Der Grundstein wäre somit gelegt, um meinen Traum zu erfüllen, leider reicht uns die Zeit dafür nicht…

Nova Gorica

Von der Stadt haben wir ausser unserem Hotel Sabotin (es gab keinen Zeltplatz) leider nicht viel gesehen. Es war wieder einmal dunkel, als wir geputzt und gestriegelt waren. Ein junger und sehr gesprächiger Rezeptionsmitarbeiter hat uns erklärt, dass es hier eh nicht viel zu sehen gibt – die Eisenbahnbrücke, den neu renovierten Zentralplatz oder eben halt die Casinos, von denen die Stadt lebt. Vor allem Italiener kommen hierher, um in den Casinos ihr Glück zu versuchen. Im Hotel waren sicher 90% der Gäste italienisch sprechend. Eine Gruppe Italiener hat unsere Fahrräder bestaunt, und nachdem wir erklärt haben, was wir bereits gemacht, respektive noch vor uns haben, meinte eine ältere Dame zu M. "deine Mutter muss sehr stolz sein auf dich…"…. grins, grins
Die Fahrradwege sind hier sehr gut am Boden markiert, nur mit den Schildern happert es noch ein wenig. So kam es dann auch, dass wir uns verfahren haben und zum x-ten Mal bereits unerwartet auf einer Piazza in Italien standen.

Textauszug aus Wikipedia
Die Stadt Nova Gorica entstand infolge der Grenzziehung zwischen Italien und Jugoslawien im Frieden von Paris von 1947, die die Stadt Görz teilte. Der Großteil der Stadt verblieb bei Italien, kleinere Vorstädte und der 1945 von jugoslawischen Partisanen besetzte Bahnhof der Wocheiner Bahn wurden Jugoslawien zuerkannt. Die Staatsgrenze verläuft über den Bahnhofsvorplatz (Piazza Transalpina). 1948 wurde der Grundstein für Nova Gorica gelegt, eine Stadt vom Reißbrett als neues urbanes Zentrum für die jugoslawische Seite der Grenze. Seit Gründung der Universität Nova Gorica im Jahre 1995 ist Nova Gorica eine Universitätsstadt.

Sich zu verfahren kann auch seine Vorteile haben

Wir befinden uns beim blauen Dreieck und hätten in Cepovan links auf die Strasse 608 abbiegen sollen, um auf unsere geplante Route zu kommen. Was man auf dem Plan nicht sieht, ist erstens die schon weit fortgeschrittene Zeit, (wir sind müde, und es wird langsam dunkel) und zweitens den Höhenunterschied. Wir sind bis zu diesem Punkt über eine längere Strecke mit mindestens 30 Sachen den Berg runtergebrettert. Es müssen also einige Höhenmeter bis rauf zu Cepovan sein. Ich studiere die Karte und merke, wenn wir den ursprünglich geplanten Weg gefahren wären, wir nochmals 400 Höhenmeter hätten bezwingen müssen. Der Entscheid ist schnell gefällt, wir fahren weiter runter bis nach Nova Gorica. Eine herrliche Abfahrt, unsere Bremsen scheinen zu glühen. Es tut sich ein sehr schöne Aussicht auf Nova Gorica mit seinen beiden Brücken und der türkisblauen Soca auf. Es hat leider nur für ein Bild im Kopf gereicht, aber die halten bekanntlich eh am längsten.
Für alle, die nicht in meinen Kopf sehen können (das sind hoffentlich alle ;-)), gibt es hier ein Bild zu sehen:
http://bahnbilder.warumdenn.net/pics/anders/664_117_Optima.jpg

Slowenisches “Maggia-Tal” nur mit türkisblauem Was…

Die Soca mit ihrem kristallklarem und türkisblauem Wasser begleitet uns seit Bovec. Eine wahre Freude dem Wasserlauf mit den Augen zu folgen. Immer wieder blitzt das türkisblaue Wasser auf unserer Tour zwischen den Bäumen hindurch. So eine Farbe würde ich höchstens irgendwo am Meer erwarten, sicherlich nicht bei einem Fluss. Als wir über eine Brücke fuhren, wurden wir an das "Maggia-Tal" im Tessin (Schweiz) erinnert. Ich muss zugeben, hier gefällt es mir besser, der Farbe wegen 🙂

Unser unbeabsichtigter Abstecher in die Slowenisch…

Wir folgten einem "gepünktelten" Radweg auf unserer Karte und endeten in der Wüste. Wir mussten unsere übergewichtigen Goldie & Oldie durch den tiefen Sand schieben, nur um festzustellen, dass der Weg, welcher direkt am Fluss verlaufen soll, wohl bei dem vielen Wasser einfach weggespült wurde. So musste die Karawane umdrehen und die Wüste wieder verlassen. Einziger Pluspunkt, es war bereits eine Spur im Sand, was es doch deutlich einfacher machte.

Region um Bovec, das Wassersport Mekka

Hier entlang der Soca hat sich ein wahres Wassersport Mekka entwickelt. Und mit Wassersport meine ich richtigen Sport, nicht die amerikanische Variante mit vielen PS und lauten Motoren. Hier kann man alles machen, von Kajak fahren bis zum White Water Rafting. Es kurvt auch jeder mit irgendeinem Wassergerät auf dem Dach rum. Als wir zum ersten Mal über die Soca fahren, wissen wir auch warum. Die Farbe des Flusses ist einfach bezaubernd.

Julier Alpen

Als wir im Buchhandel die Karte studiert haben, ist mir aufgefallen, dass hier von den Julier Alpen gesprochen wird. Aeeh… Moment. Wenn wir Alpen und die dazugehörigen Pässe gewollt hätten, wären wir in der Schweiz geblieben. Alles studieren und nachfragen bringt nichts, wir müssen über diese uns fremden Alpen und somit über einen Pass. Den Zug nehmen wollten wir nicht, das ist was für "Memmen" 😉 Wir haben uns dann gegen den "Wurzenpass" mit seinen 18 % Steigung entschieden. Uns wurden von Mottoradfahren richtige Schauer Märchen erzählt: man könne da oben kaum stehen, so steil sei es…

Unser erster offizieller Pass

Mit dem Predil Pass auf 1156 müM haben wir unseren ersten offiziellen Pass auf dieser Reise überquert. Der hat seinen Namen "Pass" wirklich verdient, wir haben bei angenehmen 18 Grad und leichtem Sonnenschein geschwitzt. Ein besonderer Ansporn waren die "Thumbs up", "Respektvolles Kopfnicken" und ein "Hopp Schwiiz"…man staune, man staune…von Harley Davidson Fahrern!
Das ist die Wiedergutmachung 🙂

Villach im Ausnahmezustand mit 100’000 Harley Davi…

Wir hatten leider das Glück, genau in der Woche in Villach anzukommen, in der die 60'000 Seelengemeinde von bis zu 100'000 Harley Davidson Verrückten besucht wird. HD Europa macht jedes Jahr an einem anderen Ort eine wöchige Party. Krass. Da hier in Villach alles hohe Berge sind, gibt es natürlich auch jede Menge Pässe. Und natürlich mussten die harten Jungs mit ihren "Knatter-Bechern" über jeden Pass heizen. Das sind ja keine normalen Maschinen, die scheinen irgendwie mit einem russischen Lastwagen verwandt zu sein, so wie die tönen. Am Rotlicht wird natürlich nicht auf zwei kleine Fahrradfahrer Rücksicht genommen, sondern es wird möglichst schneller als alle anderen weggefahren, und das natürlich mit entsprechender Untermalung mit Lärm und Gestank. Wir wollten nur unsere Ruhe, ich bin auch tagsüber mit Oropax rumgelaufen. Wir kamen bei all dem Lärm schon an unsere Grenzen…

Bye Bye Tschörmani

Heute Abend gehts mit dem Nachtzug von Berlin nach München; von dort weiter via Salzburg nach Villach, Österreich. Dann werden wir uns erneut und sehnsüchtig auf unsere Velo schwingen. Das erste Zwischenziel wäre Rijeka, Kroatien. Ab dort beginnt wohl ein spannender und unbekannter Teil unserer Reise. Auf dem Nachtzug haben wir in unserem 4er Schlafwagen einen jungen Deutschen kennengelernt, welcher ebenfalls Albanien bereist. Jedoch mit den ÖV und in "nur" 3 Wochen. Ich müsste M. fragen, was die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir mit einer Person den Schlafwagen teilen, die ebenfalls eine nicht so vielbereiste Destination wie Albanien besucht…

Reisen mit dem Öffentlichen Verkehr sind anstrenge…

Wir sind heute und gestern mit der DB von Berlin mit umsteigen in München und Salzburg nach Villach, Österreich gefahren. Hier hat man deutlich den Nachteil gespürt, mit Anhänger zu reisen. Ich möchte sonst meinen Anhänger nicht missen, aber für Reisen mit dem ÖV ist er einfach zu sperrig. Vier Seitentaschen zu entfernen und diese in Zug zu tragen stelle ich mir um ein Vielfaches einfacher vor.
Ich frage mich, wie Leute im Nachtzug überhaupt schlafen können. Vorallem Männer. Bei mir macht es den Anschein, dass meine Neandertaler Gene doch noch recht dominant sind. Ich kann bei dem Gerüttle und Geschüttle kein Auge zu tun. Mein Unterbewusstsein meldet wahrscheinlich bei der kleinsten Erschütterung potentielle Gefahr durch einen herannahenden Säbelzahntiger. M. war wieder einmal nach geschätzten 2 Min im Tiefschlaf.
Leider kennt man hier in München keine Rampen, um mit dem Rad auf den Bahnsteig zu fahren. So mussten wir unsere Räder mit angehängtem Anhänger in den Lift zwängen, was uns immer ganz knapp gelungen ist. Nur einmal, wurde gerade 1 Min (ich habe zugeschaut) bevor wir den Lift erreichten, dieser ausser Betrieb gesetzt. Der Liftmonteur meinte mit einem breiten Grinsen, nachdem er unsere ganze Bagage gesehen hatte, dass wir dann halt die Treppe nehmen müssen. Nicht wirklich nett. Anschliessend haben wir es uns im Café Reichshof in der Wörthstrasse so richtig biomässig gut gehen lassen. Ich habe das Schlemmer Frühstück bestellt, M. hat sich ein Vital Frühstück gegönnt. Ein Traum kann ich nur sagen…

Interessant wars im Bundestag

Wir wurden von zwei Mitarbeitern während 2h durch den Bundestag und die umliegenden Gebäude geführt. Mir blieben vorallem zwei ungefähre Zahlen. Kosten von ca. 10 Mia Euro und Arbeitgeber für ca. 5'000 Personen im Umfeld des Bundestages. Ebenfalls beindruckend, dass 2/3 der Einwohner von Berlin lediglich "Transfergelder" z.B. durch Sozialversicherung empfangen und nur 1/3 ihr Geld durch eine Arbeit verdient. Das Highlight war sicherlich die Aussicht von der Kuppel auf dem Dach, von da aus hat man eine 360 Grad Rundumsicht über ganz Berlin.

Winter-Quartier

Wir durften letzte Nacht im www.winter-quartier.de (Gemeinde Dechtow, ca. 60 Km nord-westlich von Berlin) übernachten. Wir wurden von unserer Freundin A. eingeladen, welche mit ihrer Familie in dieser herrlichen, mit Architekturpreis gekrönten Residenz Urlaub macht. Tja…man kanns nicht anderes sagen…wir wurden rundum verwöhnt, durften wir A.s edles Zimmer mit Himmelbett und Rosenwäsche benutzen und abends am heiteren Familientisch die sechs Stunden geschmorte Sonntagsente mitgeniessen. An dieser Stelle ein grosses DANKESCHÖN!
Für Morgen wurden wir sogar zu einer privaten Führung im Bundestag eingeladen. Zustande kommt sie aufgrund besonderer Beziehungen von A.s Papa. Da müssen wir es sicher bis Berlin schaffen!

Wer sitzt den da?

Wenn Ihr mal eine gute Adresse zum Übernachten braucht in Berlin, in der Nähe des Brandenburgertors usw., dann kann ich euch das Arte Luise Kunsthotel an der Luisenstrasse 19 in Berlin empfehlen. Für wenig Geld kriegt man eine sehr gute Leistung.