Category Archives: Slowenien

Raketenabschussrampe a la James Bond

Ich sehe diese mehrere Meter trichterförmige Vertiefung im Gras und werde augenblicklich an einen älteren James Bond Film erinnert, wo sich ein Teil des Filmes in einer Raketenbasis abspielt. Leider weiss ich den Titel im Moment nicht. "Mann lebt nur zweimal"? Ich warte darauf, bis sich der dunkelgrüne Deckel zur Seite schiebt und Leute in weissen Anzügen rauskommen 🙂

WiFi, ein wichtiges “Verkaufsargument”

Die Unterkünfte hier in Slowenien, preisen immer ihr WLAN, also WiFi an. Irgendwie scheint es hier noch nicht alltäglich zu sein. Ist es ja bei uns in Unterkünften, wenn ich recht überlege, eigentlich auch noch nicht. Krass ist nur, dass man, wenn man im Ausland auf reisen ist, sich fast schon Unterkünfte aussucht, welche WLAN anbieten. Ich erinnere mich an Norwegen, da "tanzte der Bär" im WLAN Bereich des Camping Platzes. Dort wurden Festbänke aufgestellt und mit Verlängerungskabel und Stromleisten die Möglichkeit geschaffen, seine ganzen Gadgets zu laden. Eigentlich eine traurige Entwicklung. Ich bin zwar auch auf Strom und WLAN angewiesen, aber ich versuche immerhin meinen Strom selber zu erzeugen 🙂 – mit dem Forumslader von Jens During. Einfach mal Google danach fragen.

Hmmm Porcheta (Spanferkel)

Wenn wir durch die Dörfer fahren, habe ich immer wieder diesen feinen Geruch von Holzfeuer und gebratenem Fleisch in der Nase. Ich frage mich schon, was so gut riecht und bin mir sicher, dass ich davon mal kosten möchte 🙂 Heute fahren wir wieder durch ein Dorf. An der Strasse steht ein überdimensionierter Ofen, welcher eben diesen feinen Duft verströmt. Davor sitzt ein altes Mannchen und liest die Zeitung. Ich gehe hin und frage, also vielmehr gestikuliere ich, ich spreche immer noch kein Slovenisch, ob ich reinschauen darf. Der Mann nickt. Wow… was sehe ich da, ein Spanferkel. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Leider sind wir zu früh dran, und ich kann davon nicht kosten. Ein Foto schiessen darf ich jedoch. Ich bin mir sicher, dass ich auch in Kroatien mal zur rechten Zeit an einem "Spanferkel Ofen" vorbei fahre….

Hier bloss nicht falsch abbiegen

Wir sind in San Lorenzo, einmal mehr Italien, angelangt und wissen nicht mehr weiter. Unsere Karte ist einfach zu ungenau und die Wegweiser kann man bestenfalls "rauchen". Wir fahren ein Stück bergabwärts einem Strässchen entlang, dann tut sich diese Aussicht auf. Unten im Tal, auf dem Bild nicht zu sehen, befindet sich Triest. Notabene auf Meereshöhe. Wir sind einige hundert Meter über dem Meer und müssten eigentlich weiter in die Höhe. Wir fragen also lieber nach dem Weg…

Der Stoff aus dem Männerträume sind…

Ich lege mich kurz vor Stanjel auf eine Bank, um im Schatten der Bäume etwas zu dösen. Es war eine anstrengende Fahrt hier hoch. Ich hätte jetzt gern ein kühles Bier, denke ich mir. Wo ist den eigentlich FFB mit dem Biernachschub? (Insiderwissen, welches man aus den Updates aus Norwegen braucht) Mein Blick wandert übers Blätterdach, und was sehe ich da… Hopfen… ich setze mich auf, um richtig zu schauen… ja es ist Hopfen, der sich hier an Sträuchern und sogar am Baum hin zur Sonne windet. Der Grundstein wäre somit gelegt, um meinen Traum zu erfüllen, leider reicht uns die Zeit dafür nicht…

Nova Gorica

Von der Stadt haben wir ausser unserem Hotel Sabotin (es gab keinen Zeltplatz) leider nicht viel gesehen. Es war wieder einmal dunkel, als wir geputzt und gestriegelt waren. Ein junger und sehr gesprächiger Rezeptionsmitarbeiter hat uns erklärt, dass es hier eh nicht viel zu sehen gibt – die Eisenbahnbrücke, den neu renovierten Zentralplatz oder eben halt die Casinos, von denen die Stadt lebt. Vor allem Italiener kommen hierher, um in den Casinos ihr Glück zu versuchen. Im Hotel waren sicher 90% der Gäste italienisch sprechend. Eine Gruppe Italiener hat unsere Fahrräder bestaunt, und nachdem wir erklärt haben, was wir bereits gemacht, respektive noch vor uns haben, meinte eine ältere Dame zu M. "deine Mutter muss sehr stolz sein auf dich…"…. grins, grins
Die Fahrradwege sind hier sehr gut am Boden markiert, nur mit den Schildern happert es noch ein wenig. So kam es dann auch, dass wir uns verfahren haben und zum x-ten Mal bereits unerwartet auf einer Piazza in Italien standen.

Textauszug aus Wikipedia
Die Stadt Nova Gorica entstand infolge der Grenzziehung zwischen Italien und Jugoslawien im Frieden von Paris von 1947, die die Stadt Görz teilte. Der Großteil der Stadt verblieb bei Italien, kleinere Vorstädte und der 1945 von jugoslawischen Partisanen besetzte Bahnhof der Wocheiner Bahn wurden Jugoslawien zuerkannt. Die Staatsgrenze verläuft über den Bahnhofsvorplatz (Piazza Transalpina). 1948 wurde der Grundstein für Nova Gorica gelegt, eine Stadt vom Reißbrett als neues urbanes Zentrum für die jugoslawische Seite der Grenze. Seit Gründung der Universität Nova Gorica im Jahre 1995 ist Nova Gorica eine Universitätsstadt.

Sich zu verfahren kann auch seine Vorteile haben

Wir befinden uns beim blauen Dreieck und hätten in Cepovan links auf die Strasse 608 abbiegen sollen, um auf unsere geplante Route zu kommen. Was man auf dem Plan nicht sieht, ist erstens die schon weit fortgeschrittene Zeit, (wir sind müde, und es wird langsam dunkel) und zweitens den Höhenunterschied. Wir sind bis zu diesem Punkt über eine längere Strecke mit mindestens 30 Sachen den Berg runtergebrettert. Es müssen also einige Höhenmeter bis rauf zu Cepovan sein. Ich studiere die Karte und merke, wenn wir den ursprünglich geplanten Weg gefahren wären, wir nochmals 400 Höhenmeter hätten bezwingen müssen. Der Entscheid ist schnell gefällt, wir fahren weiter runter bis nach Nova Gorica. Eine herrliche Abfahrt, unsere Bremsen scheinen zu glühen. Es tut sich ein sehr schöne Aussicht auf Nova Gorica mit seinen beiden Brücken und der türkisblauen Soca auf. Es hat leider nur für ein Bild im Kopf gereicht, aber die halten bekanntlich eh am längsten.
Für alle, die nicht in meinen Kopf sehen können (das sind hoffentlich alle ;-)), gibt es hier ein Bild zu sehen:
http://bahnbilder.warumdenn.net/pics/anders/664_117_Optima.jpg

Slowenisches “Maggia-Tal” nur mit türkisblauem Was…

Die Soca mit ihrem kristallklarem und türkisblauem Wasser begleitet uns seit Bovec. Eine wahre Freude dem Wasserlauf mit den Augen zu folgen. Immer wieder blitzt das türkisblaue Wasser auf unserer Tour zwischen den Bäumen hindurch. So eine Farbe würde ich höchstens irgendwo am Meer erwarten, sicherlich nicht bei einem Fluss. Als wir über eine Brücke fuhren, wurden wir an das "Maggia-Tal" im Tessin (Schweiz) erinnert. Ich muss zugeben, hier gefällt es mir besser, der Farbe wegen 🙂

Unser unbeabsichtigter Abstecher in die Slowenisch…

Wir folgten einem "gepünktelten" Radweg auf unserer Karte und endeten in der Wüste. Wir mussten unsere übergewichtigen Goldie & Oldie durch den tiefen Sand schieben, nur um festzustellen, dass der Weg, welcher direkt am Fluss verlaufen soll, wohl bei dem vielen Wasser einfach weggespült wurde. So musste die Karawane umdrehen und die Wüste wieder verlassen. Einziger Pluspunkt, es war bereits eine Spur im Sand, was es doch deutlich einfacher machte.

Region um Bovec, das Wassersport Mekka

Hier entlang der Soca hat sich ein wahres Wassersport Mekka entwickelt. Und mit Wassersport meine ich richtigen Sport, nicht die amerikanische Variante mit vielen PS und lauten Motoren. Hier kann man alles machen, von Kajak fahren bis zum White Water Rafting. Es kurvt auch jeder mit irgendeinem Wassergerät auf dem Dach rum. Als wir zum ersten Mal über die Soca fahren, wissen wir auch warum. Die Farbe des Flusses ist einfach bezaubernd.

Julier Alpen

Als wir im Buchhandel die Karte studiert haben, ist mir aufgefallen, dass hier von den Julier Alpen gesprochen wird. Aeeh… Moment. Wenn wir Alpen und die dazugehörigen Pässe gewollt hätten, wären wir in der Schweiz geblieben. Alles studieren und nachfragen bringt nichts, wir müssen über diese uns fremden Alpen und somit über einen Pass. Den Zug nehmen wollten wir nicht, das ist was für "Memmen" 😉 Wir haben uns dann gegen den "Wurzenpass" mit seinen 18 % Steigung entschieden. Uns wurden von Mottoradfahren richtige Schauer Märchen erzählt: man könne da oben kaum stehen, so steil sei es…

Unser erster offizieller Pass

Mit dem Predil Pass auf 1156 müM haben wir unseren ersten offiziellen Pass auf dieser Reise überquert. Der hat seinen Namen "Pass" wirklich verdient, wir haben bei angenehmen 18 Grad und leichtem Sonnenschein geschwitzt. Ein besonderer Ansporn waren die "Thumbs up", "Respektvolles Kopfnicken" und ein "Hopp Schwiiz"…man staune, man staune…von Harley Davidson Fahrern!
Das ist die Wiedergutmachung 🙂