Kleiner Tipp Š wird wie Sch ausgesprochen… 🙂

Kleiner Tipp Š wird wie Sch ausgesprochen… 🙂

Leider haben wir unsere MSR Thermotrinkbecher, welche wunderbar in das Komplettsett aus Töpfen usw. passen, bei ElMa im Auto vergessen. M. hatte schon eine kleine Keramik Tasser, ich habe mir im Supermarkt in Montenegro diese schöne Email Tasse gekauft. Zur Not kann ich diese auch direkt auf den Brenner stellen und z.B. einen Kaffee kochen.

Habt ihr euch auch schon gefragt, wie eine Leuchtreklame am Strassenrand aufgebaut ist? Hier die Antwort. Zumindest in Montenegro werden handelsübliche Leuchtstoffröhren verbaut.

Beim inspizieren der Küche ist uns aufgefallen, dass es ein kleines Pfännchen mit langem Stiel hat. Dies muss wohl die Kaffeepfanne für türkischen Kaffee sein. Nur wie macht man türkischen Kaffee? Na man füllt Wasser in die Pfanne und gibt das Kaffeepulver dazu und bringt das Ganze zum kochen. Dann wartet man. Und dann passiert es schon wieder. Die ganze braune Brühe hat sich wie flüssige Lava in einer Blase nach aussen gestülpt, bevor sie wie ein Pickel aufgeplatzt ist und zum zweiten Mal alles mit Kaffee versaut hat. Man darf also nicht zu viel Hitze geben und muss immer gut rühren, bis das Gebräu kurz vor dem Kochen ist, dann vom Herd nehmen. So habe ich das zumindest in einem Youtube Video gesehen. Ich muss einfach lernen, diese zu schauen bevor das Malheur passiert :-).

Was passiert wohl, wenn man eine Cafetiere mit Kaffee füllt, welcher für türkischen Kaffee gedacht ist und deshalb fein wie Puderzucker gemahlen wurde? Die Cafetiere wird zu einer Kaffeebombe. Das feine Kaffeepulver ist so fein, dass es durch das Trichtersieb gedrückt wird, zumindest teilweise, bis es stockt. Irgendwann ist der Druck so gross, dass die braune Brühe mit lautem Zischen und Spritzen den Deckel hebt uns sich in die Umgebung ergiesst 🙁 Zum Glück konnte ich gerade noch vom Frühstückstisch aufspringen, in Richtung Kochplatte hechten und die braune sprühende Fontäne in den Ausguss stellen. Wir waren heilfroh, dass nur der Teil mit Keramikplättchen verspritzt wurde und nicht der Verputz. Wie hätten wir das nur dem Vermieter erklären sollen? 🙂

Etwas deplatziert stehen diese drei Objekte, welche irgendwie an Beton-Hüte erinnern, in der Stadt Bar. Im Inneren befinden sich ein Einkaufszentrum, ein Ramschladen und eine Spielhöhle.

Wir sind in Bar an der, sich noch im Bau befindenden, gigantischen Serbisch-Orthodoxen Kirche vorbei gekommen. Sie ist dem Heiligen Jovan Vladimir, dem Schutzpatron von Bar, gewidmet. Wir haben einen Blick rein werfen können, die Tür war nicht abgesperrt. Drinnen ist wirklich noch eine Baustelle mit vielen Gerüsten. In ein paar Jahren wird das sicherlich auch von Innen ein Prachtbau sein.

Heute fuhren wir von Kamenari nach Lepetari mit einer kurzen Fährverbindung von ca. 10 Min. Für uns hat das schlappe Euro 2 gekostet. Damit haben wir uns einige Kilometer und vorallem einen Pass erspart. Auf der Fähre haben einige Passagiere unsere Goldie und Oldie bestaunt und sogar fotografiert. Unter Männern entstand eine angeregte Diskussion um die Anhänger. Die Kupplung wurde genauestens untersucht. Wir beide wurden hingegen augeblendet 🙂
Dann spricht uns aber doch noch ein älterer Herr in perfektem Deutsch an. Er kommt aus Cetinje in Montenegro, lebt aber in Augsburg. Er warnt uns von den rutschigen, montenegrinischen Strassen und den "Verkehrsanalphabeten" 🙂 Was für ein passender Ausdruck. Er hat uns erzählt, dass er gerade auf der Fahrt zur Fähre beobachtet hätte, wie fünf Mountainbiker in einen Verkehrskreisel eingefahren sind. Vier kamen heil raus, der fünfte, obwohl im Recht, wurde von einem Autofahrer abgeschossen. Wir haben anschliessend auf der Fahrt darüber sinniert, wie man in Montenegro wohl zum Führerschein kommt, und ob es überhaupt eine Fahrschule gibt? Die Frage wurde uns durch ein vorbeifahrendes Fahrschulauto mit Fahrschüler (notabene am Sonntag) beantwortet.
Seit Slovenien stossen wir immer wieder auf unterschiedliche Variationen der Cremschnitten. Hier in Montenegro, genauer im Kaffee Mozart bei Budva, kriegen wir eine besonders Feine. Sie ist nicht suuuuper süss, dafür riiiiiiiesig und mit Euro 3 geradezu günstig. Wir mussten uns zu zweit anstrengen, sie zu verdrücken. Die Kalorien haben uns dann gut genutzt. Wir sind heute schon um 8:30 Uhr gestartet und gut vorwärts gekommen. So entscheiden wir beim Kaffee spontan, dass wir um 14:00 Uhr noch die gut 47 Km unter die Räder nehmen und bis Bar fahren. Auf der Küstenstrasse D8, wie wir sie z.B. aus Kroatien kennen, wäre das überhaupt kein Problem gewesen und in knapp 2h abgespult. Hier sind wir jedoch in MONTEnegro, und wir fühlen uns nach Norwegen zurückversetzt. Rauf und runter… rauf und runter… So kommen wir kurz vor Sonnenuntergang und nach 83 Km an.

Wir haben die Sonne bei einem Cappuccino auf der Terasse eines Hotels in Herceg Novi genossen. Bevor wir gingen, musste ich noch kurz auf die Toilette. Als ich eintrete, ist gerade die Putzfrau drin. Eine etwas peinliche Situation. Verlegenes Schweigen. Ist schaue auf die Pissoirs, sie folgt meinem Blick und schüttelt den Kopf. Sie überlegt kurz und zeigt auf die Toiletten und meint "Freedom (Freiheit)". Ich gehe also in das Toilletten Kabäuschen und geniesse die Freiheit 🙂
Die Vorderradnabe an Ms. Bike macht seit ein paar Tagen Probleme. Ich habe mich beim Aufbau der Velos absichtlich für die Shimano Deore XT Variante entschieden, da diese von der Qualität sehr gut ist und das für einen vernünftigen Preis. Klar gibt es z.B. von Chris King oder White Industries bessere, jedoch sind die recht teuer. Leider kriegte ich von der Deore XT nur noch die neue Version, die ohne richtige Staubkappe. Und genau das dürfte uns nun zum Verhängnis geworden sein. Wenn man das Vorderrad dreht, hört es sich an, als ob Sand drin ist. Leider habe ich keine Schlüssel dabei, um die Nabe zu öffnen, ansonsten wäre das eine einfache Arbeit von 15 Minuten. Somit sind wir auf einen Fahrradmechaniker angewiesen, aber diese scheinen hier eine Rarität zu sein. Auf dem Weg raus aus Dubrovnik und nach Montenegro dachte ich zweimal, ich sei fündig geworden. Im Schaufenster standen jeweils Bikes. Jedes Mal gab man mir zu verstehen, dass man sehr wohl Bikes verkauft, aber nichts vom Service wissen will. Schon komisch. Eine neue 9-fach Shimano Kette oder auch von einem anderen Hersteller sucht man vergebens. Ich wurde von Kollegen aus der Schweiz fast schon ausgelacht, als ich gesagt habe, dass ich Werkzeug und Ersatzteile mitnehmen will. Es hiess, ich fahre ja immer noch in Europa, und da kriegt man ja alles. WEIT GEFEHLT. Seit Österreich kriegt man praktisch nichts mehr und je weiter es in Süden geht, umso mehr muss man sich selber helfen. Der eine vom "Nur Verkaufsbikeladen" meinte, ich solle doch auf dem Alteisen nach einer Kette suchen gehen. Bitte was? Warum soll ich im Altmetall wühlen, wenn ich eine neue Kette brauche? 🙂 Im Moment fahren wir also weiter und hoffen, dass das Rad weiterhin ohne grossen Widerstand rollt.
Heute haben wir die Grenze nach Montenegro passiert. Diese war nochmals gut und gerne 40 Km von Dubrovnik entfernt und nicht, wie von uns fälschlicherweise angenommen, nur 6 Km. Warum Montenegro "Montenegro" heisst, erkennen wir schon sehr bald. Monte = Berg, also bergiges Gebiet. Und so ist es auch. Der Name stammt korrekterweise vom Begriff "Lofcen", was auf Montenegrisch "schwarzer Berg" bedeutet. Die Sprache ist ziemlich ähnlich wie in Kroatien, unsere 3-4 Wörter Kroatisch, z.B. Danke, Guten Tag usw. sind sogar genau gleich 🙂 In Montenegro ist der Euro die Landeswährung, so kommen wir hier endlich zu den ersehnten Euro, welche wir dann in Albanien in Lek wechseln können. In Kroatien kann man partout keine Euro am Automaten oder bei der Bank beziehen, da die Landeswährung nunmal Kuna ist. Man könnte aber z.B. bei Bankschalter Kuna beziehen und diese dann in Euro wechseln. Nur hat man dann zwei mal einen Kursverlust, und das wollten wir natürlich nicht. Die Preise sind hier nochmals billiger, einen Cappuccino kriegt man für Euro 1.50 und M. hat im Laden für ganze 3 Euro eine volle Tüte gekauft.
