Ich schlafe nicht wirklich gut, ich werde von Stechmücken vernascht. Am Morgen, M. ist bereits beim duschen, knöpfe ich mir die fliegenden Blutsauger vor. Ich schliesse das Fenster und verriegle die Türen, den Schlüssel ziehe ich ab und nimm ihn in die Hosentasche, nicht das noch eine entwischt. It's payback time. Jeweils einer gegen einen, wie ein fairer Kampf ausgetragen werden sollte. Ich mit meiner alten Unterhose aus dem Wäschesack bewaffnet, sie jeweils mit einem Stechrüssel. Ich hoffe, dass wenn sie mein Schlag verfehlen sollte, sie wenigstens vom Duft der Hose was abbekommen und immer etwas träger werden, bis sie um Erlösung bitten 🙂 Ich zähle mindestens sechs Mücken.
Nachdem ich mit ihnen fertig bin, sind von den Verlierern lediglich noch einige Blutflecken an den Wänden und der Decke zu sehen.
Bevor wir die nächste Nacht ins Bett gehen, diskutieren wir bereits, wie wir betreffend der Mückenplage vorgehen sollen. M. möchte unbedingt bei offenem Fenster schlafen, sie ist sich die frische Luft vom Zelten gewöhnt und schwafelt was von Platzangst und so… ich höre schon gar nicht mehr wirklich zu, ich möchte Türe und Fenster zu haben, das Zimmer wurde immerhin peinlichst genau von Moskitos gesäubert. Falls ich das mache, wird M. auf dem Sofa schlafen, teilt sie mir mit. Ok. Kein Problem. Als ich ins Zimmer gehe, ist das Fenster sperrangelweit offen. Ich kriege fast einen Herzkoller. M. meint, dass die Mücken nur bei Licht reinkommen, und wenn wir das Licht ausmachen, auch keine Mücken da sein werden. Ich mache das Fenster zu, M. legt sich trotzdem neben mich ins Bett. Na auch gut, hauptsache das Fenster und die Türe bleiben zu.
Ich wache plötzlich auf, schaue auf die Uhr, es ist knapp vor 2 Uhr, und der Ruf der Natur hat mich geweckt. Ich gehe also schlaftrunken aus dem Schlafzimmer, wie meistens mit Stöpsel im Ohr. Im Dunkeln sehe ich eine weisse Gestalt im Wohnzimmer rumgeistern, das Herz rutscht mir fast in die Hose, ich fürchte um meinen iPad, iPhone usw., ich schaue mich bereits nach einem Golfschläger um, um den Einbrecher zur Strecke zu bringen. Ich nehme die Stöpsel raus und höre M. ganz verschlafen und unschuldig sagen: "Ich hatte Hunger…" Ufff. Nochmals alles gut gegangen. Wir haben im Restaurant gegessen, ihr Fischfilet schien wohl vom Goldfisch gekommen zu sein, so klein war es. M. hat also im Dunkeln im Schalfkleidchen den Rest ihres Bureks verdrückt um ihren Hunger zu stillen.