Die Fähre kam erst um 22:45 Uhr in Zadar an, da hatten wir keine Lust mehr, noch einen Zeltplatz zu suchen und das Zelt aufzubauen. Booking.com hat uns wieder einmal gute Dienste geleistet und uns die Villa Nada vorgeschlagen. Nur zwei Kilometer vom Fährhafen und der Altstadt entfernt. Die Nacht für schlappe 32 Euro, Secret Deal nennt sich das. Auf dem Boot kommen wir mit zwei Schweizer Tandemfahrern ins Gespräch. Wir diskutieren, welche Strecke von Zadar nach Split wohl die beste sein wird. Die Küstenstrasse möchten sie meiden, sie sei zu befahren, und die Automobilisten fahren wie die Henker. Alternativ kann man mit der Fähre auf vorgelagerte Inseln hüpfen und dort fahren, oder aber man geht Inland; alles jedoch mit Mehrkilometer oder Mehraufwand verbunden. Wir sind ja schon über 2000 Km Küstenstrasse gefahren (quasi Küstenstrassenprofis) und entschliessen uns, die D8 Küstenstrasse zu probieren.
Von den Tandemfahrern erfahren wir auch, dass die heutige Fähre wahrscheinlich 10 Kilometer ausserhalb von Zadar anlegt. Hmmm. Nicht optimal, das würde 12 Kilometer Radfahren bei Nacht bedeuten. Wir legen an und gemäss Maps.me (übrigens eine App mit Offline Kartenmaterial für die ganze Welt, die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann) legt die Fähre wirklich nicht am Altstadthafen an, jedoch auch nicht weit ausserhalb. Dank Google Maps finden wir den Weg auch bei Dunkelheit gut. Im Gespräch mit dem Vermieter erfahren wir, was wir bereits Dank der Wetter Pro App vermutet haben. Es wird sintflutartig regnen. Wir haben überhaupt keine Lust, im stärksten Regen des Jahres, die Küstenstrasse zu befahren. Wir beschliessen, dass wir zwei Nächte in der Villa bleiben. Wir kriegen ein Appartement mit voll eingerichteter Küche und kuschliger Sofaecke. Hier lässt es sich zwei Tage aushalten. M. fragt sicherheitshalber nach, ob wir das wirklich für 32 Euro kriegen 🙂 Des Vermieters Standardspruch lautet "Don't worry about a thing" (macht euch keine Sorgen). Wir fragen z.B. "Müssen wir unsere Fahrräder abschliessen?" Seine Antwort: "Don't worry about a thing, we have cameras all over." Ich denke mir, na schön, was bringt es mir, wenn ich den Hintern des Fahrraddiebes auf der Kamera sehe? Macht sich nicht besonders gut als Fahndungsbild. 😉 Ich schliesse die Fahrräder auf jeden Fall ab!
