Wir haben unsere "Feuerwehrübung" mit der Busfahrt sehr gut überstanden. Minus ein Spannset. Das ging irgendwo unterwegs verloren.
Wir stehen um 21:15 mitten auf dem Parkplatz einer 24×7 Stunden Tankstelle irgendwie so, als ob wir gerade mit einer Raumkapsel gelandet wären. Jedenfalls werden wir entsprechend von den verdutzten Autofahrern angestarrt. 🙂 Wir hängen die Anhänger wieder an und verstauen alles, was wir mit uns führen. Ich kann es mir nicht nehmen lassen, mir ein Würstchen von der Tanke zu holen. M. nimmt zumindest etwas zögernd einen Bissen von meinem. Gerade am Parkplatz sehe ich ein Motel, für mich ist die Entscheidung bereits getroffen. Ich sehe mich in 15 Minuten bereits frisch geduscht im Bett schnarchen. Weit gefehlt… das war nur meine Entscheidung… M. hat sich durchgesetzt, und so sind wir um 21:45 und fast im Dunkeln noch Richtung Zeltplatz gefahren. Nur wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es ein Zeltplatz ist. Ich habe ehrlich gesagt schon etwas gewettert, es gibt im englischen ein Sprichwort "A bird in hand is worth seven in the bush". Was frei übersetzt heisst, was man hat, das hat man. Und ich fuhr von meinem sicheren Plätzchen auf der Schnellstrasse irgendwohin ins Grüne, wo wir nicht einmal wussten, ob man da wirklich wild campieren kann. Ich zitiere M., die ganz selbstsicher meinte "hab ich Dir doch gesagt", und so finden wir Einzug auf diesem herzigen Camping "Gramholmen" am Wasser. Zur Hinreise muss man sagen, dass wir unsere "grossen" Fahrradlichter zwecks Gewichtsreduktion nach Hause geschickt haben. Wir haben uns daher beide die Stirnlampen montiert und sind so mit blinkendem Rücklicht Richtung Zeltplatz gefahren… Ich noch mit einer neon-gelben Windjacke und einer orangen Leuchtweste darüber. Das hat sicher abgefahren ausgesehen. 🙂 Auf dem Zeltplatz gegen 23:30 angekommen, wurden wir auf dunklem Weg vom Verwalter angesprochen. Zuerst auf Englisch, dann auf Deutsch. Er ist gebürtiger Däne und hat perfektes Deutsch gelernt nur durchs schauen der zwei deutschen Sendern, von den dreien, welche sie zu Hause empfangen haben. Verblüffend. Wir kriegen im Kaffee betteln noch zwei gerollte Pizzas mit Chicken. Die Bedienung, fast eine Kopie von Adele, bedient uns in perfektem Englisch, sogar mit englischem Akzent. Ich hätte schwören können, dass sie Engländerin ist. Und jetzt kommts. Sie hätte Englisch hauptsächlich vom TV schauen gelernt. In Norwegen leben nur gerade 5 Millionen Menschen, es lohnt sich somit für die Filmstudios nicht zu synchronisieren, und deshalb sind die ganzen Serien und Filme in Originalsprache und nur mit Untertitel zu sehen. Da soll mir mal einer sagen, Fernsehen verblödet nur… 🙂