…in Ms Necessaire entdeckt. Vielleicht sollten wir uns mal überlegen, das Pferd, anstatt es in einer Dose mit uns zuschleppen, vor die Räder zu spannen… 🙂 Oder noch besser auf ihm die "norwegischen Radweg-Schotter-Pisten" bereiten. 🙂 Wenn man das Dosenpferd zumindest essen könnte, aber nein, man streicht es sich in Salbenform auf die müden Beine 🙂
So steht es an diesem Weg angeschrieben. Als Pferdeweg oder meinetwegen als ein T1 Wanderweg sollte man diesen Trampelpfad taxieren, jedoch sicher nicht als eine Fahrradroute. Mit vollbepacktem Radel, sei es mit Seitentaschen oder wie wir mit Anhänger, kann man diesen Weg bestimmt nicht fahren. Nicht mal runter geht das, da bräuchte man einen Klettergurt. Wir haben heute einige Kilometer auf Schotterpisten verdrahteselt, diese extrem steile Passage hat mir dann jedoch den Rest gegeben. Ich war körperlich am Ende und wusste nicht ob ich weinen oder lachen sollte… Das sollen irgendwelche alten Handelswege mit nationaler Be… ach bleib mir fern mit so 'nem Scheiss. Hier sollte man ein paar Tonnen TNT und Teer verwenden und gut isses.
Und so sieht ein Nachtlager aus, wenn man dutzende von Kilometern mit schwerbeladenem Bike auf Pferdepfaden verbracht hat. Wir konnten einfach nicht mehr weiter und haben direkt auf der Radroute (man sieht das rote Schild im Hintergrund) gezeltet. Es gab sonst keine flache Fläche. Auch hier galt wiederum, möglichst viel Energie zu sich zu nehmen. Ich habe 1 1/2 Büchsen Bohnen, eine Dose Makrelen Filet und drei Eier verdrückt. Um hier nochmals die Prioritäten zwischen Mann und Frau zu veranschaulichen. Kaum ist das Zelt gestanden, habe ich auch schon die erste Büchse Bohnen mit meinem Schweizer Sackmesser aufgeschlitzt und zum kochen getan. Ich musste mich echt beherrschen, mir diese reine Energie nicht gleich aus der Dose, in bester "Popeye-isst-Spinat-aus-der-Dose-Variante", in den Rachen zu stürzen. Mein System hat nach Energie verlangt. M. dagegen hat sich ihr Necessaire geschnappt und am Fluss ihre Abendtoilette gemacht. Ihr System hat nach Sauberkeit verlangt. Ich habe mich lediglich mit einem Waschlappen und Wasser aus dem Bidon gewaschen, an Bach runter mochte ich nicht mehr gehen.
Was schwimmt denn hier im Wasser? Als ich ihn zuletzt im Wasser habe ausmachen können, meine Augen waren so verquollen von den Tränen, die ich ihm nachgeweint habe :-), hat sich frech eine Libelle darauf gesetzt, sich gesonnt und sich an der künstlichen Insel erfreut. Den zweiten habe ich dann der Müllabfuhr vom pittoresken Dörfchen Feda gespendet. 🙁
Hier eine Nachricht an M. in die regnerische Schweiz. So sieht die norwegische Variante des Hauses im Alpsteingebiet beim Säntis aus. Ach ja, natürlich bei Sonnenschein.
Es ist schon bemerkenswert was hier an Teslas rumfahren. Nicht nur die, meiner Meinung nach edelste Ausführung eines Elektromobils, kurvt hier rum, sondern auch andere E-Mobile von Peugeot, BMW, Renault usw. sind hier öfters zu sehen als Rentiere oder Elche. Der Grund, so wurde uns von einem in Norwegen lebenden Schweizer mitgeteilt, sind die extrem tiefen Steuern und Strassenabgaben, die man mit einem E-Mobil bezahlt. Desweiteren dürfen die speziellen Taxi und Bussspuren benutzt werden. Wenn das nicht genügend Argumente sind, sich einen Tesla zu leisten?!
Hier machen wir unsere erste Bekanntschaft mit einem der gefürchteten "Schotterwegen" auf dieser Norwegen Route. Leider wussten wir vorher nichts davon, uns lagen lediglich die Streckendaten ohne Höhenprofil vor. Ich hoffe man kann sehen, wie steil die Strasse wirklich ist.
Ich leide permanent unter Energiemangel, so fühlt es sich zumindest an. Und Wasser trinken mag ich irgendwie auch nicht mehr. Ich kriege fast das Gefühl, dass die gut 4-5 Liter, die ich pro Tag trinke, mehr Mineralien aus meinem Körper ausschwemmen, als dass zugeführt werden. Wir versuchen uns deshalb mit dem Kokain, so sieht das weisse Pulver in Zipper Bags verpackt zumindest aus, immer etwas Energie zuzuführen. Wir sprechen auch immer vom Zaubertrank, wenn wir vor einer grossen Steigung stehen oder oben am Berg uns stärken. Was uns noch fehlt, ist ein richtiges isotonisches Getränk, sowas wie Isostar. In dem Norweger Zeugs, das man übrigens fast nirgends findet, ist nur Zuckerhaltiges drin, jedoch keine Spurenelemente usw. Es ist auch wahnsinnig, was ich hier in mich reinstopfe. Überall kommt eine dicke Schicht Mayo drauf, das habe ich wahrscheinlich seit bald 10 Jahren nicht mehr gegessen; nicht die halbstarke Version sondern die mit der Cholesterin Warnung drauf. 🙂 Vor kurzem mussten wir an einem lokalen Fastfood Laden anhalten, und wir haben uns Burger, halbes Hähnchen und Pommes gegönnt. Wir hatten einfach soooo eine Lust auf was Salziges. Vielleicht hat ja jemand Lust, Zeit und das Wissen, um meinen Energiebedarf zu berechnen? Wir fahren im Schnitt 60-70 Km mit 700 Höhenmeter pro Tag, das während 4h30 , mit 60 Kg Gepäck Pässe hoch und runter…ich wiege wahrscheinlich noch 79 Kg und bin 1.84m gross.
Was für eine willkommene Abwechslung. Auf unserem Weg mussten wir diese kleine Hängebrücke überqueren. Eigentlich keine grosse Sache, wenn man aber die schweren Dinger rüber schieben muss, und die Bretter so weit auseinander sind, dass sich das Rad des Anhängers darin verklemmt, dann kann es doch noch etwas schwieriger werden…
604 m ragt die 30 m breite Steinkanzel in den Lysefjord hinaus. Nach 40 Min Schifffahrt, 25 Min Busfahrt und 1h Fussmarsch erreicht man von Stavanger aus die Plattform. Ein echtes Spektakel, jedoch nur was für Schwindelfreie. Wir sind extra um 05:30 raus, damit wir die 07:30 Fähre kriegen. Gut sind wir mit der ersten gefahren, als wir bereits wieder auf dem Rückweg sind, kommen uns Menschenmassen entgegen. M. sieht man auf dem Foto mittig am Rand sitzen.
Heute hat es, seit wir in Norwegen sind (das sind nun doch schon 18 Tage) zum ersten Mal 2-3h so richtig geschüttet. Wir waren auf dem Weg vom Camping Stavanger nach Orrevegen, da ist es passiert. In einer nassen und schmierigen Unterführung ist M. das Vorderrad weggerutscht, und sie ist mit der rechten Seite auf den Beton geknallt. Eine zufällig anwesende Gruppe Chinesen waren schockiert und haben mir "Sir…Sir"gerufen und nach hinten gezeigt, wo M. tapfer wie eine Rennfahrerin auch schon wieder neben ihrem auf der Seite liegenden Schwertransport stand. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Zum guten Glück ist ausser einem Schreck und einer blauen Popo Backe nicht viel passiert.
Wahnsinn was es alles gibt. Man nehme ein UFO ähnliches Ding, hänge es mit drei Spannsets an grossen, kräftigen Bäumen auf, lasse die Strickleiter herunter und besteige sein Raumschiff. Gute Nacht….
Vom Aufstehen bis zum Losfahren dauert es bei uns immer gut und gerne 4h. Das beinhaltet Morgentoilette und Frühstücken. Das ist einfach zu lange. Wir haben unsere "Tagwache" Zeit schon auf 7 Uhr vorverlegt. Unser System, dass wir die Küche und das Essen in den transparenten Boxen in der grossen Tasche auf den Anhängern haben, hat eigentlich nur einen Vorteil: Man kann alles auf einmal rausnehmen. Ansonsten braucht es einfach sehr viel Platz und die ganze Tasche muss immer ausgeräumt werden, damit man ran kommt. Wir verabschieden uns also auch von den Boxen und verstauen alles, was wir zum kochen und essen benötigen in die beiden Seitentaschen. Der Systemwechsel wird sich auszahlen, wir benötigen praktisch 1h weniger. Wenn wir irgendwo ankommen, machen wir die grossen Taschen zwar noch auf, nehmen jedoch nur zwei Packsäcke oben raus.
Wir haben in einem von Rumänen (diese trifft man hier recht oft) betriebenen italienischen Restaurant in Haugesund einen leckeren Kaffee getrunken. Wenn man täglich einen schwarzen Espresso trinkt, lechzt man regelrecht nach einer milchigen Ausführung. Wir schlendern also aus der Stadt heraus, und ich benutze noch kurz die Toilette. Als ich rauskommen, spricht M. mit jemandem. Ich denke darüber nach, ob ich rüber gehen und mich an dem Gespräch beteiligen soll. Wir hatten schon manch interessantes Gespräch geführt. Aber eigentlich wollen wir unbedingt weiter und aus der Stadt raus. Ich entschliesse mich, auf die andere Strassenseite zu gehen. Fehler… Der gute Mann gibt mir die Hand; warum gibt der mir die Hand, einem Fremden, denke ich mir? "Hello, I'm Jan from Denmark". Wir reden so dahin, er hat auch schon Europa mit einer Gruppe bereist, haben Strassenmusik gemacht usw. Dann aus heiterem Himmel die Frage: "Do you believe in Jesus?". Ohhh Gott. Ich denke ich bin im falschen Film und könnte mich ohrfeigen, über die Strasse gegangen zu sein. Wie sollen wir ihn nun wieder loswerden, wir haben es eigentlich eilig. M. managed das wunderbar, und wir sind schon bald wieder auf dem Bike. Unterwegs, es wird langsam dunkel, und wir mögen nicht mehr, springen wir über unseren eigenen Schatten und läuten an einem Haus und fragen nach Wasser. Ohne Wasser sind wir ziemlich aufgeschmissen und weit und breit hat es keine Pfütze, die man mit dem Katadyn anzapfen könnte. Als wir Ausschau halten nach einem Schlafplatz, überholt uns ein Bauer auf seinem Traktor, hält an und fragt, ob wir einen Platz zum schlafen suchen. Er verhilft uns zu einem wunderschönen Ort bei einer Gruppe von Nadelbäumen auf einer gemähten Wiese. (Siehe weitere Beiträge vom 25. Juli)
Einmal mehr mussten wir unsere "Bagage" einer Diät unterziehen. Den Ausschlag hat ein anderer Fahrradreisender gegeben, welchen ich auf der Fähre nach Stavanger beobachtet habe, wie er unsere Bikes gemustert und dabei ziemlich sicher ein "Fluchwort" gemurmelt hat. Er war ziemlich spartanisch unterwegs, hat sich z.B. Ersatzspeichen mit Klebeband an den Rahmen geklebt. Der Entschluss war also gefasst, an unserem Ruhetag nochmals auszumisten. Auf dem Foto sieht man die Ausbeute. Grob kommt das Zeugs auf der rechten Seite mit der Post nach Hause und auf der linken in den Müll.. Hmm Müll passt mir irgendwie nicht so recht. Z.B. die Mückenmützen haben wir kein einziges Mal verwendet, das wäre dann doch etwas zu schade. Wir legen also alles, was sich nicht lohnt,nach Hause zu schicken, im Aufenthaltsraum mit dem Schild "Please help yourself" aus. Bis am Abend ist alles bis auf ein paar Zundhölzer weg. Genial…. Insgesamt haben wir 1.8 Kg nach Hause geschickt, vorallem die Fahrradlichter und 1.2 Kg verschenkt, respektive dem Müll übergeben. Wir haben von Hammerfest aus schon einmal 1.7 Kg nach Hause geschickt. Ist also schon noch beachtlich, was man zuviel mitnehmen kann. 🙂 Bei uns bis jetzt 4.7 Kg.
nene… bei mir sicher nicht. Jemand anderes hätte wohl die G.O.R.P. (Good Old Raisens and Peanuts) Mischung weggeworfen, da sich die Maltesers in der Sonne verflüssigt haben. Ich greife dagegen zu einem Löffel und energetisiere mich auf diese Art.
Heute, ich traue mich es fast nicht zu schreiben, haben wir wieder 27 Grad und Sonnenschein. In der Schweiz, so haben wir vernommen, sei der Sommer nicht so der Hammer. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir hier einen Jahrhundertsommer erleben….? 🙂
Wir sehnen uns also nach einer Abkühlung und finden diesen einladenden See mit einer super Badestelle. Wir geniessen das kühle Nass, da kommt ein Päärchen dazu mit zwei Hunden und zwei Stücken Styropor, wahrscheinlich als Schwimmhilfe. Der eine Hund ist von der Sorte "Ameise auf Steoriden" und würde wahrscheinlich im Wasser untergehen wie ein Stein. Sie stellen den völlig verängstigten Hund auf diese Styropor Schwimminsel und haben sichtlich Spass dabei. Um den grossen Hund von der Sorte "Strassenkötermischung" ins Wasser zu bringen, wirft der Junge immer wieder weisse Dinger ins Wasser und schreit den Namen des Hundes gefühlte 10'000 Mal. Irgendwann springt der Hund ins Wasser und schwimmt zu den weissen Dingern. Dann werden weitere Stücke geworfen, um ihn im Wasser zu behalten. Das Ganze nervt leider doch schon recht. Auf einmal wird mir klar, was er dem Hund zuwirft. Das sind Stücke der beiden Styroporplatten. Eine Platte schwimmt sogar durch den aufbrausenden Wind als Ganzes davon, interessiert aber weder ihn noch seine Begleitung. Wir trocknen uns am Ufer ab und sind von der Art und Weise schockiert, wie leider viele Norweger mit der wunderschönen Natur umgehen. Als Fahrradfahrer sieht man sehr viel Müll, der die Strassen säumt. Auf dem wunderschönen See schwimmen nun unzählige Styroporteile, hoffen wir mal, dass sie einem Tier als Nestbau Material dienen.
Das "Styropormonster" hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Am Strassenrand gibt es immer mal wieder feinste Beeren, Himbeeren, Johannisbeeren und wie auf dem Bild Heidelbeeren. Von wem M., das vom Rad springen und sich in die Beerenbüsche hechten hat, ist wohl jedem klar…:-)
Wir kommen wieder einmal spät am Abend an. Es ist eine Badestelle mit frischem Wasser. Der kleine saubere Bach führt genau richtig temperiertes Wasser für eine erfrischende Ganzkörperwäsche. Die vorhandene Toilette meiden wir lieber und greifen zur Schaufel. Da sind wir mittlerweile Experten 🙂 Wir haben das Zelt aufgebaut, schon kommen zwei Kombis angebraust und parkieren uns rückwärts fast zu. Ich dachte schon, die kommen zum Saufgelage hierher, dem leider überall rumliegenden Müll nach zu urteilen. Es steigen drei junge Norweger aus, sie öffnen die Kofferraumtür und zum Vorschein kommt ein Riesen Subwoofer und Lautsprecher. Ich denke schon an das Schlimmste, da erspähe ich die Angelruten. Diese schnappen sie sich auch und gehen im Meer fischen. Nach wenigen Minuten hat der erste bereits einen Fisch gefangen. Er nimmt ihn raus und in typischer Winkingermanier, schlägt er den Fisch mit der Faust tot. Krass… ich habe das immer zivilisiert mit einem speziellen Holz gemacht. Er nimmt den Fisch, schmeisst den mehrere Meter weit ans Land als sei das eine lokale Sportart und wirft die Angel gleich wieder aus. Kurze Zeit später beisst schon der nächste an. Wahnsinnig wie schnell das geht. Hierher müsste man mal zum Fischen kommen. Nach ca. 30 Minuten hat er 7 Fische gefangen, genauer Makrelen. Sie kommen zu uns, quatschen ein wenig und bieten uns dann netterweise zwei der wunderschönen Fische an. Wir nehmen das Angebot dankend an, wieder einmal (mit Franz Ferdinands Bier hat es ja auch so geklappt) kommt genau das, auf was wir uns am meisten freuen, wie von selber zu uns. Ich nehme die Fische aus, und lege sie auf den Brändli Grill. Leider flutschen sie von dem ins Feuer. Also wieder aus dem Feuer fischen und waschen im Fluss. Vom rumliegenden Einweggrill schnell das Gitter weggenommen und auf unseren Grill geklemmt, schon halten die Fische sicher. M. besorgt uns von der nahen Sägerei zwei schöne Brettchen, auf denen geniessen wir den super leckeren Fisch.
Was gibt es schöneres als, in einem genau richtig temperierten norwegischen See, bei 27 Grad zwischen dutzenden von blühenden Seerosen zu baden? Da macht es auch nichts aus, dass die Badehose noch zuunterst in der Tasche ist. Wer braucht die schon… 🙂 Die vorbeifahrenden Autofahrer haben zwar ihre Hälse verdreht, aber das kümmert uns wenig….
Kennst Du den "Kindlifresser-Brunnen" in Bern? Dort werden der Sage nach Kindli, also kleine Kinder gefressen. Hier in Norwegen ist es noch viel extremer. Hier werden praktisch an jeder Ecke Kinder gefressen, zumindest werden sie angepriesen. Siehe dazu das Bild. Solche Schilder sind hier sehr oft zu sehen. Dazu gibt es zu sagen, "barn" heisst auf norwegisch Kind. Und "leker" braucht man nicht zu übersetzen, das ist ja offensichtlich :-).Ich nehme an, die Wörter unter dem Bild sind die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen in welchen man die Kinder serviert bekommt :-).
Somit weisst du sicher auch, was ein "Barnehage" ist. Wir machen das mal zusammen. Barne wird wohl die Mehrzahl von Barn sein, also Kinder. Und Hage, wenn man es auf schweizerdeutsch übersetzt, bedeutes das Zaun. Und wie nennt man nun eine Einrichtung, welche einen Zaun um Kinder legt, also die Kinder irgendwo drinnen behält? Genau, Kindergarten. (Kein Witz) Ok ok… etwas weit hergeholt, M. hat's nicht kapiert. 🙂
Wir sind heute gleich über zwei Hängebrücken gefahren, u.a. auf die pittoreske Insel Bomlo. Was für ein Spektakel! Wie man sieht steht Margots Flagge und der Windsack waagerecht. Es hat gepustet wie blöde. Man musste also gut dagegen lehnen, damit man fahren konnte. Aber wehe es kommt ein Pfeiler, da stellt der Wind wie auf Knopfdruck ab und man muss schnell das Gewicht verlagern, sonst fällt man auf die andere Seite.
Welche Spur wählen wir nun? Wir stehen in Halhjem am Hafen für die Fähre nach Sandvikvagen an und sobald sie anlegt, sind wir auch schon drauf. Fussgänger und Fahrradfahrer haben Vorrang. Beim Schaffner haben wir vorher sozusagen wortlos und mit Kreditkarte ein Ticket gekauft. Oben am höchsten Punkt auf der Fähre angelangt, wir haben die Velos die Rampe hochgeschoben, schaue ich nochmals aufs Ticket und hääää? Til Vage? Falscher Zielhafen… !! also auf die Stahlrösser und wieder runter vom Schiff wie's "Bisiwetter". Mit in die falsche S-Bahn einsteigen hat M. schon häufig ihre einschlägigen Erfahrungen gemacht. 🙂 Sie dachte sich wohl, warum nicht einfach mal auf die falsche Fähre…
Man schaue sich den Höhenverlauf über Zeit einmal an. Am Schluss war die Strasse so steil, dass es mir das Vorderrad angehoben hat. Da konnte ich nur noch müüüüühsam schieben…
Das weltbekannte und durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Bryggen Viertel in Bergen. Die Holzhäuser sind bunt bemalt und alle etwas schief… waren wohl etwas angeheitert die guten Zimmermänner als sie die Häuser gebaut haben :-).
Finde den Fehler. Alles wurde uns genau so serviert, wir haben am Bild nichts verändert. Wir hatten einen "Latte-Machiato", einen "Scone" und ein "Pain auch Chocolat" bestellt.
Wer braucht schon im Restaurant ein überteuertes Abendessen einzunehmen?! Wir geniessen hier u.a. das letzte Bier von Franz Ferdinand. Man beachte das Rentier auf dem Bild. Natürlich in seiner reinsten Form als Trockenfleisch und in hauchdünne Scheiben geschnitten…lecker!
Wir hausen sozusagen im Keller des Schiffs, auf Deck 3. Eine kleine Anektode dazu. Vom Deck 4 wo die Rezeption sich befindet, wird jeweils eine Brücke ausgefahren und die Personen steigen aus um ihren Landgang zu geniessen. Wir stehen zu vorderst in der Reihe und warten darauf, bis das Tor sich öffnet. Dann kommen ein paar Leute die Treppe vom Deck 3 hoch. Da fragt eine Frau entsetzt, "Wo kommen die denn her?" Ihr Mann sagt ihr in einem fast schon herablassenden Ton, "Das sind die Kabinen mit den "Bullaugen". "Ach Gott, da unten gibts noch Kabinen?", war ihr Kommentar 🙂 Und genau da sind wir. Obwohl es auf dem gleichen Deck ist wie die Autos sowie sonstigen Güter die das Schiff sonst noch transportiert, ist es eigentlich ganz angenehm. Die Bullaugen kann man sogar verschliessen, wir haben also seit Tagen wieder einmal dunkel und können so auch unser Schlafmanko wieder aufholen. Die Betten sind erstaunlich bequem, obwohl etwas schmal, sind sie doch für meine 184cm genügend lang. Die Frage ist nun, sind sie so bequem weil wir sie mit unseren Isomatten vergleichen?
Könnt ihr hier bewundern. Die untergehende Sonne hat durch unser Bullauge einen schönen orangen Kreis in unserer Kajüte gezaubert. Da konnte ich nicht widerstehen mich darin abzulichten. Keine Angst, mit meinen Ohren stimmt noch alles, ist lediglich die Perspektive die mich wie das "Monster" von "Goonies" aussehen lässt. 🙂
Am Check-In Schalter wurde uns mitgeteilt, dass das Wasser vom Hahnen Trinkwasser sei. Da wir die, mit einer guten Marge versehenen, Wasserflaschen nicht an Bord kaufen wollen, passt das uns ganz gut in Kram. Nur nach dem ersten Tag an dem wir uns den Durst mit dem "Hahnenburger" gestillt haben, wurde es M. plötzlich ganz unwohl im Magen. Sie musste sich die darauf folgenden Tage etwas schonen und konnte nicht wirklich etwas essen. Nun geht es aber wieder und sie haut beim Frühstück wieder so richtig rein. Wir waren erst nicht sicher, ob wir es selber zu verantworten haben da wir ein etwas unkonventionelles Abendessen gegessen haben. Dazu gleich mehr. Das bekannte Problem beim Selbstversorgen ist die Kühlung. Vorallem wenn man mit dem Velo unterwegs ist. Das ist in einer Kabine unserer Preiskategorie nicht anders, einen Kühlschrank sucht man vergebens. M. hat also die Schränke fein säuberlich mit unseren zuvor gekauften Esswaren gefüllt. Da wir dachten, ein Müesli zum Abendessen sie jeweils eine gute Idee, haben wir uns ein Pack gekauft. Da man üblicherweise Milch nimmt um die staubtrockene Mischung runterzukriegen, haben wir uns überlegt, dass wir einfach Milchpulver kaufen und das dann mit Wasser anrühren. Das braucht keine Kühlung. Da unser Norwegisch noch immer inexistent ist und über das begrüssende "Hai Hai" nicht hinausgeht, haben wir uns für ein Produkt entschieden, welches wir kennen. HIPP. Genau. Viele von euch kennen HIPP als Babynahrung. Und genau das war es auch. Wir haben Milchpulver für bis 12-monatige Kinder gekauft, im Glauben etwas gutes zu kaufen. Die Rückseite liest sich wie eine "who-is-who" Liste der bekanntesten Vitamine und Spurenelemente. Kann ja nicht wirklich schlecht sein. Das einzige Problem dabei ist, dass wir keine heisses Wasser haben und das heisse Wasser vom Hahnen zu nehmen ist keine Option. Wer schon mal probiert hat das Pulver in kaltes Wasser einzurühren, wird unsere Mühe verstehen. Wenn man das Zeugs ins Wasser im Becher gibt, bildet sich ersteinmal eine Insel. Diese gilt es nun zu versenken und das natürlich ohne das ganze Pulver auf dem Teppich zu verteilen. Den Atem hält man dabei auch besser an. Wenn das Pulver ersteinmal unter Wasser ist, ist noch lange nicht fertig. Natürlich bilden sich hässliche Klumpen. Diese klein zu kriegen dauert auch wieder eine Weile. Mann ist immer geneigt energischer zu schlagen, wie beim Rahmschlagen, um den Knöllchen den gar aus zu machen. Nur mit einem Löffelchen in einem kleinen Thermo Becher ist dass nicht so der Hammer. Irgendwie will die ganze Suppe nicht so wirklich "homegenisieren". Liegt das vielleicht doch an der fehlenden Hitze? Am Ende haben wir jedenfalls ein weisses Wasser mit vielen kleinen "weissen Pöppeli" drin. Nicht wirklich mit Genuss essen wir unser Müesli, die Mischung war auch eher ein Griff ins Klo. So, nun gilt es herauszufinden, an was es Ms Übelkeit festzumachen gilt. Am Milchpulver, welches eigentlich nicht für Kinder über 12 Monate gedacht ist oder aber am Wasser. Bei meinem "Saumagen" habe ich nicht wirklich viel gespürt, klar es ist nicht wie an Land, kann aber auch das permanente schaukeln des Schiffes sein.
..ist ja eigentlich nichts besonderes, wenn man aus der Gegend der nicht untergehenden Mitternachtssonne kommt jedoch schon. So gegen 23:15 ging die Sonne, hier für uns zum ersten Mal ersichtlich, wieder unter.
Die ersten Stunden auf dem Panorama Deck, Deck 8 waren schon ein kleiner Schock. Rundherum sind alles Leute welche das Pensionsalter sicher schon überschritten haben. In Ms Worten "Wir sind statistische Ausreisser, was das Alter angeht" 🙂 Ca. 80% der Gäste sind Deutsche. Ca. 10% dürften Schweizer sein, sie sind zwar eher ruhig (irgendwie zu verstehen bei dieser deutschen Übermacht) und man erkennt sie nicht wirklich an der Sprache, sondern viel mehr am Bändel, der um den Hals hängt und die Bordkarte hält. Wahrscheinlich nahezu 100% der Schweizer haben über das Kontiki Reisebüro gebucht und das ist dann auch auf dem Bändel ersichtlich 🙂 Die Mehrheit des Rests dürften Norweger sein. Spannend ist, dass wir keinen einzigen "knippswütigen" Asiaten an Board haben. Vielleicht ist eine Bootsfahrt für sie nicht so spannend oder einfach nur zu teuer.
Wir hatten die ganze Fahrt über super Wetter und konnten die meiste Zeit auf dem Sonnendeck verbringen. Wenn das Wetter mitspielt, kann man ohne dabei rot zu werden behaupten, dass es eine der schönsten Schifffahrten, sicherlich Europas, ist. Da es unsere Erste ist, können wir nicht wirklich vergleichen, können jedoch die Schönheit der sanften Hügel, der kleinen Inselchen und auch der manchmal ganz steil aus dem Wasser ragenden Berge betonen. Die Gletscher haben hier über die Zeit zum Teil bizarre Felsformationen gebildet. Gut ist, dass man regelmässig Landgang hat und sich die Beine vertreten kann. Nicht dass das an Bord nicht gehen würden, M. dreht ihre Runden auf Deck 4, das ist rundum begehbar und gibt einen anständigen Rundkurs mit super Aussicht ab.
Den heutigen, zweiten Tag auf dem selben Camping haben wir genutzt, um Wäsche zu waschen und unsere Bikes zu putzen und zu schmieren; und nach dem Intermezzo mit meinem Hinterrad nochmals alle Schrauben nachzuziehen 🙂 Wir kamen gestern schon mit dem pensionierten H.P. aus Genf (gebürtiger Zürcher somit klappt's auch mit der Verständigung) ins Gespräch. Er hat sich neben uns mit seinem Golf Cabrio Jg 85 niedergelassen. Beim gemeinsamen Kaffee heute Morgen kam man etwas mehr ins Gespräch und nach dem Austausch von Werkzeug, um eine durchgebrannte Sicherung am Golf zu reparieren, folgte dann die gemeinsame Fahrt zum Einkaufen beim Coop (wir bereiten uns für die Hurtigruten vor, wo wir uns selbst versorgen wollen). Anschliessend kutschierte uns H.P. zu abgelegenen Regionen dieser Insel, welche wir per Velo nur mühsam hätten erreichen können. Unter anderem sind wir zu einer der vielen Anlagen gefahren, wo sie den weltbekannten norwegischen Stockfisch lufttrocknen. Beim betreten haben wir diesen riesigen Kopf gesehen und haben uns gefragt, ob das nun von einem Rentier oder doch Fisch ist. Norweger haben uns erklärt, dass es sich dabei um ein Kopf von einem Dorsch handelt.
Herzlichen Dank hier nochmals an H.P.!
Wer kennt den Namen des Schiffs aus einem fantastischen Film aus dem Jahre 1999, auf welchem dem Protagonisten ein ähnlich appetitlich aussehender Brei aus einem von der Decke hängenden Dispenser serviert wurde? Antworten bitte an die info ät FromNorthCapeToAthens punkt com E-Mail Adresse oder via Twitter. Richtige Antworten bekommen eine Postkarte.
Die Nacht war nicht gerade angenehm. Wir sind auf jeden Fall froh, im Besitz eines hochwertigen Hilleberg Zeltes zu sein. Es hat hier gestürmt, dass wir dachten das ganze Zelt fliegt uns davon. Unsere Velos haben sich schon bald selbständig zum Schlafen in die Wiese gelegt. Dummerweise ist genau vor unserem Zelt ein staubiger Kiesplatz. Und dieser Staub hat nunmal die Eigenschaft, sich beim kleinsten Lüftchen als Staub sprichwörtlich aus dem Staub zu machen. Natürlich findet dieser fast schon nanopartikelgrosse Staub Einlass in die kleinsten Ritzen im Zelt. In unserem Vorzelt hätten die Kinder hier vom Zeltplatz am Morgen danach Klasse Sandburgen bauen können und auf dem Zelt hat sich eine Patina gebildet wie bei einem guten Wein nach 30 Jahren im Naturkeller. Diesen gilt es morgen vor dem Verpacken, fein säuberlich wieder zu entfernen.
Falls jemand mit uns mitfühlen möchte, kann er folgendes Selbstexperiment durchführen. Man lege sich auf eine Isomatte, stecke den Kopf in einen gelben Plastiksack und binde diesen zu. Dann bittet man eine zweite Person, die beiden Enden des Sackes fest in die Hände zu nehmen und ab und zu hin und her zu reissen und zu schütteln. Dann wird eine Ecke abgeschnitten, durch diese Ecke sprechend werden Wind und Wassergeräusche des nahen Flusses nachgemacht. Das kann ruhig ziemlich laut sein. Jetzt wird ein Fön in dieses Loch eingeführt, ohne zu heizen, einfach nur Luft einblasen. Jetzt wird mit dem Fön fein dosiert immer etwas feiner Sand in den Sack geblasen. Anschliessend wird ein 500 Watt Baustrahler auf den Sack gerichtet. Das imitiert ziemlich passend die Sonne (so fühlt es sich zumindest an, wenn man unter der Augenbinde hervorblinzelt), welche Dank der Mitternachtssonne permanent ins Zelt scheint. Die durch den Baustrahler zusätzlich entstehende Hitze entspricht dem Feeling, welches sich im Zelt ausbreitet, wenn es in der prallen Sonne steht. Schon ziemlich bald ist man schweissgebadet. Viel Spass beim Ausprobieren, wie immer auf eigene Gefahr :-).
Den Weg nach Hammerfest mussten wir uns regelrecht verdienen. Hier gibt es passend zur Stadt hammermässig steile Anstiege aber auch hammermässige Aussichten. Die gehen nur noch im aller kleinsten Gang und mit viel Willen. Ich kann meine "Karosse" nur wirklich bewegen, wenn ich sie fahre. Mit stossen mache ich den "Pfau" 🙂 Ich habe uns eine Abmagerungskur auferlegt, also meine Pfunde schmelzen automatisch dahin wie die Butter in der Sonne. Wir werden versuchen, nicht gebrauchte Sachen entweder heimzuschicken, sollten sie von Wert sein, oder aber im Müll zu entsorgen. Auf dem Weg hierhin habe ich fast mein hinteres Rad verloren. Durch die immensen Kräfte, welche durch den schweren Wagen an der Achse ziehen, hat sich wohl der Schnellspanner gelöst. Zum Glück ist es mir beim rangieren des Bikes aufgefallen, somit ist nichts schlimmeres passiert. Man bedenke, wenn ich über eine Bodenwelle gesprungen wäre (springen im Sinne der Grazie eines Elefanten der in der Manege über eine Stange am Boden "läuft") und sich das Rad verabschiedet hätte…
Man wird es nicht glauben, in diesem 7000 Seelen "Dorf" Hammerfest gibt es nur gerade 4 Restaurants. Davon ein Chinese, ein Italiener und sonst noch zwei undefinierbare Absteigen. Es verwundert also nicht, dass wir hier trotz intensivem suchen, kein Rentier haben verspeisen können. Wir hätten natürlich zurückfahren können und das Rentier aus dem Strassengraben holen, welches nur ein paar Minuten bevor wir vorbeigefahren sind, überfahren wurde. Da wir aber keine Lust hatten an meinem Geburtstag selber zu grillieren, haben wir diese Möglichkeit verworfen. Es ging also zum Italienier, da weiss man zumindest was man kriegt. Dachten wir zumindest. Der Italiener ist sehr amerikanisch angehaucht und gleicht eher einem "American Diner" als einem Italiener. Die Pizzen waren auch dementsprechend zubereitet, dass einem "Italiano vero" ein kalter Schauer den Rücken runterläuft. Bei M. z.B. war ein ganzer Cesar Salat mit viel zu viel Sauce auf der Pizza. Ja richtig gelesen. AUF der Pizza. Was zum Geier sucht ein Ceasar Salat auf der Pizza? Der gehört bitte in mundgerechte Stücke zerteilt in eine separate Schüssel. Die darunter zum Vorschein tretende Pizza war aber erstaunlich gut. Ich habe mich für die "Heavier Than Heaven" entschieden. Eine gute Mischung aus vielen Fleischsorten, jedoch ohne Rentier. 🙁
Rentiere haben wir hier schon viele gesehen. Elche bekamen wir noch keine zu Gesicht, mal schauen ob es im Süden noch einige dieser riesigen Tiere gibt. Also dieses Mal nicht als Gulasch oder Geschnetzeltes sondern noch mit funktionierendem Puls :-). Hier haben wir übrigens zum ersten Mal mit Franz Ferdinand Bekanntschaft gemacht.
Es scheint mir, als haben alle norwegischen Strassenbauer als Kinder gerne das Spiel "Malen mit Zahlen" gespielt und erinnerten sich beim Planen der Strassen wieder daran. So sicher wie das Amen in der Kirche wurden die Punkte (Höhenangaben) von der Kleinsten zu der Höchsten miteinander verbunden. Aus irgendeinem Grund verlaufen die Strassen hier immer über den höchsten Punkt über den Berg. Die müsste man mal in die Schweiz zur Nachhilfe schicken. Da lernt man übrigens auch, wie man einen richtigen Tunnel baut 🙂 Diese hier sind ja schon krass. Das Licht ist spärlich, die Lüftung inexistent und der Lärm ohrenbetäubend. Der Strassenbelag ist wahrscheinlich wegen des Schnees und Eis sehr grob gewählt und somit entsteht ein riesen Lärm, welcher natürlich auf dem Fahrrad noch viel extremer erscheint. Die letzen drei Tage haben wir jeweils Rentiere gesehen, aber heute zum ersten Mal einfach blöd aus der Wäsche glotzend mitten auf der Strasse stehend und sich keinen Millimeter bewegend. Selbst wenn ein grosser Brummi hupt, bewegt sich das Tier nur, wenn es selber will. Aus diesem Grund haben auch alle norwegischen Lastwagen ein Gitter und Rohre vor der Kühlerhaube. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Rentier zu Gulasch verarbeitet wird. Apropos Rentier Gulasch. Da Morgen mein Geburtstag ist, werden auch wir versuchen in Hammerfest ein Rentier Gulasch zu kriegen…. hmmm… und dazu ein feines überteuertes Bier.
Heute musste ich einige Male an Franz Ferdinands Aussage "Alles was es braucht ist ein bisschen Sonne" denken. Mit der Sonne zeigt sich das Wasser in den verschiedensten Blautönen und glitzert in den Sonnenstrahlen einfach herrlichst.
Heute ging alles etwas länger, mussten wir doch immer ein paar Hundert Meter vom Schlafplatz bis zum See laufen, um uns zu waschen und das Geschirr zu reinigen. Beim Morgenessen fährt ein Velofahrer vorbei, winkt und steigt dann ab und kommt zu uns in den Strassengraben 🙂 Es stellt sich heraus, dass er im Mai pensioniert wurde und im Juni in Zürich losgefahren ist mit dem Nordkapp als Ziel. Er ist in etwa 6 Wochen hier hoch geradelt. Seine Tagesschnitte sind 100 km, maximal hat er auch schon 170 km in 9h auf dem Sattel hinter sich gebracht. Krass. Die Frage, ob er nicht Probleme mit dem Sitzen hat, bejahte er mit seinem ansteckenden Lachen. Er übernachtet aber meistens irgendwo in einem Hotel, B&B oder ähnlichem und ist somit immer viel schneller wieder auf der Piste. Er brauche ab und zu zwei Nachtessen (Gang Nr. 1 – Rentiergeschnetzeltes mit Salzkartoffeln, Gang Nr. 2 – Lammkeule) , damit er seine Schnitte fahren kann. Dass man beim Radeln sehr viel Energie verbrennt können, wir aus eigener Erfahrung bestätigen. Sein Geheimrezept ist alle 10 km einen riesen Schluck Cola, welches er immer in einer separaten Flasche mitführt. Das verleiht im sozusagen den Turbo.
Wir haben die ultimativ schöne Lokation für unser Nachtlager gefunden. Auf einer kleinen Anhöhe haben wir unser Zelt aufgebaut, ca. 20 Meter vom Meer entfernt mit Sicht auf ein schönes Haus am Hang, welches im Mitternachtssonnenschein wunderbar aussieht. Das Foto wurde übrigens so gegen 22:00 Uhr gemacht. Hier müsste man mal seinen Fotourlaub verbringen. Das Licht ist immer perfekt. Mit gemeinsamen Schieben werden wir die Stahlrösser auch wieder auf die Hauptstrasse bewegen können, da bin ich mir sicher. Wir sind einen ziemlich steilen Abhang runter gefahren, um an diese super Lokation zu gelangen.
Leider hat uns gestern unsere Couchsurfing Host Mimmi abgesagt, wir können also nicht, wie geplant, bei ihr auf der Insel Seiland bei Hammerfest übernachten. Wir werden eine Alternative finden müssen. Da wir aber bereits ca. 15 km vor Hammerfest sind und erst am 17.07 auf die Hurtigruten gehen, haben wir noch seeeehr viel Zeit, um uns eine Bleibe zu suchen.
Unsere Fahrräder sind doch noch mit dem 22:00 Uhr Flug gekommen. Wie die Boxen aussehen, kann man auf dem Bild erkennen. Die komplette vordere Seite meiner Box ist eingedrückt, der Boden halb weggerissen. Gut hat MFM eine sehr gute Verstärkung eingebaut ansonsten wären die losen Teile in der Box auf dem Rollfeld verteilt worden.
Leider hat uns diese Verspätung einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir müssen alles um einen Tag verschieben. Gut haben wir hier auf dem Zeltplatz um einen Tag verlängert, das entspannt die ganze Sache doch merklich. Die Velos wurden uns (nach langem insistieren) bis auf den Zeltplatz geliefert. Hier habe ich mich dann den Velos angenommen, während M. schlafen ging. So sind die Arbeiten immer gerecht verteilt… 🙂
Man wird es nicht glauben, wenn man es nicht am eigenen Leib erfahren würde. Hier in Oslo gibt es wirklich Super Moskitos. Ein negativer Effekt der Mitternachtssonne ist wohl, dass die Mosis im Laufe der Evolution gemerkt haben, dass wenn sie nur Abends stechen, sie hier wort wörtlich keinen Stich haben und sich deshalb darauf eingestellt haben, rund um die Uhr aktiv zu sein. Dann müssen sie wohl einen Titan verstärkten Stechrüssel haben, wie sonst kann man sich erklären, dass sie durch 3 Lagen Kleider stechen können. Dazu kommt, dass sie sich in bester Enterprise Manier beamen. Eben noch flogen sie gut 10 cm von der Hand weg, in der nächsten Sekunde sind sie schon genüsslich am saugen. Krass. Das GPS basierte und von den Drohnen wohl bekannte "hold position" Feature hat wohl auch hier schon seinen Einzug gefunden. Egal wie stark es windet, sie bleiben immer an Ort und Stelle. Und was sicher auch nicht hilft, ist, dass hier in der Regel "kein Schwein" ist; die Mosis also permanent unterernährt sind und sich somit auf alles stürzen, was einen Puls hat :-).
Wir haben unterwegs bei einem Achtung Elch Schild angehalten, um es zu fotografieren. Da fuhr ein Auto mit deutscher FFB Nummer an uns vorbei, hält an und setzt zurück. Aus steigt ein pensionierter Norwegen Liebhaber, der für seine Lieben zu Hause die verrückten Schweizer fotografieren möchte. 🙂 Nennen wir ihn mal Franz Ferdinand Bayreuther. Wir unterhalten uns einige Zeit mit ihm und er macht uns Norwegen so richtig schmackhaft. Alles was es braucht ist etwas Sonne. Als Dank, dass er uns fotografieren darf, erhalten wir von Franz Ferdinand viele gute Tipps und jetzt kommts… zwei Flaschen deutsches Bier. Wie haben wir uns nach diesem Bier gesehnt. Er hat uns auch den Tipp gegeben, zum Rastplatz Lillefjord zu gehen und den Wasserfall zu besuchen. So wie er es beschrieben hat, ist es gerade ums Eck. Es waren dann sicher nochmals 15 km. Ist halt alles etwas anders mit dem Auto :-).
Wir haben es geschafft und sitzen nun gemütlich in den bequemen Sesseln, schlürfen einen Kaffee und geniessen die Aussicht auf die Berge und das Wasser. Um ca. 08:00 Uhr werden wir in Havoysund ankommen und dann von dort unsere ersten 200 km unter die Räder nehmen. Wir hatten extremes Glück und konnten Delfine beobachten, welche unser Schiff während ein paar Minuten begleitet haben.
Schon beim betreten des Zweibettzimmers auf dem Campingplatz hat M. ihre geschulte Nase gerümpft. Es stank irgendwie nach Schweiss. Wir haben es erst probiert und alle unsere Sachen einmal sortiert, doch dann ging es nicht mehr. Wir haben das Zimmer getauscht. Als wir um 18:45 den Flieger wieder haben starten sehen, riefen wir beim Flughafen an. Leider immer noch kein Glück. Es könnte sein, dass die Bikes mit dem 22:00 Flug mitgeschickt werden. Wieder dieser Konditional.
Eine viel zu kurze Nacht, für mich ohne eine Minute Schlaf. 🙁 Gut werden wir zwei Nächte auf dem Camping sein, da kann ich hoffentlich ein paar Stunden schlafen.
Was uns erst gar nicht aufgefallen ist, um 00:00 ist es bereits in Oslo nicht mehr ganz dunkel. Es fühlt sich an wie 21:30 – 22:00 bei uns. Und dunkler wird es nicht.
Beim Check-out um 05:00 wurden wir von der Dame an der Rezeption gefragt, ob wir ein Lunchpaket und Kaffee zum mitnehmen möchten. Sehr gerne nahmen wir das Angebot an, gab es doch seit dem trockenen "Müesli-Brötli" vom letzten Abend nichts zu essen.
Kaum sind wir durch die Türen des Flughafens getreten, waren wir in einer ganz anderen Welt im Vergleich zum letzten Abend. Die Norweger scheinen ein Volk von Früh-Fliegern zu sein. Der Flughafen war zum bersten voll mit Leuten. Die Gepäckaufbewahrungsschalterangestellte (cooles Wort) hat uns für 350 NOK (bei 6 Gepäckstücken gab es 100 NOK Rabatt) das Gepäck wieder rausgerückt. Wir standen kurz darauf wieder vor unserem geliebtem Lift, wir kannten den Drill ja schon von gestern. Wir haben uns erkundigt, an welchem Schalter wir die grossen Taschen und Bikes einchecken müssen. Uns wurde gesagt, dass wir die grossen Taschen am Schalter x und die kleinen Taschen am Schalter y einchecken müssen. Wir können aber auch versuchen, gleich alles am Schalter x einzuchecken. Klar versuchten wir das, die Schlangen waren einfach zu lang am Schalter y. Wir haben dann ohne Fragen einfach alle Taschen aufs Förderband befördert, zum Glück sehen alle gross aus :-). Die Frage ob wir dafür bezahlt haben, haben wir wie schön einstudiert, unisono mit "YES" beantwortet :-). Wir haben ja schliesslich bei Swiss CHF 75 pro Extra Gepäckstück dafür bezahlt. Nach Adam-Riese würde das bei 4 Stück CHF 300 ergeben. Ich war schockiert, im Internet war bei SAS von Euro 25-40 die Rede. Zum Glück mussten wir das an einem anderen Schalter bezahlen. Als sie mir CHF 150 für die Taschen verrechnet haben, biss ich mir auf die Zunge und habe nicht darauf hingewiesen, dass es eigentlich CHF 300 sein sollten. Auch ich bin lernfähig.. 🙂
Beim Security Check, wir ziehen schon automatisch die Veloschuhe mit den Metalleinsätzen aus, kam dann obwohl alles grün geleuchtet hat trotzdem ein "Bling… " Ein junge Security Dame ist vor mich hingestanden und hat mich mit ihren hübschen Augen angeschaut und irgendetwas sehr schön klingendes auf norwegisch gesagt. Erst als ich sie bat englisch zu sprechen verging mir das Lachen. "You have been selected for a random search" Na super. Ich wurde ihr dann gefragt ob es i.O. ist, wenn Sie mich absucht. Ich mach da also einen auf Tanzbär, auf Kommando Hände hoch, umdrehen, Füsse hoch und natürlich immer schön den Bauch dabei einziehen :-). Nach dieser kurzen Prozedur sind wir dann ohne Probleme bis zum Gate gelaufen. Die Preise sind hier astronomisch hoch, es wird sich weisen ob es nur am Flughafen so ist oder in ganz Norwegen. Wir sind nach einmal umsteigen und zum Glück ohne Gepäck aus und wieder einzuchecken in Honningsvag bei schönstem Wetter, das heisst hier 23 Grad und Sonnenschein gelandet. Leider hat sich unsere Miene schon sehr bald getrübt, als sich herausstellte, dass zwar alles Gepäckstücke geliefert wurden jedoch nicht die Bikes :-(. Nach langem hin und her feilschen mit den Wideroe Leuten konnen wir vereinbaren, dass sie uns die Bikes kostenlos zum Nordkapp Camping bringen werden. Um 18:30 kommt der nächste Flieger, es könnte sein, dass die Velos auf diesem Flug Platz finden. Es könnte sein? Na super.
Der gerufene Taxifahrer hat schön Augen gemacht, als er unsere siebentausend Sachen gesehen hat. Auch er meinte, dass wir mit dem Wetter extremes Glück hatten. Vor gut zwei Wochen hat es noch geschneit. Die Chancen die Mitternachtssonne zu erleben stehen sehr gut meinte er. Uns hat es irgendwie abgelöscht, als wir beim Anflug das Nordkapp gesehen haben. Ein Stück flache Erde mit einem riiiiieeeeeeessseeeen Parkplatz drauf. Eine reine Touristenfalle. Wir haben Angebote für NOK 490 (gut 70 CHF) pro Person gesehen inkl. Carfahrt dorthin.
…do you not understand?
Es steht eigentlich klar auf den Kartons drauf, dass die Bikes stehend gelagert werden sollen. Wir hoffen mal, das die Bikes zu mindest im Flieger schön in Reih und Glied gestanden sind. Die Boxen sind jedoch nur etwas feucht und machen immer noch einen soliden Eindruck.
Aber Moment mal… warum sind die Bikes und unser Gepäck überhaupt auf dem Band erschienen? Uns wurde in Zürich am SAS Schalter versichert, dass das Gepäck und die Bikes bis nach Honningsvag durchgecheckt wird. Pustekuchen… zum Glück habe ich nach dem ich einige Schilder gelesen habe, dass man bei Inlandflügen das Gepäck durchs Zoll führen und dann wieder einchecken muss, darauf insistiert, dass wir das Gepäckförderband überprüfen. Und siehe da, unsere nicht zu übersehenden Giganten-Taschen haben schon schön ihre Runden gedreht. Verda…. nichts mit dem Traum, Alles erst in Honningsvag in Empfang zu nehmen.
Wir packen also alles auf zwei Gepäckkarren und in den Lift damit, denn das Check-In ist einen Stock höher. Natürlich sind sie Lifte nicht für Fahrräder gemacht. Somit heisst es alles Runter von Wagen, alles mühsam in den Lift buxieren und die immer länger werdende Schlange im Rücken einfach ignorieren, ebenfalls den Schweiss der einem langsam in die Augen tropft, und ab in den Lift. Oben angekommen, alles aus dem Lift und wieder auf den Wagen… nur, wo sind denn die ganzen freundlichen Airline Mitarbeiter? Die Check-In Halle wird nur noch von ein paar Putzkräften mit Besen bevölkert, alles andere ist wie ausgestorben. Offensichtlich ist hier nach 22:00 Uhr nichts mehr mit einchecken. Ich fluche schon wie ein Rohrspatz, da geht Margot auf eine Security Mitarbeiterin zu und erkundigt sich. Als auch sie mit getrübter Miene zurückkommt, weiss ich, es ist so. Wir müssen die ganze Bagage mit dem Taxi… wohl einer einem Kleinlaster… ins Hotel bringen. Auch und ja… da war doch noch der viel zu kleine Lift… Um es kurz zu machen… wir konnten für viel Geld das Gepäck am Flughafen lassen, müssen am nächsten Tag um 04:45 auf den Bus zum Flughafen … gääääähhhhnnn es ist 00:37…. und alles wieder einchecken. Das der Bus zum Hotel nochmals 140 NOK gekostet hat ist ja klar. 🙂 Dafür ist das Hotelzimmer 1A und sauber.
Die Räder sind auf dem Flieger…. bad news es regnet in Strömen und die Kartonschachteln stehen im Regen. Ich hoffe mal, dass das Klebeband die Kisten genügend zusammenhält… 🙂
Es ging eigentlich alles viel zu einfach. Wir sassen ohne Stress, rennen und auf vor dem Boarding Gate auf die Knie fallend um Einlass flehend (Insider Story von London) auf unseren Sitzen.
Der Flug war kurzweilig und angenehm. Ausser einem Becher mit Wasser gab es jedoch nichts angeboten. Na ja… "Frau Werwolf sagt des ghört so…. des isch jo au en Billigflug"… 🙂
Bei sagenhaften 26 Grad und schönem Wetter sind wir hier in Oslo gelandet.
Für lediglich 27.– beim Coiffeur Shahoo kann man nicht viel sagen. Ich wollte eigentlich die Haarpracht am Boden noch fotografieren, leider war der ehrgeizige Mann mit dem Staubsauger schneller. Bis er verstand, was ich genau wollte, sind die geschätzten 2 Kg Haare auch schon im Rohr des Staubsaugers verschwunden. Erst jetzt merke ich, wie warm die Haare eigentlich gegeben haben. Ich muss jetzt wohl eher einmal eine Kappe oder ein Bandana anziehen. 🙂 Auf jeden Fall kann ich nun die Haare mit einem Waschlappen waschen… war für eine Erleichterung.
Bei diesem Wetter fällt es einem nicht schwer die Schweiz zu verlassen. 🙂 Heute Abend wird nochmal so richtig geschlemmt in Zürich, die nächsten Monate gibts dann eher was Einfaches und Nahrhaftes. 🙂
Meiner Box wurde nun doch eine Abspeck Kur verordnet. Sie hatte die Masse 150 x 83 x 30 und wurde mit der Hilfe von M. auf die Masse 140 x 70 x 30 reduziert. Dazu musste ich jedoch die Vordergabel abmontieren. Wir hoffen mal, dass alles an einem Stück ankommt und beim zusammensetzen auch noch passt und hoffentlich nicht total verbogen ist.
…scheint es mir bei genauerer Betrachtung nicht mehr zu sein. Was man auf diesem Bild nur ansatzweise sieht (gelbe Tasche im Hintergrund), sind die beiden Ortlieb Taschen, welche auf unsere Anhänger gehören. Ach ja, zwei Lenkertaschen und zwei Seitentaschen für mein Rad fehlen auch noch… wenn das mit dem Flugzeugtransport nur gut geht. 🙁
Den heutigen Mittwoch habe ich bei fateba.ch im Keller verbracht und unsere Bikes in Kartonschachteln verpackt. Ging leider ca. 6h anstatt 3h. Dafür habe ich an meinem Bike noch kleine Sachen ausgebessert, z.B. ein Schutzblech montiert. Ich hatte noch etwas bedenken wegen der Kartongrösse, wir haben offiziell zwei Kartons mit 140 x 30 x 70 angemeldet. M. Bike passte da gerade noch rein, ich wollte mir die mühsame "Zerlege Arbeit" ersparen und habe eine 150 x 30 x 83 Schachtel ausgesucht. Ich musste mich also noch einmal mit der heissgeliebten Scandinavian Airlines Hotline in Verbindung setzen. Dieses Mal wurde ich schon nach sensationellen 5 Minuten bedient. Sie haben dann eine Anfrage gestartet, ob eine grössere Kiste transportiert werden kann. Zum Glück haben sie mir zu diesem Zeitpunkt nicht mitgeteilt, dass sie dafür die bestätigte Kiste aus meiner Reservation löschen mussten. Ich hätte sonst wohl einen Nervenzusammenbruch erlitten.
Die ersten Versuche sehen vielversprechend aus. Ich habe eine Anleitung gelesen, wie das andere gemacht haben. Doch so wie sie das vorschlagen haben, macht es für mich nicht wirklich Sinn. Ich versuche mal meine eigene Technik. 😉
Diesen Pfingstmontag habe ich mehrheitlich im Keller verbracht. Bei über 30 Grad nicht die dümmste Entscheidung. Ich konnte viele kleine Pendenzen erledigen wie z.B. Überall wo möglich ERGO Schraubensicherung auftragen, Sattelstütze fetten, Mudbuster für den Thudbuster installieren, meinen Vorbau richtig montieren (es waren zu wenig Spacers drin, darum hat es nicht richtig geklemmt) Ständer angezogen und mit Schraubensicherung versehen, M. Lenkertasche gefixt und Schraubensicherung angebracht. An M. Laufräder habe ich endlich die Kugellager richtig gefettet, das war auch bitter nötig. Ebenfalls wurde M. BOB Rad auch schön gefettet.
Da ich die Velos selber aufgebaut habe, wollte ich Sicherheit in Bezug auf die Ergonomie. Dazu habe ich uns je einen 1.5 h Termin beim Veloplus in Wetzikon reserviert. Wir haben die Basic Analyse für je CHF 165 gebucht. Für die M. hat es sich gar nicht gelohnt, nach ca. 30 Min war er schon fertig. Einzige Massnahme, den Sattel etwas erhöhen. Kann man auch positiv werten, ich habe alles richtig gemacht. Bei mir war auch nicht viel zu holen, ebenfalls die Sattelhöhe, welche einiges nach oben korrigiert werden musste. Von unserem "Multi-Griff-Lenker" war er nur mässig begeistert, wir haben aber klar gemacht, dass wir diesen behalten möchten. Bei meinem Steuerlager gibt es ein ernsthaftes Problem, Martin von Fateba hat mich auch schon darauf aufmerksam gemacht. Ich muss das ganze Steuerlager mal auseinander bauen und genau betrachten. Wir konnten Dank mir dann doch die gesamten 3 h ausnutzen.
Fazit: Teure Sache mit wenig Gewinn (für uns persönlich)
Für die 26 Km Heimweg per Rad, wir sind mit dem Zug angereist, mussten wir uns für 1h 15 Min in Regenkleider werfen.
Lange Zeit ging es sehr gut und M. hat sich mit den Klick Pedalen angefreundet und würde auch nie mehr ohne fahren. Sie klickt auch immer schön aus, wenn es die Situation bedingt. Am Anfang habe ich immer schön darauf hingewiesen, dass sie die Schuhe ausklicken muss. Wir sind also heute mit ihren Eltern auf einem kleinen Ausfährtchen, sie haben uns auf einem Teil unserer Route begleitet. Wir haben angehalten um auf Elfi zu warten. Da ist es passiert. Sie hat zwar die rechte Pedale ausgeklickt, ist dann aber seitlich links umgekippt und somit im Stand auf den Betonboden geknallt. Es hat ihr zum Glück nicht viel gemacht. Wir sind dann weiter, ich und M. vorneweg sie und E. hinten dran. An einer Kreuzung warteten wir gut 5 Minuten, bis wir uns entschliessen zurück zu fahren und zu schauen ob es ein Problem gibt. Zum zweiten Mal an einem Tag ist sie mit samt dem Anhänger gestürzt. Dieses Mal zum Glück weich aufs Gras, jedoch einen Abhang herunter. Sie konnte sich nicht mehr selber "befreien", ein paar Spaziergänger mussten ihr helfen und das Bike samt Anhänger wieder auf die Strasse hieven. 🙂 Sie hat das Ganze zum Glück mit Humor genommen und konnte beim Erzählen der Geschichte herzlich lachen.
Da ich immer noch M. davon fahre, auch bergauf, kriege ich nun als Dank alle Taschen auf meinen Gepäckträger gepackt. 🙂 Jetzt sind wir langsam gleich schnell. M. zieht nun lediglich ihr eigenes Zeugs inkl. ihren Anteil der Küche.
M. Ortlieb Lenkertasche machte schon länger Faxen. Sie klickte nicht mehr schön ein und man musste richtig Kraft aufwenden um sie reinzuklicken. Als ich am Morgen nach dem Zelt putzen rauskrieche, sehe ich M. vor dem Bike stehen und mich fragend ansehen. Sie hat so viel Druck auf die Tasche ausgeübt, dass sie nun völlig schief in der Gegend hängt. Mann muss dazu sagen, dass sie schon länger eine ultra kurze Schraube verloren hat, die das Drahtseil fixiert. Diese werde ich zuhause ersetzen müssen und mit etwas Locktite reinschrauben.
Heute sind wir um 7 Uhr raus damit wir um 10 mit C. und J. frühstücken können. Sie sind mit der Fähre und ihren Bikes rübergekommen. Cool sie vor unserer Reise noch einmal treffen zu können. Nach ca. 2h hiess es bereits wieder Abschied nehmen. Wir mussten beide weiter. Das Wetter ist super und es macht uns grossen Spass. In Steckborn haben wir in einem Park 1h Pause gemacht und etwas gegessen.
Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Eschenz
Nach: Camping Sandseele auf der Insel Rheinau
Kilometer: 49.9
Fahrzeit: 3h 15
Pannen: 0
Essen: Fleisch und Salat in Ramsen zu Mittag, Linseneintopf und Mais Tonsalat auf dem Camping
Ausgaben: 23 Euro Camping und
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: 9 Grad in der Nacht
Wetter: Bedeckt und z.T. Regen, bei der Ankunft Sonnenschein. 🙂
Was für eine wunderschöne Insel und "Mein Popo ist am Zelt…" 🙂
Wir sind in Eschenz gestartet und mussten zum ersten Mal die Regenkleider montieren. Richtig fest hat es jedoch nie geregnet. In Ramsen haben wir dann diese bereits wieder ausgezogen und unser Fleisch gebraten (ich hatte rekordverdächtige 350 g Lammfilet auf dem Teller) und dazu Salat gegessen. Nach einem kleine Schwatz und Konsultationen von Karten, welche weiter östlich gehen als unsere, die bei Singen aufhört, haben wir uns für die Insel Reichenau entschieden. Eins super Entscheidung. Das Radeln auf der Insel war ein Traum. Wir haben uns beim Insel Camping auch nicht von einem Schild, "Keinen Platz mehr, bitte hier wenden!" abbringen lassen. M. meinte sichtlich erschöpft, sie fahre keinen Meter mehr. Der sehr hilfsbereite und äusserst freundliche Mann am Empfang meinte, Fahrräder und Familien mit kleinen Kindern werden nicht weggeschickt. 🙂 Zum Glück war der ZP sehr gut belegt, so wurden wir auf eine "Ausweich-Wiese" verwiesen, welche für Notfälle da ist. Wir hatten die ganze Wiese nur mit ein paar Ballspielenden Kindern zu teilen. Passend wurde genau unser Fleckchen von der Sonne beleuchtet. Es war noch ein Country Konzert auf dem Zeltplatz, wir haben uns jedoch lieber ein Abendessen zubereitet. Wohlgenährt verkriechen wir uns in die warmen Schlafsäcke. Ist bei nur 9 Grad auch bitter nötig. Morgen treffen wir J. und C. zum Frühstück bei der Schifflände.
Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Winterthur
Nach: Camping Eschenz
Kilometer: 33.1
Fahrzeit: 2h 12 min
Zeit im Stand: 1h 51 min
Pannen: Befestigung der Ortlieb Tasche hat sich gelöst
Essen: Penne mit Sauce und frischen Salat dazu
Ausgaben: etwas mehr als 20 CHF für die Übernachtung
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: 16 Grad in der Nacht
Wetter: Bedeckt
Jetzt fehlt nur noch das Werkzeug
Die Velos sind nun beide fast zu 100% in dem Zustand, in welchem wir die Reise starten wollen. Bei mir fehlt einfach noch das Werkzeug. Ich werde wahrscheinlich den Raum zwischen den über die Packtaschen quergelegtem Zelt und dem Gepäckträger mit einem wasserdichten Werkzeugsack füllen. Mit den schweren Rädern sind wir heute zum ersten Mal eine weitere Strecke, v.a. auch mit richtig Steigung gefahren. Das Fazit ist, dass M. nicht mehr Gewicht laden darf und ich einfach im kleinen Gang vor mich hintreten muss. Dann geht es. Wir haben das Gewicht gewogen.
Velo P.: 23 Kg (mit Licht und Wasserflaschen gefüllt)
Velo M.: 15 Kg
Seitentasche P.: 8 Kg und 5.5 Kg
Grosse Tasche P.: 18.5 Kg
Grosse Tasche M.: 17 Kg
Zelttasche P.: 3.7 Kg
Regensachen Tasche P.: 3.7 Kg
Lenkertasche P.: 2.5 Kg
Lenkertasche M.: 2 Kg
Werkzeug und Ersatzmaterial P.: 5 Kg
Anhänger M.: 9 Kg
Anhänger P. (mit 2 x Dreibeinstuhl und 1/2 volle Benzinkocher Flasche): 10 Kg
Total Gewicht P.: 80 Kg
Körpergewicht P.: 80 Kg
Total Gewicht M.: 43 Kg
Körpergewicht M.: 50 Kg
Ich wollte heute mal die Regensachen testen und bin mt dem Fahrrad ins Geschäft geradelt. Das Wetter sah vielversprechend aus. Ich dachte auch nie, dass ich mich jemals nach Regen sehnen werde. Auf der ganzen Strecke hin konnte ich die schönsten Regenwolken bewundern, nur just da wo ich fuhr schien zum Teil sogar die Sonne. Halloooo? Was soll das jetzt. Ich in Regenkleider und dann Sonnenschein? Anstelle von Regen hatte ich sowas von Gegenwind dass ich teilweise fast stehengeblieben bin. Auch eine gute Vorbereitung. Nass wurde ich durchs schwitzen nur von Innen. Eklig. 🙁
Ich hatte die neuen Packtaschen montiert und mit etwas Gepäck gefüllt. Ich musste mit Schuhgrösse 44 die Taschen ganz nach hinten schieben. Ich streife nun nur noch ganz selten. Passt also ganz gut.
Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Schaffhausen, Herblingen
Nach: Winterthur,
Via: Thayngen, Gottmadingen, Ramsen, Hemishofen, Diessenhofen, Truttikon, Andelfingen, Humlikon, Winterthur
Kilometer: 70
Fahrzeit: 5h 45 Min
Pannen: 0
Essen: Hamburger in Buch, Kaffe und Kuchen im Beizli 19
Ausgaben: einige
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: sicher 20 Grad
Wetter: Super Sonnig
Immer nur langsam M….
Wir sind um 6 aufgestanden und 3h später haben wir uns langsam auf den Weg nach Herblingen gemacht. Auf dem Weg habe ich mich artig erkundigt, wie man am schnellsten nach Herblingen kommt. Eine nette Dame hat uns auf einen Wanderweg gelotst. Meine Nachfrage, ob man den auch mit dem Bike fahren kann hat sie bejah. Kurze Zeit später, wir waren schon auf dem Wanderweg unterwegs, hat M. einige Kraftausdrücke verwendet um die plötzlich nicht mehr so nette Dame zu beschreiben. Der Weg war also mit Anhänger nur noch knapp befahrbar. Zumindest ging es immer bergab. In Herblingen trafen wir Mo. und Br. für den Slow up. Ich habe mir anfänglich Gedanken gemacht, wie M. mit dem Anhänger mithalten kann. Als sie dann den ersten und dann den nächsten Velofahrer überholt hatte, waren die ersten Zweifel im Nu verschwunden. Wir mussten sie fast bremsen… 🙂
Das Wetter war herrlich, was gefühlte 1 Mio andere Menschen auch dazu motiviert hat, den Slow Up zu fahren. Wir haben uns dann nach einem ersten Halt in Buch in Ramsen von der Masse abgesetzt und sind via Bibermüli zum Beizli 19 gefahren. Dort gab es dann lecker Kaffe Kuchen… genau nach meinem Geschmack. Die Rückfahrt von Hemishofen nach Winterthur waren dann nochmals 40 Km. Die Fahr war aber sehr schön über Feld- und Waldwege. Alles in allem ein stolzes Stück und das alles bei Vollpackung. Ich war am Abend auch entsprechend müde.
Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Gütighausen
Nach: Irgendwo im Grünen bei Büttenhard
Kilometer: ca. 32 (Navi kein Strom)
Fahrzeit: ca. 2h 15 Min (Navi kein Strom)
Pannen: 0
Essen: nichts
Ausgaben: keine
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: 8 Grad in der Nacht (freezing)
Wetter: Bedeckt
Patrick paranoid links und rechts schauend: Psssst, M., flüstern…..
Wir sind heute von Gütighausen aus in Richtung "irgendwo im Grünen nördlich von Schaffhausen" gefahren. Unterwegs haben wir realisiert, dass wir besser alles Essen für unterwegs, wie auch Gaskocher und Cafetiere auf anstatt in die Taschen packen. Ansonsten müssen wir immer alles mühsam aus der grossen Tasche auspacken. Vor der Brücke von Flurlingen nach Neuhausen haben wir kurz die Karte studiert. Sekunden später stand ein "Local" da und hat uns sehr nett den Weg erklärt. 🙂
Wir haben zwischen Neuhausen und Schaffhausen irgendwo schön am Rhein zu Mittag gegessen. Anschliessend gab es einen Kaffe im Güterhof, bevor wir uns durchs Mühlental in Richtung Merishausen "kämpften". Auf der permanent etwas ansteigenden Strasse bin ich in meinem Tritt gefahren und habe somit M. etwas stehen lassen. Ich werde mir nun, damit ich zum einen den Verkehr beobachten kann und zum anderen immer ein Auge auf M. richten kann, einen Rückspiegel montieren. Wir sind in Merishausen dem kleinen Bach gefolgt, welchen wir zuvor auf der Karte entdeckt haben. Zu unserem Erstaunen, war dieser ausgetrocknet. :-(Wir haben nochmals die Karte konsultiert und sind von Merishausen in Richtung Bibern gefahren. In Bibern fliesst schliesslich die Biber durch und die hat jetzt immer Wasser 🙂 Die Strasse führte am Anfang immer etwas nach oben gegen Schluss wurde sie jedoch so steil, das M. absteigen musste. Da haben wir uns schön verkalkuliert und uns noch den Rest gegeben. Wir haben zuerst jedoch in Merishausen unseren Wassersack und alle Flaschen gefüllt. So konnten wir auf der Höhe auch ein schönes Plätzchen suchen, eines das nicht unbedingt Wasser haben muss. Ich habe mich geweigert, bis nach Bibern zu fahren. Ich war zu kaputt. Wir haben uns also ein schönes Plätzchen zum schlafen gesucht. Ich muss ja nicht erwähnen, dass es mir nicht ganz wohl ist beim wild campieren. Als wir ein vermeintlich schönes Plätzchen gefunden haben und ich ins Feld abbiegen will, ja just in diesem Moment fährt der Bauer mit seinem Subaru vorbei. Suuuuuuper. Ich tue so, als ob mein Velo ein Problem hat, trete auf es ein und warte mit tief gesenktem Kopf bis er vorbei zieht. Sobald er um die Ecke war, sind wir durchs Feld in Richtung Lichtung geradelt. Auf der Lichtung angekommen, sehe ich an beiden Enden jeweils ein Jäger Hochsitz. Na prima. Wir sind sozusagen im Kriegsgebiet. 🙁 Wir sind dann doch geblieben und unser Zelt so platziert, dass es von der Strasse aus nicht zu erkennen war.
Als dann auf der Strasse vor unserem Wäldchen, für uns nicht sichtbar, plötzlich ein Fahrzeug gehalten hat und die Schiebetüren geöffnet wurden und laute Stimmen zu hören waren, habe ich schon eine Schaar von Männern mit Taschenlampen und Gewehren gesehen, die uns aufspüren sollten. Der Subaru fahrende Bauer hat sich Verstärkung geholt.
Ich bin nur noch am Boden gekauert und wollte dass alles möglichst schnell vorbei ist. Wie sich herausstellte, die mutige M. hat sich angeschlichen um zu sehen welches Unheil uns erwarten, waren die bösen Männer gar nicht so böse, sondern es waren ältere Frauen, welche laut schnatternd mit ihren Nordic Walking Stöcken den Weg entlang geklackert sind um ihre allabendliche Runde zu vollziehen. Ich war nervlich am Ende.
Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Gütighausen
Nach: irgendwo im Grünen zwischen Merishausen und Opfertshofen
Kilometer: 21.3
Fahrzeit: 59 Min
Zeit im Stand: 1
Pannen: 0
Essen: nichts
Ausgaben: keine
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: 10 Grad in der Nacht
Wetter: Bedeckt
Dieser Zeltplatz ist einfache eine Idylle und da es noch low season ist, sind wir die einzigen, die in einem Zelt schlafen.
Wir haben bei einem Kafee noch spannendes über die Campingplatz Verwalterin erfahren. Sie war selber schon Monate mit dem Bike unterwegs. Eben gerade erst in Argentinien. Alleine, als Frau. Respekt.
Auf dem Zeltplatz haben wir noch ein wenig mit der Blache experimentiert, ob wir sie wirklich brauchen werden ist jedoch fraglich.
Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Winterthur
Nach: Gütighausen
Kilometer: 15
Fahrzeit: 1h 5 Min
Pannen: 0
Essen: Fleisch, Pilze und Paprika vom Grill mit Brot
Ausgaben: keine
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: 10 Grad in der Nacht
Wetter: Bedeckt aber trocken
Wow sind die Dinger schwer oder wo sollen wir das auch alles hinpacken. 😉
Ich bin extra schon um 14:30 von der Arbeit heim, damit wir früh losfahren können. Wir haben uns beide riesig auf diese 3 Tag draussen gefreut. Ich habe ursprünglich gesagt, dass wir locker um 16:00 Uhr gehen können. M. meinte dann, 17:00 Uhr reicht dann auch, sie müsse noch was erledigen. Wir sind also schlussendlich mit 1h 30 Verspätung um 18:30 in Winti losgefahren. Aber erst nach gründlichem Fluchen, Finger tausend mal einklemmen und Knie anschlagen. Denn die Anhänger sind vergleichbar mit BMW K1200 LTs. Wenn sie mal fahren, fahren sie. Aber wehe du musst mit ihnen rangieren. 🙁 Dann ist fertig lustig. Ich habe mir schon fast einen Bruch gehoben, als ich die Dinger vollbepackt in den Lift geschoben habe. Die Dinger waren über voll und ich habe noch nicht einmal alles eingepackt. Vom Essen für eine Woche ganz zu schweigen. Der M. können wir nur beschränkt Gewicht laden, somit werde ich mir wohl oder übel noch einen Gepäckträger und zwei Seitentaschen montieren müssen. Damit wir wenigstens Platz fürs Essen, die Ersatzteile und das Werkzeug haben. Ich bin überzeugt, dass in 4 grossen Packtaschen mehr Platz hat, als auf so einem Hänger. Denn sie zu hoch zu packen sollte man tunlichst vermeiden, ansonsten wird das Fahrverhalten sehr schlecht.
Wer spät losfährt der kommt bekanntlich auch spät an. Wir konnten gerade noch im Tageslicht das Zelt aufbauen und uns einrichten. Margot hat sich um die "Inneneinrichtung" gekümmert, ich ums Feuer und das Essen. Gegessen haben wir im Schein unserer Stirnlampen, das fein hat vom Holzfeuer sehr gut geschmeckt.
Wir sind heute von Winterthur bis nach Jestetten via Rheinau gefahren. Da wir erst um 18:00 los sind, kamen wir entsprechend erst um 20:30 an. Nachdem wir uns bei ElMa verpflegt hatten, mussten wir noch bis zum Bhf Marthalen stressen. Der Bus fuhr lange Zeit hinter uns, wir haben uns aber dagegen entschieden auf den Bus umzusteigen. Wir haben es ziemlich knapp noch auf den 21:59 Zug geschafft. Zum Glück habe ich diesmal die Lichter eingepackt. Auf der Strecke gibt es teilweise keine Strassenbeleuchtung. Für CHF 40 durften wir dann zusammen mit unseren Bikes nach Winterthur fahren. Stolze Preise, dass muss man schon sagen. Alles in Allem waren es am heutigen Tag wieder 40 Km.
Wir haben den Geburtstag von E. zum Anlass genommen, unser Bike Training an diesem 1. Mai zu machen. Wir sind von Winterthur via Marthalen bis nach Rheinau gefahren, da war leider niemand mehr (meine Communication Skills waren wieder einmal mehr der Hammer) 😉 so sind wir dann anschliessend bis nach Flaach gefahren. Dort kamen wir etwas zu spät an, 16:15 statt 16:00, in Anbetracht dessen, dass wir mit den Bikes unterwegs sind, keine schlechte Zeit.
Auf der Hinfahrt hat sich M. immer wieder beklagt, dass sie nicht so recht in die Gänge kommt. Ich habe sie sehr oft runterschalten gehört. Sie zweifelte immer mehr an ihrer Fitness und hat fast schon die bevorstehende Reise in Frage gestellt. Sie meinte immer, ich rolle so locker vor mich hin, da kann doch was nicht stimmen. Ich entgegnete, dass ich halt fit sei und sie einfach etwas mehr trainieren soll. 😉 Kurz bevor wir in Rheinau ankamen, ging gar nichts mehr. Sie wollte mit meinen Bike fahren um zu schauen, wie es so geht. Ich fuhr mit ihrem. Und wirklich es ging so was von streng. Ich habe also das Bike auf den Kopf gestellt und mir mal die mechanische BB7 Scheibenbremse angeschaut. Au Backe…. die eine Bremsbacke hat permanent an der Scheibe gebremst, so das kein typisches intermittierendes Schleifgeräuch entstand, welches, wenn ich es vernommen hätte, sofort behoben hätte. Dann ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Kurz nachdem wir los sind, habe ich M. noch gesagt, sie soll die Stell-Schrauben bei den Bremshebeln noch ein Stück rausdrehen, damit die Bremse etwas früher greift. Der Bremshebel musste immer fast bis zum Griff gedrückt werden, bis er eine anständige Bremskraft entwickelt hat. Und da ist es passiert. M. ist also gut 30 Km sozusagen mit angezogener Handbremse gefahren. Was für ein Training… 🙁 Zum Glück nahm sie es mit Humor, und konnte dann beim weitererzählen selber darüber lachen. 🙂 Auf dem Rückweg ist sie mir wieder wie gewohnt davongeflogen und die Welt ist wieder in Ordnung. Wir blieben sehr lange in Rheinau und sind erst um 20:30 los. Leider hatten wir zwei Brainies wieder einmal keine Lichter dabei, obwohl ich mich zu Hause noch gefragt habe ob ich sie vielleicht mitnehmen soll. Wir wurden also von Martin freundlicherweise mit den Lichtern ausgestattet, welche noch irgendwo zu finden waren. Wir haben uns auch noch irgendwelche ulkigen gelben Bänder mit roten Mini LEDs befestigt. Das sah wirklich zum schiessen aus. Ich habe die Ortlieb Lenkertasche an meinem Brezel-Lenker montiert, so dass ich nur an den ganz äusseren Stellen eine Lampe montieren konnte. M. Lenker ist so dick, dass wir keine Lichter anbringen konnten. So habe ich halt zwei Lichter montiert. Die Konstellation sah irgendwie wie bei einem Ufo aus. Die beiden Lichter auf der linken und rechten Seite am Lenker haben irgendwo hingezündet, nur nicht auf die Strasse wo wir fuhren. 🙂 M. bekam dafür das Rücklicht. Diese wurde jedoch ohne Schraubenzieher montiert, es hat sich deshalb schon nach kurzer Zeit nach unten geneigt und war praktisch wertlos. Ich habe es dann, leider viel zu spät, abmontiert und in die Satteltasche bei M. gesteckt. Wie sich auf dem Weg rausstellte, waren die Batterien der einen Lampe nicht mehr der Hammer, so dass ich es gleich ausgeschaltet habe. An gewissen Stellen wurde es mit dieser halb blinden Ufobeleuchtung doch bedenklichen kritisch, zum Glück ist alles gut gegangen. Der Vorteil war, wir konnten den schönen Sternenhimmel geniessen.
Wir sind heute gut 67 Km in 3h 45 gefahren.
Heute war eigentlich einer der Tage, wo man normalerweise gemütlich mit einem guten Buch auf der Couch sitzend einen dampfenden Tee geniesst. Es hat wie aus Eimern geschüttet und sehr stark gewindet. Also eine super Simulation des Wetters am Nordkapp. 😉 Zum Glück war das nur ein Test. Unsere Regenkleider haben kläglich versagt. Und das schon nach einer Stunde im Regen. Ich hatte Socken und Handschuhe von Sealskin und eine sehr dünne Regen/Windjacke von Ziener im Test. M. die Gamaschen, die Regenhose von Vaude und die Millet Regenjacke. Meine wasserdichten Socken und die Regenhosen von Vaude haben eigentlich sehr gut gehalten. Die Handschuhe waren jedoch bereits nach kurzer Zeit triefend nass. Ich muss fairer weise gestehen, dass bei mir die ganzen Probleme wahrscheinlich durch die völlig überforderte Windjacke verursacht wurden. Diese Jacke ist bestenfalls für ein paar gelegentliche Tropfen ausgelegt. Somit wurde ich am Oberkörper klitschnass und das Wasser ist mir wahrscheinlich am Unterarm runtergelaufen und so in die Handschuhe gelangt. Ich müsste das unbedingt nochmals testen mit einer guten Regenjacke, ansonsten wäre es an der Zeit, die Handschuhe zurück zu bringen. Die Schuhe waren ebenfalls durchnässt, keine Wunder, die sind auch nicht wasserdicht. Vorallem waren wir so was von dreckig, von oben bis unten vollgespritzt, obwohl wir beide die Schutzbleche montiert haben. M. hatte keine wasserdichten Handschuhe an und ihre Finger waren somit am Ende der Tour durchgefroren, was sich in einer Farbe, wie bei frisch zubereitetem Hummer, zeigte. 🙂 Sie hatte leider die "Lüftungs-Reissverschlüsse" ihrer Regenjacke nicht zu 100% geschlossen, so ist auch sie minimal am Oberkörper nass geworden. Sie hatte nur bessere Turnschuhe an und somit wurden auch diese, trotz den Vaude Gamaschen, triefend nass. Das gute daran ist, dass sie mir nun glaubt, dass es an der Zeit ist, sich richtige Schuhe (notabene mit SPD Klickpedalen Einsatz) zu kaufen. 😉 Wie sie damit zu recht kommen wird, wird sicher auch noch spannend. Wir haben alles schon unsere Erfahrungen machen dürfen, mit Schuhen die sich nicht mehr aus der Pedale lösen lassen. 🙁
Mein Brooks Sattel hat während diesem Test ziemlich gelitten. Teilweise ist die Farbe des Leders schon ziemlich verbleicht. Ein Behandlung mit dem Spezial Lederfett hat leider nur für kurze Zeit Abhilfe geschaffen. Das Gute ist, das er nun doch merklich weicher wird. Wie mir u.a. von Jana von Radvielfalt.de berichtet wurde, muss ich eher mit 1000 Km als 100 Km rechnen, bis der Brooks Sattel wirklich weich wird.
Heute wurden auch endlich die sehnlichst erwarteten Laufräder von M. fertig. Auch diese sind wie meine, von Köbi Buri von Fateba.ch von Hand eingespeicht worden. Wir haben eine Mavic EN 321 Felge verwendet mit Shimano Deore M756 XT Naben. Details siehe auf unserer Homepage. Leider müssen auch die Kugellager dieser Naben unbedingt mit einer schönen Fettpackung versehen werden. Wenn die Naben geöffnet werden, sind die Kugeln höchstens etwas "feucht" in einer öligen Flüssigkeit. Ich stelle mir da schon was anderes vor. In Zukunft kann M. mit den neuen Laufrädern mit Schwalbe Marathon Mondial Evolution Reifen durch die Gegend düsen. Da muss ich mich wohl langsam sputen um ihr nachzukommen. 🙂
Mein Brooks B17 Ledersattel in der Farbe Honig ist leider noch nicht wirklich bequem. Ich habe gelesen, dass man sicher 100 Km fahren muss, bis er wirklich bequem ist. Hmm… Ich habe sicher schon mehr als das abgespult und trotzdem ist es noch nicht wirklich der Hammer. Ich verwende auch immer schön das Lederfett Proofide, welches übrigens mit seinem Preis jedem Kaviar Konkurrenz macht, jedoch sehe ich noch nicht wirklich, wie der Sattel weicher werden sollte. Zum Glück sind es bis zu Abreise ja noch fast 2 Monate.
Ein grosses Problem, welches wir auf unserer Schweiz Tour hatten war, dass bei Regen das Hinterrad des Fahrrades, trotz Schutzblech, den ganzen Anhänger und Tasche vollgesaut hat. Köbi Buri hatte auch hier wieder eine super Idee. Er hatte selber einmal eine Tour mit dem Anhänger gemacht und ist dabei auf das selbe Problem gestossen. Anstatt sich darüber aufzuregen, hatte er die simple aber sehr effektive Lösung, ein altes Schutzblech zu zerschneiden und jeweils mit einem "mud flap" zu versehen und dann mit Kabelbindern an der B.O.B. Deichsel zu montieren. Siehe Bild.
Haben wir alles zusammen. Heute konnte ich den Prototypen der B.O.B. Ibex Tischbeine begutachten. Die Inspiration habe ich ursprünglich von der radvielfalt.de Webseite bekommen. Sie nennen es Bob mit Hörnchen. 🙂
Nur Köbi Buri, Mitarbeiter bei meinem lokalen Fahrradhändler des Vertrauens, Fateba.ch, war ihre Variante zu "heiss" oder eben zu kalt. Er wollte davon absehen, zwei Alurohre kalt zu biegen. Das ist vielleicht der Nachteil, wenn man sein Metier versteht. Auf jeden Fall ist das Modell von radvielfalt.de ebenfalls sehr gelungen, wie mir von Jana berichtet wurde, stören die fixen Hörnchen bei der Fahrt nicht und es können ebenfalls die Getränkeflaschenhalter weiterhin benutzt werden. Und eben, bei Ihnen hat die kalte Fusion… ähh.. kalte Biegung wunderbar funktioniert. 🙂
Köbi hat ein Modell entwickelt, welches sich runterklappen lässt und somit bei der Fahrt nicht stört. Natürlich können auch bei diesem Modell die Flaschen weiterhin im Halter transportiert werden. Die Tischbeine werden noch etwas angepasst und behandelt, so dass sie nicht rosten. Wir sind gespannt auf die ersten Live Tests.
Heute haben wir zum erste Mal in der Wohnung die ganze Sachen zusammengetragen, welche wir auf die Reise mitnehmen wollen. Mann-o-Mann…. da kam doch sehr viel Zeugs zusammen und es waren noch keine Kleider dabei. Na, es wird weiterhin spannend bleiben, ich werde auf jeden Fall die Option für einen Gepäckträger prüfen… 🙂
Am Nachmittag sind wir bei Sonnenschein auf die Wiese unten im Hof und haben unser neues Hilleberg Nallo 3 GT Zelt aufgebaut. Ein Traum von einem Zelt. Ohne darin geschlafen zu haben, kann ich jetzt schon sagen, das wird der Hammer. Die Apsis bietet sehr viel Platz, da kann man(n) sich auch bei Regenwetter aufhalten. Sehr viele gut durchdachte Details zeigen, dass die Firma schon seit Jahrzehnten super Zelte produziert. Leider gibt es davon keine Fotos… ich war zu aufgeregt, wie ein kleiner Junge der ein Geschenk auspacken darf.
Wir werden je nach dem wann wir in Honningsvag ankommen und wie ich vorwärts komme mit den Bikes zusammen zu bauen, entweder mit dem Bike von Honningsvag zum Nordkapp radeln oder aber mit einem Reisecar mitfahren. 60 km sind für den ersten Tag für uns wohl doch noch etwas weit 🙂 und die Strasse dürfte übervoll sein. Am 11.07.14 läuft unser Schiff, die MS Nordkapp schon um 05:45 Uhr aus dem Hafen aus und bringt uns innert 2 Stunden nach Havoysund. Dort beginnt unsere eigentliche Bike Tour. Wir werden uns auf den Weg ins ca. 200 km entfernte Hammerfest machen um dann dort am 17.07.2014 um 12:45 mit der MS Trollfjord bis nach Bergen zu fahren. In Bergen sollten wir am 21.07.14 um 14:30 Uhr ankommen.