Eine viel zu kurze Nacht, für mich ohne eine Minute Schlaf. 🙁 Gut werden wir zwei Nächte auf dem Camping sein, da kann ich hoffentlich ein paar Stunden schlafen.
Was uns erst gar nicht aufgefallen ist, um 00:00 ist es bereits in Oslo nicht mehr ganz dunkel. Es fühlt sich an wie 21:30 – 22:00 bei uns. Und dunkler wird es nicht.
Beim Check-out um 05:00 wurden wir von der Dame an der Rezeption gefragt, ob wir ein Lunchpaket und Kaffee zum mitnehmen möchten. Sehr gerne nahmen wir das Angebot an, gab es doch seit dem trockenen "Müesli-Brötli" vom letzten Abend nichts zu essen.
Kaum sind wir durch die Türen des Flughafens getreten, waren wir in einer ganz anderen Welt im Vergleich zum letzten Abend. Die Norweger scheinen ein Volk von Früh-Fliegern zu sein. Der Flughafen war zum bersten voll mit Leuten. Die Gepäckaufbewahrungsschalterangestellte (cooles Wort) hat uns für 350 NOK (bei 6 Gepäckstücken gab es 100 NOK Rabatt) das Gepäck wieder rausgerückt. Wir standen kurz darauf wieder vor unserem geliebtem Lift, wir kannten den Drill ja schon von gestern. Wir haben uns erkundigt, an welchem Schalter wir die grossen Taschen und Bikes einchecken müssen. Uns wurde gesagt, dass wir die grossen Taschen am Schalter x und die kleinen Taschen am Schalter y einchecken müssen. Wir können aber auch versuchen, gleich alles am Schalter x einzuchecken. Klar versuchten wir das, die Schlangen waren einfach zu lang am Schalter y. Wir haben dann ohne Fragen einfach alle Taschen aufs Förderband befördert, zum Glück sehen alle gross aus :-). Die Frage ob wir dafür bezahlt haben, haben wir wie schön einstudiert, unisono mit "YES" beantwortet :-). Wir haben ja schliesslich bei Swiss CHF 75 pro Extra Gepäckstück dafür bezahlt. Nach Adam-Riese würde das bei 4 Stück CHF 300 ergeben. Ich war schockiert, im Internet war bei SAS von Euro 25-40 die Rede. Zum Glück mussten wir das an einem anderen Schalter bezahlen. Als sie mir CHF 150 für die Taschen verrechnet haben, biss ich mir auf die Zunge und habe nicht darauf hingewiesen, dass es eigentlich CHF 300 sein sollten. Auch ich bin lernfähig.. 🙂
Beim Security Check, wir ziehen schon automatisch die Veloschuhe mit den Metalleinsätzen aus, kam dann obwohl alles grün geleuchtet hat trotzdem ein "Bling… " Ein junge Security Dame ist vor mich hingestanden und hat mich mit ihren hübschen Augen angeschaut und irgendetwas sehr schön klingendes auf norwegisch gesagt. Erst als ich sie bat englisch zu sprechen verging mir das Lachen. "You have been selected for a random search" Na super. Ich wurde ihr dann gefragt ob es i.O. ist, wenn Sie mich absucht. Ich mach da also einen auf Tanzbär, auf Kommando Hände hoch, umdrehen, Füsse hoch und natürlich immer schön den Bauch dabei einziehen :-). Nach dieser kurzen Prozedur sind wir dann ohne Probleme bis zum Gate gelaufen. Die Preise sind hier astronomisch hoch, es wird sich weisen ob es nur am Flughafen so ist oder in ganz Norwegen. Wir sind nach einmal umsteigen und zum Glück ohne Gepäck aus und wieder einzuchecken in Honningsvag bei schönstem Wetter, das heisst hier 23 Grad und Sonnenschein gelandet. Leider hat sich unsere Miene schon sehr bald getrübt, als sich herausstellte, dass zwar alles Gepäckstücke geliefert wurden jedoch nicht die Bikes :-(. Nach langem hin und her feilschen mit den Wideroe Leuten konnen wir vereinbaren, dass sie uns die Bikes kostenlos zum Nordkapp Camping bringen werden. Um 18:30 kommt der nächste Flieger, es könnte sein, dass die Velos auf diesem Flug Platz finden. Es könnte sein? Na super.
Der gerufene Taxifahrer hat schön Augen gemacht, als er unsere siebentausend Sachen gesehen hat. Auch er meinte, dass wir mit dem Wetter extremes Glück hatten. Vor gut zwei Wochen hat es noch geschneit. Die Chancen die Mitternachtssonne zu erleben stehen sehr gut meinte er. Uns hat es irgendwie abgelöscht, als wir beim Anflug das Nordkapp gesehen haben. Ein Stück flache Erde mit einem riiiiieeeeeeessseeeen Parkplatz drauf. Eine reine Touristenfalle. Wir haben Angebote für NOK 490 (gut 70 CHF) pro Person gesehen inkl. Carfahrt dorthin.
