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Rekordfahrt

Ich habe zu M. gesagt, wenn wir mal 100 Km schaffen können, dann wird dies in MeckPo sein. Die Bedingungen sind hier einfach perfekt. Flache Strassen, kein Wind und wenig Regen. So kam es dann auch, dass wir heute einen neuen Rekord von 100 Km in 6h aufgestellt haben. Wir haben mit dem einzigen nicht-Wassergetränk, welches wir dabei hatten, angestossen. Einem feinen Kalium-haltigen Kokoswasser. Wir hätten sicher noch 20 – 30 Km weiterfahren können, leider wurde es aber langsam dunkel. Wir haben zu viel Zeit benötigt, um unsere Seitentaschen von der ausgelaufenen Sahne zu reinigen. Das Velo ist umgestürzt, und da ist die Sahnepackung aufgesprungen. Schöne Schweinerei…

Nur im Osten

Sowas kann es wohl nur noch im ehemaligen Osten geben. Ich habe bei uns noch nie ein Autokino gesehen. Ob es noch in Betrieb ist, kann ich nicht sagen, wir sind nicht bis hin gefahren. Wir hätten mit "Oldie & Goldie" wohl auch kein Zutritt ins AUTOkino bekommen 😉

Ein Stück Heimat

Bei diesem Anblick schlägt das Herz eines echten Schweizers gleich etwas höher. Da kann man nichts machen. Muss wohl an den Genen liegen 🙂
Wer sie noch nie probiert hat, es gibt sie beim dm. Einfach Klasse, am besten mit einem kalten Glas Milch dazu.

8 mm

So lang sind nun meine Haare. Krass, das hatte ich noch nie. Da muss ich mich erst einmal daran gewöhnen. M. gefällt es auf jeden Fall. Das ist ja auch wichtig :-). Nun heisst es immer auf genügend Sonnenschutz achten.

Welcome To Tschörmani

Kaum in Rostock angekommen, kann ich es mir nicht nehmen lassen, eine Currywurst zu essen. Ich hatte meine letzte wahrscheinlich vor über 20 Jahren in der Fussgängerzone in Singen. Der Hammer, das Ganze kostet nur € 2.50. Inklusive Brötchen. Wir sind endgültig in Deutschland angekommen, die ersten Schilder, die wir in Roststock am Hafen sehen sind von Aldi, Netto und weiteren Discountern.

Bye Bye Dänemark

Wir warten gespannt, bis sich die Schranke hebt und wir auf die Fähre "Prinz Joachim" fahren können. Mit dieser setzen wir in ungefähr 2 h nach Rostock über und unsere Skandinavien Reise endet somit. Schön war es. Spannend war es. Anstrengend war es. Wir sind zeitweise an unsere Grenzen gekommen und bedanken uns bei allen Mutmachern unterwegs – die vielen "thumb ups" von Autofahrern, die gelegentlichen "Hopp Schwiiz" von Einheimischen und Touristen. Nach mehr als 2000 zurückgelegten Km, denke ich, sind wir durchtrainiert. Wir haben die Elemente Wind & Wasser so gut kennengelernt, wie nie zuvor. Es gab viele wunderbare Begegnungen und einige von diesen schienen, wie im richtigen Augenblick passiert zu sein. Norwegen mit seinen tiefblauen Fjorden und der abschnittsweise unberührten Natur ist schön; Schweden konnten wir entlang der Westküste bei sonnigem Wetter zwischen Ängelholm über Båstad nach Helsingborg geniessen. Am besten hat uns aber Dänemark entlang der Ostküste nach Kopenhagen gefallen: Weitsicht, wunderschöne Strände, Wälder mit uralten Eichen und Buchen, die sich bis hin zum Meer erstrecken, naturbelassene Hecken, schmucke Bauernhöfe und mittelalterliche Städtchen. Hierher kommen wieder!

Hügelgräber II

Hier sieht man ein Hügelgrab, hinter der imposanten Buche. Eigentlich sehr unspektakulär. Spannend finde ich, dass fast immer ein mächtiger Baum auf oder unmittelbar neben dem Grab wächst. Auf dem Weg haben wir bereits früher Hügelgräber gesichtet, auf welchen mächtige Eichen tronten. Leider konnte ich wegen des schlechten Wetters davon keine Aufnahme machen.

Camping Praesto

Wir kommen nach 80 Km und bereits beim Eindunkeln um 20:30 Uhr auf dem Camping in mitten von Praesto an. Die Rezeption ist natürlich seit 18:00 Uhr nicht mehr besetzt, wir schminken uns die Dusche bereits ab, wir haben noch immer keine dänische Münzen. Da kommt ein alter Mann daher und gibt sich als Campingwart zu erkennen. Er fragt, ob wir englisch oder deutsch mit ihm reden möchten. Wir sagen deutsch. Fehler…. während den nächsten 2-3 Minuten Einführung und Erklärung, wie wir zum Bankomaten kommen, um Bargeld zu beziehen (er nimmt nur Bargeld), verstehe ich nur bruchstückhaft Wörter. Er hätte ebenso gut dänisch reden können :-). Zum Abschluss des Tages leere ich die gesamte Pfanne mit Pasta in das Lavabo, ich habe den Deckel auf die Pfanne gehalten und diesen offenbar ein wenig zu stark angehoben, damit das Wasser abfliessen kann. Zum Glück waren wir alleine in der Küche, sonst hätten wohl alle fluchtartig die Küche verlassen; mein Fluchen war doch etwas gar heftig. Ich wusch die Pasta 3-4 mal mit heissem Wasser ab, wegwerfen konnte ich diese nicht, wir hatten kein zweites Pack übrig.

Camping Petra

Heute haben wir wieder einmal 80 Km zurückgelegt. Nach 72 Km war das Zelt aufgebaut und ich bereits im Zelt liegend bereit zum schlafen gehen. Aber alles der Reihe nach.
Nach eben 72 Km sind wir gemäss Radreiseführer an unserem Tagesziel angekommen. Beim Camping. Nur leider ist kein Schild zu sehen, welches den Camping ankündigt. Das ist ja schon einmal sehr "strange". Wir sehen lediglich ein Hotel, dahinter können wir Wohnwagen ausmachen. Das müsste doch der Camping sein. Wir fahren hin und tatsächlich, da stehen sie, die Campingwagen. Wir sehen jedoch auch hier kein Schild, welches den Weg zur Rezeption anzeigt. Wir fahren auf den Platz und sehen alles nur leere Camper. Da erspähen wir plötzlich eine Person, welche sich vor uns zu verstecken scheint. Komisch…. ich habe kein gutes Gefühl, hatte ich beim hinfahren schon nicht und möchte weiter. M. mag nicht mehr und macht ziemlich klar, dass ich nicht so tun und wir uns hier installieren sollen. Wir finden nur die Herrentoiletten, von den Frauentoiletten nichts zu sehen, für die Duschen braucht es 5 Kronen Stücke. Diese sollten uns zum Verhängnis werden. Wir bauen also das Zelt auf und können noch immer niemanden ausmachen. Bei der Einfahrt haben wir gesehen, dass es ein privater Camping mit Namen "Camping Petra" ist. Ich pumpe die Iso-Matten auf und lege mich auch schon darauf, um etwas zu entspannen. Ich bin heute ziemlich fertig. M. möchte als erstes duschen, leider haben wir kein dänisches Geld, denn wir sind ja nur 3 Tage hier, und man kann eigentlich fast alles mit der Kreditkarte bezahlen. Sie zieht also los, um im Hotel nach 5 Kronen Stücken zu fragen, welche sie von der Kreditkarte abbuchen möchte. Ich döse langsam dahin…. sie kommt wieder und sagt. "Wir müssen weg…." ich denke ich bin im falschen Film. Sie erklärt, dass sie soeben mit dem Besitzer des Hotel gesprochen habe. Er hat ihr sehr unmissverständlich und extrem unfreundlich zu verstehen gegeben, dass wir hier weg müssen. Dies sei ein privater Zeltplatz. M. hat erklärt, dass wir schon über 70 Km gefahren sind, und es schon dunkel wird, und wir natürlich bereit sind, etwas für die Übernachtung zu bezahlen. Das hat den Herren im Anzug nicht die Bohne interessiert, und wir mussten das Zelt wieder abbauen. Auf dem Weg zum nächsten Zeltplatz haben wir uns schöne Namen für den Herren im Anzug ausgedacht.

Kreisel

Selbst in den Kreiseln gibt es in Dänemark eine spezielle Radspur. Die Automobilisten sind immer sehr vorsichtig und gewähren einem den Vortritt. An das dürfen wir uns nicht zu fest gewöhnen, in Albanien und Montenegro wird man als Fahrradfahrer wohl eher als Verkehrshindernis betrachtet, und es wird eher gehupt als 2 m links an einem vorbei gefahren. Aber wir werden sehen und berichten.

Vorbereitung

Ich bereite mich bereits für die "Kaffe-Kuchen" Zeit in Meck-Po vor…. hmmmm…. Leider gab es nur Filterkaffee, ich kann mich mit der braunen Brühe irgendwie noch immer nicht so richtig anfreunden.

Kirche am Abgrund

Der im Hintergrund ersichtliche Kreidefels hat dem Meer nicht viel entgegenzuhalten, so kommt es auch, dass immer mehr Land im Meer versinkt. Im Jahre 1928 ist es passiert und ein Teil der Kirche in Stevns Klint ist im Meer versunken. Die nun gesicherte Kirche kann besucht werden, vom Balkon hat man eine herrliche Aussicht.

Wir bekennen Farbe

Die Dänen sind stolz auf ihr Land. Immer wieder findet man kleine Fähnchen, welche ihre Gärten zieren. Ich wollte unsere Freude an diesem Land bekunden und habe mir so ein Fähnchen, für immer ausgeliehen 🙂 Erst dann wurde mir bewusst, dass Dänemark und die Schweiz eigentlich sehr ähnliche Flaggen haben. Die Schweizer Fahne ist lediglich quadratisch und hat einen leicht anderen rot Ton. Leider war das dänische Fähnchen nicht für das dänische Wetter gemacht und hat sich nach ca. 2h Regen und Wind in seine Bestandteile aufgelöst und übers dänische Land verteilt. Der Kreis hat sich somit geschlossen :-).

Stromversorgung

Eine Stadt wie Kopenhagen will mit Strom versorgt werden. Klar baut man ein Kraftwerk ausserhalb und nicht mitten in der Stadt. Auf dem Weg raus aus Kopenhagen sind wir an einem solchen vorbei gefahren. Sieht irgendwie wie eine Kulisse aus "Futurama" aus :-).

Kopenhagen per Bike – You are not alone…

Kopenhagen ist definitiv eine Stadt für Radfahrer. Die Infrastruktur ist hervorragend. Überall gibt es Radstreifen, an Rotlichtern warten zum Teil mehr Radfahrer als Automobilisten. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass es auch für Radfahrer Regeln gibt. Braucht es auch, wenn zum Teil 2-3 nebeneinander fahren. Es wird z.B. erwartet, dass man seine Hand hebt, um anzuzeigen, dass man anhalten möchte. So haben die anderen genügend Zeit zu reagieren und auszuweichen.
Super sind auch die Rotlichter, welche in Sekunden anzeigen, wie lange es noch dauert, bis es von rot nach grün wechselt, respektive umgekehrt. Vor den Einkaufshäusern gibt es Fahrradständer, die gut und gerne 50-100 m lang sind. Von so was träumen wir in der Schweiz.

Vermissten Anzeige

Wir sind schon zwei Spezialisten. Immer wieder laufen uns Sachen davon. Unterdessen vermissen wir zwei Fahrradhandschuhe von M. und eine Leuchtweste von mir. Ein Putztuch ist auch irgendwo auf einer Parkbank in Kopenhagen liegengeblieben… zsssss… wo kommen wir da auch hin? Seit heute Morgen vermisse ich nun auch meine NEUE Leuchtweste. Das ist wirklich zum "heulen".

Fast Food

Was macht Man(n), wenn Frauchen frierend und müde auf dem Bett sitzend sagt, sie mache keinen Schritt mehr aus dem Zimmer, Mann aber vor Hunger nicht schlafen wird? Er geht runter, es ist 21:15 Uhr also bereits dunkel, nimmt Frauchens viel zu kleines Bike, da seines nur mühsam vom Anhänger zu befreien ist, und düst los in die dunkle Nacht. Der Weg, nur ca. 1.4 Km zum angeblich besten Indian Take-Away in Kopenhagen. Um die linke Hand die Stirnlampe gebunden, mit der rechten die Bremse umklammernd…Immer wieder stossen die Knie an die Brust, das Bike ist viel zu klein. Die Reaktion der Partygänger ist auch dementsprechend amüsiert. Paranoid links und rechts schauend, ob einen die Autofahrer auch sehen, gehts am Hauptbahnhof vorbei, das Gekreische und die Menschenmassen nehmen exponentiell zu. So auch das ängstliche hin und her schauen. Es sind Sirenen zu hören, und Blaulicht spiegelt sich auf den nassen Strassen. Es kommt definitiv das Gefühl auf, mit dem Fahrrad irgendwo durch eine amerikanische Grossstadt zu fahren. Nicht gerade lustig, nur gerade 1m über dem Boden sitzend völlig schwarz gekleidet.
Er macht sich beim Inder zum Affen, redet mit Händen und Füssen, am Schluss klappt jedoch alles. Um 22:10 wird gemütlich auf dem Bett gegessen. Was wir essen? Hoffentlich Hühnchen, wie bestellt. Er sagt ihr nicht, dass er beim Warten auf das Essen rausgefunden hat, dass es auch einen Delivery Service gegeben hätte. 🙂 Es schmeckt sehr und gibt Dank den Gewürzen auch von innen warm.

Louisiana

Auf dem Weg Richtung Kopenhagen fahren wir an einer Hochzeitsgesellschaft vorbei. Kurze Zeit später sehen wir ganze Menschenmassen, alle ziemlich gut gekleidet in dieselbe Richtung laufen. Wir fragen uns, ob die wohl alle in die Kirche gehen? Plötzlich sehen wir das Schild "Louisiana", wir halten kurz an, die Bedeutung verbirgt sich jedoch hinter Bäumen. Als wir wieder losfahren wollen, spricht uns eine Dame an und fragt, ob wir "Louisiana" suchen. Wir verneinen und geben zu, nicht einmal zu wissen, was Louisiana ist. Es ist eines der bekanntesten Museen, zumindest in Dänemark, wenn nicht sogar in ganz Europa, für zeitgemässe Kunst. Sie sagt uns immer und immer wieder, dass wir unbedingt hin müssen, das sei eine einmalige Gelegenheit. Es gibt u.a. die Sonderausstellung von Emil Nolde. Na gut…kann man sicherlich auch mal im Kunsthaus Zürich erleben. Bei einem Bäcker kaufen wir ein und werden zum zweiten Mal darauf angesprochen, ob wir Louisiana besucht hätten, wir seien soeben daran vorbei gefahren. Als uns die dritte Person, als wir die Backwaren vor der Bäckerei verspeisen, das Museum ans Herz gelegt hat, konnten wir es uns nicht nehmen lassen und sind zurück gefahren. Der Fokus war dann auf der temporären und sehr gelungenen Ausstellung über Nolde. Seine frühen Werke haben uns besonders gefallen. Das Museum hat tatsächlich unglaubliche Dimensionen und eine reiche Sammlung an weltbekannten Werken. Sehr gefreut haben wir uns über die grosse permanente Ausstellung des bekannten Schweizer Künstlers "Alberto Giacometti".

Alte Häuser

Immer wieder stossen wir auf diese wunderschönen Häuser mit ihren speziellen Dächern aus "reet". An der dänischen Küste entlang, gibt es zum Teil ganze kleine Dörfer mit diesen Häusern. Ein Augenschmaus….

Bad Luck

Kaum sind wir 10 Minuten in Dänemark unterwegs, bemerkt M., dass ihr Bike sich komisch verhält. Das Problem ist schnell lokalisiert. Die Kette ist am A. Ich mache kurzen Prozess und tausche die Kette komplett aus. Bei erst 2'000 Km 😉 könnte man diese auch reparieren und so weiterfahren, aber wieso habe ich zwei Ersatzketten mitgenommen, wenn ich diese nicht einsetze?

Tagesmenü

Wir haben die "Dagens" Menüs in Schweden lieben gelernt. Da kriegt man für umgerechnet CHF 10 pro Person ein richtiges Menü, mit Salat, Hauptspeise, Filterkaffe und manchmal einem kleinen Dessert. Hier gab es ein typisch schwedisches Mahl. Ich würde es mal mit Kartoffelpuffer, viel Speck und roten Beeren betiteln. Normalerweise nimmt man bei solchen Gerichten nur schon beim Anblick 1Kg zu, wir stürzen uns jedoch auf die Kalorien, die sind im nu wieder abgestrampelt.

Steinpilz oder nicht?

Wir wussten es nicht. Wir sind durch einen wunderbaren Wald gefahren, in dem es von Pilzen nur so gewimmelt hat. Mir ist dieser Pilz, welcher am Fusse einer Eiche wuchs, wegen seiner schieren Grösse aufgefallen. Er war gut und gerne im Durchmesser so gross wie mein Schuh.

Nach dem Sturm

Uns wurde beim Mittagessen gesagt, dass nördlich von Hamstad, genau dort wo wir hinfahren wollen, es schwere Überschwemmungen gegeben hat, und wir unbedingt auf den Hauptstrassen und nicht auf den Fahrradwegen fahren sollen. Das hat sich als ein sehr hilfreicher Hinweis erwiesen, stellenweise zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Auch wir sind wieder einmal mehr ins schlechte Wetter geraten, an Bilder machen war nicht zu denken. Auf dem Foto kann man erkennen, dass es nun einen See gibt, wo vorher keiner war.

Sturm

Wir wurden auf dem Zeltplatz südlich von Varberg von einem ziemlich heftigen Sturm überrascht. Die skandinavischen Medien haben auf jeden Fall darüber berichtet. Auf dem Zeltplatz gab es zeitweise 10 cm tief Wasser, da die Abläufe in der Strasse überfordert waren. Wir hätten auf jeden Fall einen Werbefilm für unseren Zelthersteller "Hilleberg" drehen können. "Hilleberg trotz jedem Sturm…" Der Wind hat wie wahnsinnig am Zelt gezogen, zum Glück habe ich darauf bestanden, dass wir das Zelt mit allen vorhandenen Heringen sichern. M. hatte den Eindruck, dass wir gleich abheben. Ich habe ihr von der im Zelt innen angebrachten Etikette vorgelesen, dass es im Windkanal getestet wurde und ca. 6 x robuster ist als handelsübliche Zelte. Diese Gutenachtgeschichte hat sie beruhigt und einschlafen lassen 🙂 Wie stark es gewindet hat (man sprach von bis zu 60 Km/h) sieht man an unseren Kleidern. Diese konnten wir, inklusive Handschuhen, einfach an den Zaun "kleben". Der Wind hat so stark und kontinuierlich geblasen, dass die Kleidungsstücke subito trocken waren.

WTF?

Warum will man bitte seinen Hund duschen? Ich will ja nicht mekern, der Zeltplatz auf dem wir übernachteten, bot genau den richtigen "Luxus". Nur das ständige Geplärre aus den omnipräsenten Radiolautsprechern ging uns etwas auf den Kecks.

Übeltäter

Wer kann den wenige Millimeter grossen Glassplitter sehen, der unseren praktisch unplattbaren "Schwalbe Marathon Evolution" Reifen durchlöchert hat? Natürlich hat M. den platten Reifen just in dem Moment bemerkt, als es begonnen hat zu Regnen. So haben wir (ich) sozusagen unter erschwerten Bedingungen unseren ersten Platten geflickt.

Flüchtlingslager?

Nicht ganz… so sah unser Zelt aus, als wir gewaschen haben und es dann zu regnen begonnen hat. Somit mussten wir unsere Wäsche im Zelt aufhängen. M. hatte die brillante Idee (sie wurde sogleich kopiert), die Wäsche im sehr grossen Koch- und Aufenthaltsraum des Zeltplatzes aufzuhängen. Am nächsten Morgen war alles ziemlich trocken, die Merino Teile kann ich ohne Probleme auch noch etwas "restfeucht" anziehen. Das ist ja gerade das Geniale.

EL-Nummern Zusatz

Zu den mit EL beginnenden Autoschildern in Norwegen wollte ich noch sagen, dass es einen ganz praktischen Grund hat. Die Norweger bezahlen nämlich Autobahngebühren, welche je nach Gebrauch der Autobahn anfallen. Deshalb werden an automatischen Erfassungsstationen die Nummern "gescanned". Dabei werden gleich alle Nummer mit EL beginnend aussortiert, das trifft für alle reinen Elektrofahrzeuge zu. Hybrid Autos haben eine andere Nummer. Die Elektroautos werden in Norwegen extrem gefördert.
So bezahlt man keine:

Und man darf als "suplement" die für Taxis und Busse reservierten Fahrstreifen benutzen. Stau gehört somit der Vergangenheit an.

Wir konnten in Erfahrung bringen, dass Tesla letztes Jahr 20'000 Autos produziert hat, und sage und schreibe 10% davon in Norwegen verkauft hat. Kein Wunder habe ich diese immer und überall gesehen…
In Schweden sehen wir vorallem Volvos…

Seafood

Wir wurden wirklich von E. & F. verwöhnt. Am nächsten Tag gab es lecker Pasta Marinara mit frischen Muscheln und Shrimps und Fisch. Wir konnten auch dieses Mal nicht genug kriegen… Hmmm, welch ein Genuss!…besser als man das je in good old Italy haben kann. Vielen Dank!!!
Morgen heisst es wieder ab auf die Bikes… Im Moment regnet es hier in Onsala bei 11 Grad…. brrr….

Schwedisches Kräftfesten

Wir wurden von einer ehemaligen Schulfreundin von M., welche in Onsala (30 km von Göteborg) wohnt, zum alljährlichen "Kräftfesten" eingeladen. Dabei werden Unmengen von frischen Shrimps und vorallem "Kräft", also Krebsen verspiesen. Hierbei singt man immer mal wieder aus dem "Liederbuch", wie es auf dem Foto ersichtlich ist, ein Lied gesungen. Es geht nicht wirklich um den Text, das Wichtige ist, dass am Ende des Liedes jeweils ein Shotglas mit Schwedischem Aqua Vit auf ex gekippt wird…Skol! Natürlich wird die Stimmung immer besser….
Wir haben uns auf jeden Fall sehr amüsiert und uns die Bäuche mit Seafood vollgeschlagen. Davon hatten wir schon lange geträumt… A dream came true… sozusagen…:-)

Bitte was?

Natürlich immer "Min Kaffe". Vorallem früh Morgens… da kenne ich gar keinen Spass, wenn es um Kaffee geht. Wir schleppen deshalb auch eine richtige Cafetiere mit, mit welcher man(n) einen leckeren Espresso zubereiten kann. Eines der wenigen Luxusstücke, die wir, oder viel mehr ich, mit uns schleppen.

Wie bitte kriegt man so was hin?

Immer wieder sehe ich diese Musters auf den Strassen. Auch schon in Norwegen ist mir dieses Phänomen aufgefallen. Beschleunigen die wie die Irren, oder haben sie möglicherweise einen Anhänger, den sie hin und her schleudern? Da es meistens auf einer abfallenden Strasse ist, könnte es auch mit der Handbremse und kräftigem reissen des Steuerrades auf die Strasse "gemalt" werden. Oder sind es in etwa Quads?!

Schlanker Besserwisser

Ich weiss ja nicht, wie die "Blechpolizisten" bei euch aussehen, bei uns jedenfalls sind es zum Teil recht hässliche, fast quadratische graue Kisten. In Schweden dagegen, sehen sie richtig sportlich aus… nicht dass sie deswegen weniger korrekt sind. Irgendwie konnte ich im gelben Blitz einen Smiley erkennen… alles nur Einbildung?

Kann schon passieren….

Ich bin auch schon mal blind dem Navi gefolgt. Wir wollten auf die andere Seite des Bodensees, der Weg führte irgendwo bei Konstanz bergab, ich schaue auf das Navi, es geht immer noch gerade aus…. alles wunderbar… ich fahre… auf einmal Hafen… aehhh bitte was?… Wasser…. hmmm… passt mir gar nicht… dann ahhh Fähre…. ahhh nach Überlingen…. tönt richtig, somit weiter fahren… wir also auf die Fähre drauf, als letztes Auto, die Lucke klappt hoch und schon sind wir unterwegs. Zum Glück war es die richtige Fähre. Alles eine Sache von höchstens einer Minute…spooky. Man stelle sich nun vor, es wartet keine Fähre…. 🙂

Kaffeepause

Sitzen gerade im Espresso House in Stenungsund und geniessen einen feinen Kaffee Latte mit gratis WLAN. Den Tipp haben wir von T. und K. erhalten, zwei Fahrradreisende aus Hamburg, welche wir gestern auf dem Zeltplatz Löfgrens ins Lysekil getroffen haben. Wir hoffen sie entweder in Hamburg oder Winterthur wiederzusehen. Sie sind bereits wieder auf dem Heimweg und starten am Montag ihren Arbeitsalltag. Guten Start wünschen wir, bei uns geht es noch etwas länger… Bis Februar 2015…. yeeaaahhh.

Alternativer Antrieb

Da wir immer wieder mit Gegenwind zu kämpfen haben, denken wir öfters über alternative Antriebsmethoden nach. Wir sinnierten schon über ein Windsegel, nur das hilft nur wirklich, wenn der Wind von hinten bläst. Eine Windturbine auf dem Helm montiert, würde sicher genügend Energie leisten, nur wird sie zu schwer sein. Wir haben alle Pläne verworfen ausser dem Gasantrieb. Da sind wir sogar bis in die Testphase fortgeschritten. Wir kochen also Linsen mit Blumenkohl. Die Produktion des TREIBstoffes beginnt schon kurze Zeit später. Leider wird ein grosser Teil davon bereits im Zelt freigesetzt, und verpufft, leider nicht so schnell wie gewünscht, wirkungslos. Am nächsten Tag auf dem Bike wird immer noch Treibstoff freigesetzt, das ist ja schon mal suuuper. Jetzt müssen wir nur noch das Timing mit dem Feuerzeug richtig hinkriegen, dann wäre es eine passable Lösung. Wahrscheinlich wird es eine Selbstzündung sein, es ist immer so wackelig vom fahrenden Rad aus einhändig zum andern rüberzulangen.

Marshmallows?

Ich kann langsam nachvollziehen, wie sich wohl ein Wüstendurchquerer fühlt, wenn er dehydriert ist und sich nach Wasser sehnt. Ich sehe hier zum Beispiel schon Ansätze von Marshmallows und und wenn ich Ms. Wädchen sehe wenn ich hinter ihr her radle, sehne ich mich oft nach Hühnchenschenkel… 🙂

Verbieten

Es sollte unbedingt per Gesetz verboten werden, Ortschaften nach Essen zu benennen. Wie soll sich so ein hungriger Fahrradfahrer überhaupt noch konzentrieren können, ohne bereits schon wieder an die nächste Mahlzeit zu denken?!

Fucking Åmål

Wer den Film noch nicht kennt, dem sei er wärmstens empfohlen. Keine leichte Kost, aber das ist ja meistens so bei tiefgründigen Filmen. Der Film spielt jedenfalls in Åmål, der Ortschaft, die ich sofort auf dem Schild erkannte.

Bauer ledig, jung sucht…

eine Frau fürs leben. Was er ihr bieten kann: eine Luxusjacht. Es ist schon bemerkenswert, dass wirklich fast jeder Norweger, wie auch Schwede, der irgendwo am Wasser wohnt, sein eigenes "Böötchen" besitzt. Neben den Nussschalen haben sie auch eine Vorliebe für Ferienhäuschen. Praktisch jeder besitzt auch ein solches. Kein Wunder, ganz passable kleine Hüttchen gibt es schon für CHF 50'000, und das Land dazu wird einem praktisch nachgeworfen. Es hat ja massig Platz hier in Norwegen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ebenfalls fast jeder Norweger auch ein Handwerker ist? Nahezu jedes zweite Auto hat eine Anhängerkupplung und sehr, sehr oft karren sie irgendwas mit ihrem "Anhängerle" von A nach B. Ich frage mich jeweils, ob die denn keinen anständigen Job in einem Büro haben… 🙂

Badespass in Strömstad

Kaum habe ich unsere Räder in Strömstad abgesperrt, tönt es auch schon "Au Scheisse…". Ich drehe mich zu M. um und sehe uns schon wieder im Sportladen stehen und einen Handschuh kaufen. Darin haben wir ja nun Übung. 🙂 Nur leider ist es dieses Mal nicht der Handschuh sondern der Fahrradcomputer. Au Backe. Mit all den "wichtigen" Daten drauf. Zum Glück ist dieser "regendicht", somit auch eine gewisse Zeit wasserdicht. Ich also wie vom Affen gebissen und sicher nicht weniger elegant als so einer, die Notleiter runter, in bester "Cliff-Hanger" Manier nur noch an einem kleinen Finger an der Leiter hängend den rettenden Griff ins kühle Nass wagend. Tja und im nu war der kleine Flüchtling wieder im Trockenen. Das alles ging so schnell, das M. nicht einmal den Fotoapparat hat zücken können…

Erster schwedischer Zeltplatz

Wir sind wieder einmal sehr spät am Zeltplatz angekommen. Es geht zwar noch ohne Taschenlampe aber nur noch knapp. Wir mussten den erst besten Zeltplatz nehmen, da wir einfach nicht mehr weiter konnten. Und nach Ms. "McDonald's-Schwäche-Anfall" wollten wir auch nicht unbedingt weiter fahren. Die Rezeption war geschlossen, also haben wir unser Zelt neben ein paar Zwergenhäuschen aufgestellt. Der Zeltplatz ist praktisch ausgestorben, den Grund dafür sieht man auf dem Bild im Hintergrund über den Zeltplatz führen. Die neue Schnellstrasse E6 lässt den Zeltplatz einfach links liegen.

“Chindi-Fresser” ad extremis

Dass die Norweger kleine Kinder in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen verspeisen, wissen wir ja schon. Neu ist mir, dass es die Schweden auf die Spitze treiben. Hier gibt es Kinder schon aus dem Automaten – dem "Barne-Mat". Und wie schön sie lächeln, alles sicher nur "Etikettenschwindel". 🙂

McDonald’s zum letzten

Wir haben uns vom einzigen offenen, G.M.K lieblings "Schottischen Restaurant", McDonald's verführen lassen. Wir standen beim Bestellen da, wie ein LKW Fahrer in einer Dessou-Abteilung – von "Tuten-und-Blasen" keine Ahnung. Die junge Bedienung wird sich ihre Sache gedacht haben. Die Auswahl ist krass, und wenn man schon seit zehn Jahren oder länger nicht mehr im MAC war, einfach überwältigend. Also was machen wir, wir wählen nicht etwa den In-Burger "El Maco" sondern setzen auf die uns bekannten "Oldtimer". Wir haben uns 20 Chicken Nuggets, zwei Portionen Pommes, zwei Cheesburger und 0.5 L Soda einverleibt. Ms. Körper hat jedoch ein Wörtchen mitgeredet, geht es doch schliesslich ums einverLEIBen, und hat sich vehement gewehrt. Auf dem Weg nach Strömstad mussten wir zwei mal "notlanden", M. hatte Schwindelanfälle und Übelkeit, sie musste sich am Strassenrand hinlegen und Notfalltropfen (E. sei Dank!) zu sich nehmen. Krass. In Zukunft gibts für uns wieder lecker staubtrockenes Vollkornbrot mit einer Möhre drauf 🙂

Shopping Paradies

Kaum über die Grenze, schiessen die Einkaufszentren wie Pilze aus dem Boden. Wir haben vernommen, dass die Norweger jährlich 10 Mia NOK in Schweden ausgeben. Schweden ist für Norweger wie Deutschland für die Schweizer. Gut vorzustellen, wenn man sich dieses Shopping Mal anschaut, welches 110 Einzelgeschäfte beherbergt. Da kann das "Glattzenter" gleich einpacken. Leider oder vielleicht auch zum Glück sind wir gerade 5 Minuten nach Ladenschluss angekommen, und somit konnten wir auch kein Geld ausgeben. Wir hätten hier gerne etwas gegessen, und ich hätte mich liebend gerne mit "günstigen" Süssigkeiten eingedeckt. Wir haben uns dann mit McDonald`s begnügt (d.h. M. hat sich überwinden können), was sich als fatal rausstellen sollte. Siehe dazu separaten Beitrag…

Von Norwegen nach Schweden

Auf der Swinesund-Brücke war es dann soweit. Wir haben die Grenze, welche hier natürlich durch den Swinesund Fjord gebildet wird, überschritten. Zum Glück hat uns Schweden empfangen, wie uns Norwegen verabschiedet hat. Mit gelegentlichen kurzen Schauern und ganz viel Gegenwind. Nicht das wir uns noch umgewöhnen müssen… 🙂

Turbo zünden

Der Turbo wird gezündet, wenn man im Rückspiegel die tief grauen Wolken herannahen sieht und vorne noch die Sonne scheint. Wir wurden dann leider doch noch eingeholt und mussten uns in Regenkleider werfen. Nach 15-20 Minuten war dann der Spuk auch schon vorbei. Gemein ist jeweils, dass man sich nicht sicher ist, ob es nun Sinn mach, sich einzupacken, da es ja nur kurz regnen könnte. Aber wehe man macht das dann nicht, und es schüttet so richtig, dann ist man bis auf die Knochen nass. Tja..prost! Somit lautet die Faustregel (wenn nicht gerade ein Unterstand vorhanden ist), sich bei den ersten Regentropfen blitzartig in die Regenklamotten zu schmeissen.

Glückspieler

Wir wissen ja mittlerweile so einiges über die Norweger. Ein wichtiges Attribut fehlt jedoch noch. Sie sind verrückt nach Glücksspielen. In jedem Kiosk oder Einkaufszentrum steht so eine Spielwand mit Tippscheinen, gratis Zeitung mit Resultaten der Pferderennen usw. sowie Live Resultate auf dem Bildschirm. Da es verboten ist Glückspiel auf Kredit zu machen, muss immer eine separate Kasse für Bargeld vorhanden sein. Die Norweger kaufen, so wurde uns das gesagt, sehr viel auf Kredit. Da macht die Regel mit dem Glückspiel sicher Sinn.

Alterskontrolle

In Norwegen bezahlt man die Zigaretten ganz normal an der Kasse, je nachdem mit oder ohne Alterskontrolle und kriegt dann einen Kassenbon mit Strichcode drauf. Diesen scannt man an diesen Boxen und erhält als Gegenleistung seine Glimmstengel oder wie hier in Norwegen fast noch üblicher, seine Dose Snus.

Recycling

Wie das mit dem Recycling der Petflaschen und Aludosen in Norwegen funktioniert, habe ich ja bereits erklärt. Was mich jedoch fasziniert, ist die Infrastruktur. Es hat immer ein "Lavabo" mit Seife und heissem Wasser daneben und man kann die Tüte, mit welcher man das Leergut zurückgebracht hat, offziell in einen Mülleimer werfen.

Frederikstad

In Frederikstad gibt es die kleinen Fähren gratis zur Benutzung für Fahrräder und Fussgänger. Sie bringt einen zur Altstadt, welche ursprünglich eine Festung war. Einfach wunderbar, in was für einem guten Zustand diese noch ist. Man kann dort heutzutage vorallem in kleinen Boutiquen shoppen und in schönen Kaffees "Kaffee & Kuchen" geniessen. Natürlich konnten wir uns das nicht nehmen lassen…

Rockwool

Wir sind in Moss an einem Produktionswerk der Rockwool (Steinwolle) Fabrik vorbeigefahren. Es ist also wirklich so, dass ein Gestein als Grundlage für die Isolation dient. Ich dachte immer, das sei nur ein Name.

Kalorienverbrauch

ICK hat uns freundlicherweise ausgerechnet, wieviele Kalorien wir täglich benötigen. Bei mir sind das ca. 4'500 – 5'000 bei M. ca. 3'500. Bei mir heisst das konkret pro Tag:
190 g Fett
430 g Kohlenhydrate
250 g Eiweiss
Wow… da muss ich mich beim nächsten Burger nicht mehr schlecht fühlen. 🙂

Zwischenbilanz

Tage on Tour: 28 (davon 4 auf Hurtigrutenschiff)
Fahrzeit Total: 72 h
Kilometer Total: 990
Höhenmeter Total: 11'200
Pannen: Keine nennenswerten. Am meisten machen uns kleine Steinchen zu schaffen, die es entweder bei der Schaltung (siehe Bild) oder zwischen den Belägen der Scheibenbremse einklemmt. Ich habe mir angewöhnt, regelmässig bei Tankstellen mit dem Reifenpumpgerät die Bremsen durchzublasen. Es gilt immer mal wieder die Ketten und Kettenblätter zu reinigen, respektive zu schmieren.

Auf dem Foto ist gleich auch noch eine tote Raupe zu sehen. Im Norden war es eine echte Plage. Der Winter war zu wenig hart, so haben die meisten Raupen überlebt. Auf einer Strasse hat sich ganz rechts sogar ein dunkler Streifen gebildet, ich dachte erst, das seien Ölspuren. Wie sich herausstellte, waren das alles überfahrene Raupen, welche von den Büschen rechts von der Strasse auf die linke Strassenseite rüber "räupeln" wollten. Leider kamen die meisten max. 1m weit, dann waren sie platt. 🙂

Jacuzzi mit Meeresblick…

das und viel mehr hat das Farris Bad Hotel in Larvik zu bieten. Es beherbergt den grössten Spa Bereich in Norwegen und dieser wiederum eine einzigartige Grotte mit mineralreichem Quellwasser. Hier verbringen wir gestandene drei Stunden: Jacuzzi, Kneipp, Trepidarium, milde Sauna, Eisbecken, Grotte, Eisbecken, Herbal Bath, Eisbecken, Eukalyptus Dampfbad, Eisbecken, Dusche -> fertig. Wir fühlen uns "rejuvenated" aber auch wohlig erschöpft und geniessen das moderne und edle Ambiente aus Holz, Stein, Skulpturen und schwarz-weiss Fotographie an den Wänden. Was für ein Kontrast zu den mittlerweile über 20 permanent in der Natur verbrachten Tagen. Das Zimmer mit Sicht aufs Meer und Atrium kennzeichnet sich für uns vor allem durch das HOCH gelegene king-size Bett aus. Auf dem hängen wir nach einem ausgiebigen Frühstück (essen, essen, essen) auch jetzt noch, lesen, schreiben bis zum ultimativen check-out um 12 Uhr. Wow! Einen grosses Dankeschön an die InGus für die Idee (vollkommen im nature-grove wären wir selber nicht darauf gekommen), das Organisieren und die super grosszügige Einladung! We owe you!

Sandefjord

Wir haben unsere "Feuerwehrübung" mit der Busfahrt sehr gut überstanden. Minus ein Spannset. Das ging irgendwo unterwegs verloren.
Wir stehen um 21:15 mitten auf dem Parkplatz einer 24×7 Stunden Tankstelle irgendwie so, als ob wir gerade mit einer Raumkapsel gelandet wären. Jedenfalls werden wir entsprechend von den verdutzten Autofahrern angestarrt. 🙂 Wir hängen die Anhänger wieder an und verstauen alles, was wir mit uns führen. Ich kann es mir nicht nehmen lassen, mir ein Würstchen von der Tanke zu holen. M. nimmt zumindest etwas zögernd einen Bissen von meinem. Gerade am Parkplatz sehe ich ein Motel, für mich ist die Entscheidung bereits getroffen. Ich sehe mich in 15 Minuten bereits frisch geduscht im Bett schnarchen. Weit gefehlt… das war nur meine Entscheidung… M. hat sich durchgesetzt, und so sind wir um 21:45 und fast im Dunkeln noch Richtung Zeltplatz gefahren. Nur wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es ein Zeltplatz ist. Ich habe ehrlich gesagt schon etwas gewettert, es gibt im englischen ein Sprichwort "A bird in hand is worth seven in the bush". Was frei übersetzt heisst, was man hat, das hat man. Und ich fuhr von meinem sicheren Plätzchen auf der Schnellstrasse irgendwohin ins Grüne, wo wir nicht einmal wussten, ob man da wirklich wild campieren kann. Ich zitiere M., die ganz selbstsicher meinte "hab ich Dir doch gesagt", und so finden wir Einzug auf diesem herzigen Camping "Gramholmen" am Wasser. Zur Hinreise muss man sagen, dass wir unsere "grossen" Fahrradlichter zwecks Gewichtsreduktion nach Hause geschickt haben. Wir haben uns daher beide die Stirnlampen montiert und sind so mit blinkendem Rücklicht Richtung Zeltplatz gefahren… Ich noch mit einer neon-gelben Windjacke und einer orangen Leuchtweste darüber. Das hat sicher abgefahren ausgesehen. 🙂 Auf dem Zeltplatz gegen 23:30 angekommen, wurden wir auf dunklem Weg vom Verwalter angesprochen. Zuerst auf Englisch, dann auf Deutsch. Er ist gebürtiger Däne und hat perfektes Deutsch gelernt nur durchs schauen der zwei deutschen Sendern, von den dreien, welche sie zu Hause empfangen haben. Verblüffend. Wir kriegen im Kaffee betteln noch zwei gerollte Pizzas mit Chicken. Die Bedienung, fast eine Kopie von Adele, bedient uns in perfektem Englisch, sogar mit englischem Akzent. Ich hätte schwören können, dass sie Engländerin ist. Und jetzt kommts. Sie hätte Englisch hauptsächlich vom TV schauen gelernt. In Norwegen leben nur gerade 5 Millionen Menschen, es lohnt sich somit für die Filmstudios nicht zu synchronisieren, und deshalb sind die ganzen Serien und Filme in Originalsprache und nur mit Untertitel zu sehen. Da soll mir mal einer sagen, Fernsehen verblödet nur… 🙂

Griechenland

wir kommen. Wir bereiten uns bei einem von M. zubereiteten griechischen Salat schon einmal auf die Zeit in Griechenland vor. Hmmm… ich freue mich schon auf das griechische Essen. Wir ihr seht, ist Essen etwas Primäres auf dieser Reise…;-)

Geschichte

Wir besuchten das Freiluftmuseum bei Arendal und haben Bauten aus den unterschiedlichsten Epochen angeschaut. Diese wurden 1:1 an ihrem ursprünglichen Ort abgebaut und im Freiluftmuseum wieder aufgebaut. Auf dem Bild zu sehen, sind Vorratshäuser in welchen das Essen gelagert wurde. Sie wurden erhöht gebaut um es den Nagetieren schwerer zu machen, sich an den mühsam geernteten Vorräten satt zu fressen.

Seltenes Gut…

hier in Norwegen sind die "CampingGaz" Kartuschen seltenes Gut. Der Primus macht seinem Namen alle Ehre und ist unbestritten der"Branchen Primus". Wir haben nun eine gefunden, jedoch nur die grosse Version. Somit gibt es mehr zu schleppen. Den "CampingGaz" Kocher benutzen wir hauptsächlich, wenn es schnell gehen soll. Also z.B. für den Kaffee am Mittag.

Auflösung Suchbild

hier sind meine beiden neuen Handschuhe. Was im Wasser geschwommen ist war nicht wie von ElMa geraten mein geliebter Crocs Schuh sondern mein Handschuh. Ich habe ihn zum fotografieren auf das Geländer gelegt, natürlich kam genau in diesem Augenblick eine Böe. Jegliche Rettungsversuche schlugen leider fehl, der Handschuh hat sich entschlossen genau in der Mitte des Baches davon zu schwimmen.

Komm zu Pappa….

Ein Wienerli aus Biofleisch von glücklichen Tieren mit einem Vollkorn Brötchen ohne E-Zusatzstoffe… (es braucht manchmal eine rosarote Brille auf dieser Reise)…das alles für nicht mal CHF 2, da muss ich nicht zwei mal nachdenken. Du kleines Würstchen wirst mein zweites Frühstück sein.

Schleckmäuler

Die Norweger sind definitv ein "Süsses Völkchen". Sie stehen total auf Eis, vor allem Softeis, welches hier "Soft Is" heisst. Diese kann man in tausend Variationen haben.
Praktisch in jedem Supermarkt gibt es Behälter, aus welchen man sich Süssigkeiten selber in eine Tüte abfüllen kann. Hier in Kristiansand gibt es sogar einen gaaaaaanzen Laden voll mit Süssigkeiten. Die Kinder sind schon ganz wild am Süssigkeiten baggern, die Eltern schleppen die schwere Last mit Schweiss auf der Stirn zur Kasse. Dort werden sie wieder etwas Gewicht los, der Spass kostet richtig was. Ich konnte es mir jedoch nicht nehmen lassen und habe mich auch bedient. Nicht unbedingt an dem Gummizeugs, auch da habe ich zwar zugelangt, mir haben es aber hauptsächlich die kleinen bohnenförmigen "Zeltli" angetan. Ich fühlte mich ein bisschen wie im Harry Potter Buch, wo sie in "Diagon Alley" so ähnliche Bonbons einkaufen gehen. Bei HP gibt es abgefahrene Geschmäcker wie "Ohrenschmalz", hier z.B. "Buttered Popcorn", "Strawberry Cheescake" und "Toasted Marshmallow". Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass "Jelly Beans" aus den USA kommt.

Und wieder ist es passiert

August 7, 2014 7:12 pm

Beim Bergauffahren einer der vielen Passstrassen ist es noch einmal passiert. M. hat runtergeschalten, die Kette ist vom Kettenblatt gefallen, und sie konnte sich nicht rechtzeitig aus den Klickpedalen lösen. Sie ist also mit Fahrrad und Anhänger in den Strassengraben gestürtzt. Ich bin leider schon oben auf dem höchsten Punkt bei 220 MüM gestanden und wusste von nichts. Auf einmal hält ein Holländer bei mir an und meint, dass meine Frau kommen würde, sie laufe. Ich wusste das sie schiebt und habe mich bedankt. Als sie dann ankam, hat sie mir ganz aufgelöst von der Geschichte erzählt. Ihr Knie war blutig und ihr unterer Rücken hat Schürfungen aufgewiesen. Ich habe alles schön mit Desinfektionsmittel behandelt. Zum Glück ist nicht mehr passiert. Auf einmal taucht ein Fahrradreisender aus Litauen auf. Er hat seinen Job in London gekündigt und ist mit dem Fahrrad von London aus auf dem Weg nach Hause, für immer. Wie er die ganze Strecke ohne Karte hat meistern können, ist uns ein Rätsel.

Enthusiasmus auf dem Rastplatz

Wir haben es heute bis Mandal geschafft, der südlichsten Stadt von Norwegen mit ca. 13 500 Einwohnern und dem längsten Strand von Norwegen mit 800m. An einer Raststätte, wir wollten eigentlich unser Wasser auffüllen, wurden wir enthusiastisch von einem Norweger erwartet. Kaum haben wir unsere Räder gestoppt, kam er auch schon, und fragte ob wir englisch sprechen. Er kommt aus Mandal und hat sich letzte Woche einen Camper gekauft. Stolz steht er vor diesem auf dem Rastplatz, und wir kommen ins Gespräch. Er hat sich sehr für unsere Reise und unser Equipment interessiert. Da es langsam am Eindunkeln war, hat er uns angeboten, dass wir bei ihm im Garten zelten können. Mitten in der Stadt. Schon sehr hilfsbereit diese Norweger, das muss man sagen. Er hat uns auch vom Zeltplatz bei Mandal erzählt, dort sind wir dann auch hin. Irgendwie haben wir noch Mühe damit, bei jemandem privat zu zelten. Wir wurden bereits zum zweiten Male eingeladen. Auf dem Zeltplatz gab es WLAN, somit kamst du in den Genuss von 18 Reiseupdates, welche sich über die Zeit so angesammelt haben 🙂
Dieses Foto wurde uns von G.I.S. am nächsten Tag per E-Mail zugestellt. Er schrieb u.a. Folgendes:

"I met you Saturday a few km outside Mandal. Your "short trip" in Europe and
good mood impressed me a lot.

I had to stop on top of the next hill and take a few photos on distance of
you, this stretch of the road is some of the worst in our area, so hope
everything went well."

Wie cool. Jetzt sieht man uns auch mal "in Action"…

The Klevens in Mandal

Wir waren heute auf dem Zeltplatz bei Mandal und haben anschliessend den kleinen Hafen angeschaut. Zu unserer Verwunderung haben wir dann folgenden Text gefunden…:-)
Leider hat es die ganze Zeit sehr stark geregnet, dies ist unser erster richtiger Regentag in Norwegen seit über 20 Tagen.

Im Griff

haben die Norweger, wie man PET Flaschen recyclet. Auf den kleinen Flaschen erheben sie 1 Kr Pfand, auf den grossen 2.5 Kr. Die Flaschen können dann zu irgendeiner Verkaufsstelle gebracht werden, dort wartet ein schwarzes Loch schon geduldig auf den Rohstoff. Die Flaschen werden ins Loch gelegt, ein Förderband zieht sie ein, die Marsianer (wie bei der Postsortiermaschine bei "Men in Black") scannt sie und anschliessend werden sie gleich geschreddert. Raus kommt ein Zettel, welchen man an der Kasse einlösen kann. Genial….

Live Update

Da genau diese Woche die Fähre von Risør nach Øysang in der Werft zwecks Überholung ist, und wir heute schon fast 70 Km geradelt sind und der Umweg von 35 Km einfach nicht mehr drinliegt, haben wir uns kurzfristig entschlossen, den Bus zu nehmen. Wir warten also auf unseren Bus, da kommt ein anderer ca. 30 Min früher. Wir essen gemütlich zu Abend, dann überlegt sich M. den Chauffeur zu fragen, ob er nicht auch Richtung Larvik fährt. Natürlich tut er das und ist auch der einzige Bus, der Velos mitnehmen kann. Auf einmal bricht Hektik aus. Wir haben 4 Minuten alles in die kleinen Stauräume des Buses zu verpacken. Der Chaffeur packt fleissig mit an, so schaffen wir das rechtzeitg. Ach ja, der Bus hat WLAN. Krass. Leider ist das iPad im Stauraum, ich tippe mühsam auf dem iPhone.

Veranschaulichung

Da ich im Moment sehr viel von beschwerlichen Wegen und vielen Höhenmetern schreibe, hier nochmals ein Bild zur Veranschaulichung. Wir sind nicht etwa auf leichtgewichtigen und auf höchstleistung getrimmten Carbon Turnier-Rössern unterwegs sondern vielmehr auf übergewichtige Ponys vom Kinderzoo nebenan. Respekt auch vor Ms Leistung. Das schöne daran ist, dass ich praktisch dabei zuschauen kann, wie ihre "Wädli" von Tag zu Tag definierter werden.