Kap Rodon

Wir haben beim Kap Rodon einen wunderschönen Platz zum wild campieren gefunden, wie er uns vom hobo-team.de Team, den Verfassern unseres kleinen Albanienführers, empfohlen wurde. Wie wir später feststellen mussten, war der Ort leider gerade am Weg, welcher zur Skanderbeg Ruine und zum Kap Rodon führt. Ebenfalls wussten wir bis dahin noch nicht, dass der Hirte jeden Abend und Morgen seine Herde bei uns vorbei treibt. M. war beim Zelten nicht sehr entspannt, fragte doch jeder Zweite, welcher an unserem Zelt vorbei lief, was die Fahrräder kosten würden. Als dann der Hirte am letzen Abend noch frech 5 Euro wollte – ich habe ihn freundlich jedoch bestimmt abgewiesen – war es vorbei mit ruhig schlafen. Ich bin gerade am Zähne putzen, es ist schon dunkel, da sehe ich Autoscheinwerfer, welche sich zu uns bewegen. Der Weg ist eigentlich nicht befahrbar, die Strassen haben so tiefe Löcher, dass man ein Kind darin verlieren könnte. Ich sage also M., dass ich die Scheinwerfer sehe, und schon sehe ich sie nicht mehr. Sie hechtet praktisch in das Zelt, holt alle unsere Wertsachen raus und versteckt sie schnurstracks in einer Dornenhecke. Sie denkt sich, dass der verärgerte Hirtenjunge mit Verstärkung im Anmarsch ist und nun mehr als seine 5 Euro möchte. Als sie wieder zurück ist, hat sie den selbstgemachten Pfefferspray und mein grosses Jagdmesser in der Hand. Zum Glück kam weder das eine noch das andere zum Einsatz, es waren lediglich ein paar Jugendliche, welche Party machen wollten und sich mit dem Weg verschätzten. Sie mussten mit dem PW rückwärts wieder rausfahren, da nichts mehr ging. Zum Glück schätzen Albaner das Laufen weniger, so gab es keine Disco auf unserem Berg. Am nächsten Morgen sind wir dann aber weitergefahren.