Die Aussicht vom Balkon der Residenz ist wirklich gigantisch. Wir mussten sie uns jedoch verdienen! Wir haben via booking.com gebucht, da kriegt man auch immer schön einen Anfahrtsweg geliefert, welchen man z.B. mit Google Maps anzeigen lassen kann. Natürlich war just in der Minute mein Daten Roaming Abo alle, somit konnten wir die Karte nicht nutzen. Der leichte Regen, welcher seit kurzem eingesetzt hat, entspannte die Lage nicht wirklich. Auch hier sind die Strassen bei Regen glatt, als ob sie mit Schmierseife eingeseift worden wären. Wir fragen uns also durch, leider vergewissern wir uns nicht noch einmal, wie die Unterkunft heisst. Wir wissen Sun (Sonne) kommt im Namen vor. Wir fragen den ersten und werden zum "Sunshine Hotel" gelotst. Ich merke bald, dass das die falsche Seite im Städtchen ist. Das Haus muss am Strand stehen. Wir fragen noch einmal und werden zur "Sunset Lodge" geschickt. Doch auch das ist falsch. Wie wir bald realisieren, gibt es mehrere Unterkünfte mit Sun. Hätten wir uns ja auch denken können :-). Ich krame also nun doch mein iPhone aus der Tasche und vergewissere mich, wie das Haus nun wirklich heisst. Das ist manchmal schon komisch. Ein Blick aufs iPhone würde genügen und man(n) hätte Gewissheit, man hat aber dann auf einmal zur unpassendsten Zeit den Anspruch, nur mit der Kraft seiner grauen Zellen den richtigen Weg zu finden. Als wir dann endlich den Weg zu unserem Appartment dem "Sunrise House" in Erfahrung bringen konnten, bin ich schon wieder am "wettern" wie ein Rohrspatz. Warum mussten wir genau die Unterkunft aussuchen, welche in ganz Parga für Fahrräder am ungeeignesten ist? Wir müssen ersteinmal knapp einen Kilometer hoch fahren, und zwar zu den Ruinen der alten Venezianischen Burg. Oben angekommen, empfängt uns der Besitzer und führt uns eine steile und schmale Gasse nach unten. Die Räder und Schuhe rutschen, was in der angespannten Situation nicht wirklich hilfreich ist. Als er uns zu verstehen gibt, dass wir über weitere steile Treppen und schmale Gässchen gehen müssen, bin ich kurz davor die ganze Übung abzubrechen und irgendwo unten im Städtchen was zu suchen. Zum Glück haben wir die Strapazen auf uns genommen, die Aussicht entschädigt für vieles. Wie sich herausstellen sollte, bleiben wir hier gleich 3 Nächte. Zum einen wollte ich die ganze Mühe mit der Anfahrt nicht für nur eine Nacht betrieben haben, und zum anderen haben wir uns wohl beim Jeep fahren mit offenem Verdeck etwas erkältet. Wir gehen das Ganze auf jeden Fall langsam an, es ist noch nicht einmal Ende Oktober, und es gibt nur noch knapp 500 Km zu radeln. Wir liebäugeln mit dem Gedanken, zwei bis drei Wochen in Athen zu bleiben. Mal schauen, ob wir uns das leisten können 🙂
