Raki brennen. Wir checken bei einem Familienhotel ein und kommen mit dem Besitzer, einem Albaner, ins Gespräch. Er lebte 10 Jahre in der Schweiz und war mit einer Bernerin verheiratet. Es muss für ihn eine schlimme Zeit gewesen sein, so erzählt er uns. Stundenlange Spaziergänge am Sonntag mit seiner Frau, gemeinsames Abwaschen usw., das hat seine Ehre verletzt. Alles was er wollte war, mit seinen Kollegen (natürlich ohne Frau) im Kaffee sitzen und Frauen nachschauen. "Weisch, ich Albaner, ich muss Fraue schaue"… 🙂
Auf jeden Fall treffen wir nach und nach seine ganze Familie, inklusive junge albanische Frau. Die Oma schliesst uns gleich ins Herz und zeigt uns, was der Herr des Hauses so treibt. Wir gehen also rüber in den privaten Teil und dort in einen kleinen Schuppen, aus dem es verdächtig qualmt. Als wir drin sind, sehen wir einen älteren Herrn im Unterhemd, wie er gerade nach dem
Holzfeuer schaut. Er ist am Raki brennen, einem Volkssport aller Albaner. Ich zeige mich interessiert an der Apparatur und am Schluss schenkt uns die Oma aus einem 8L PET Wasserkanister ein ganzes Glas voll 42% Raki ein. Wir trinken den noch warmen Raki – er schmeckt übrigens vorzüglich nach Trauben – nur zur Hälfte, wir müssen am nächsten Tag ja noch Rad fahren können.
