Wir kommen gerade rechtzeitig beim Camping in Trogir an. Der Himmel verdunkelte sich zusehends, und die ersten Tropfen waren bereits zu spüren. Vor der Rezeption sehen wir eine Schlagen, am Fenster eine Notiz "Back in 5 Minutes". Wir möchten nur eines, das Zelt noch im Trockenen aufstellen. Ich mache also ein Foto der Stellplätze, und wir fahren einfach selber auf den Platz. Auf den "tents only" Stellplätzen sehe ich VW-Busse usw. stehen, gehe also davon aus, dass sich niemand daran hält. Wir finden einen super Platz und beginnen unser Zelt aufzubauen. Natürlich fährt 2 Minuten später ein Camper vor und sagt, ihm wurde von der Rezeption dieser Platz zugewiesen. Wir verschieben das Zelt zwischen zwei Bäume. Es windet so stark, dass uns eine Nachbarin mit Schweizer SG Nummer zu Hilfe eilt. Kaum steht das Zelt, sehe ich die junge, dunkelhaarige Dame von der Rezeption mit einem Paar im Schlepptau über den Zeltplatz laufen, sie zeigt ihnen die möglichen Stellplätze. Sie schaut nur kurz zu uns rüber, registriert dabei aber alles. Das Zelt steht und ich mache mich auf den Weg zur Rezeption. M. geht duschen. Sie sagt mit Nachdruck, ich solle darauf bestehen, dass wir dort bleiben können. Schon als ich die sichtlich gestresste und völlig unmotivierte junge Frau frage "How are you…?" schaut sie mich komisch an und sagt: ich habe euch und euer Zelt gesehen. Da könnt ihr nicht bleiben. ICH bestimme wer, wie und wo sein Zelt aufbaut. Alles "bezirzen" und schöne Geschichten erzählen fruchtet nicht. Sie sagt immer nur "bei uns geht das anders…" Wir müssen also zum zweiten Mal auf unserer Reise ein fixfertig aufgebautes und eingerichtetes Zelt verschieben und zwar in die "tents only" Zone, die ich einfach nicht gesehen habe, weil sie sich hinter der Mauer und genau am Wasser befindet. Wir treffen andere Fahrradreisende aus den USA, und wir sind uns einig, dass man hier den Kundenservice nicht wirklich lebt. In der Nacht, wir haben natürlich das Zelt wieder einmal nur mit den allernötigsten Heringen gesichert, werden wir vom krassesten Gewittersturm auf unserer Reise heimgesucht. Mehrere Stunden lang regnet, blitzt und donnert es, was das Zeugs hält. Das Zelt wird nur dank unserem Gewicht am Boden gehalten, an schlafen war nicht zu denken, die losen Zeltwände haben so einen Lärm verursacht, dass auch die Ohrstöpsel nicht mehr geholfen haben.
