Wild campen

Tag Nr. : Vorbereitung
Von: Gütighausen
Nach: Irgendwo im Grünen bei Büttenhard
Kilometer: ca. 32 (Navi kein Strom)
Fahrzeit: ca. 2h 15 Min (Navi kein Strom)
Pannen: 0
Essen: nichts
Ausgaben: keine
Fitnesslevel: 3/4
Motivationslevel: 4/4
Temperatur: 8 Grad in der Nacht (freezing)
Wetter: Bedeckt

Patrick paranoid links und rechts schauend: Psssst, M., flüstern…..

Wir sind heute von Gütighausen aus in Richtung "irgendwo im Grünen nördlich von Schaffhausen" gefahren. Unterwegs haben wir realisiert, dass wir besser alles Essen für unterwegs, wie auch Gaskocher und Cafetiere auf anstatt in die Taschen packen. Ansonsten müssen wir immer alles mühsam aus der grossen Tasche auspacken. Vor der Brücke von Flurlingen nach Neuhausen haben wir kurz die Karte studiert. Sekunden später stand ein "Local" da und hat uns sehr nett den Weg erklärt. 🙂
Wir haben zwischen Neuhausen und Schaffhausen irgendwo schön am Rhein zu Mittag gegessen. Anschliessend gab es einen Kaffe im Güterhof, bevor wir uns durchs Mühlental in Richtung Merishausen "kämpften". Auf der permanent etwas ansteigenden Strasse bin ich in meinem Tritt gefahren und habe somit M. etwas stehen lassen. Ich werde mir nun, damit ich zum einen den Verkehr beobachten kann und zum anderen immer ein Auge auf M. richten kann, einen Rückspiegel montieren. Wir sind in Merishausen dem kleinen Bach gefolgt, welchen wir zuvor auf der Karte entdeckt haben. Zu unserem Erstaunen, war dieser ausgetrocknet. :-(Wir haben nochmals die Karte konsultiert und sind von Merishausen in Richtung Bibern gefahren. In Bibern fliesst schliesslich die Biber durch und die hat jetzt immer Wasser 🙂 Die Strasse führte am Anfang immer etwas nach oben gegen Schluss wurde sie jedoch so steil, das M. absteigen musste. Da haben wir uns schön verkalkuliert und uns noch den Rest gegeben. Wir haben zuerst jedoch in Merishausen unseren Wassersack und alle Flaschen gefüllt. So konnten wir auf der Höhe auch ein schönes Plätzchen suchen, eines das nicht unbedingt Wasser haben muss. Ich habe mich geweigert, bis nach Bibern zu fahren. Ich war zu kaputt. Wir haben uns also ein schönes Plätzchen zum schlafen gesucht. Ich muss ja nicht erwähnen, dass es mir nicht ganz wohl ist beim wild campieren. Als wir ein vermeintlich schönes Plätzchen gefunden haben und ich ins Feld abbiegen will, ja just in diesem Moment fährt der Bauer mit seinem Subaru vorbei. Suuuuuuper. Ich tue so, als ob mein Velo ein Problem hat, trete auf es ein und warte mit tief gesenktem Kopf bis er vorbei zieht. Sobald er um die Ecke war, sind wir durchs Feld in Richtung Lichtung geradelt. Auf der Lichtung angekommen, sehe ich an beiden Enden jeweils ein Jäger Hochsitz. Na prima. Wir sind sozusagen im Kriegsgebiet. 🙁 Wir sind dann doch geblieben und unser Zelt so platziert, dass es von der Strasse aus nicht zu erkennen war.
Als dann auf der Strasse vor unserem Wäldchen, für uns nicht sichtbar, plötzlich ein Fahrzeug gehalten hat und die Schiebetüren geöffnet wurden und laute Stimmen zu hören waren, habe ich schon eine Schaar von Männern mit Taschenlampen und Gewehren gesehen, die uns aufspüren sollten. Der Subaru fahrende Bauer hat sich Verstärkung geholt.
Ich bin nur noch am Boden gekauert und wollte dass alles möglichst schnell vorbei ist. Wie sich herausstellte, die mutige M. hat sich angeschlichen um zu sehen welches Unheil uns erwarten, waren die bösen Männer gar nicht so böse, sondern es waren ältere Frauen, welche laut schnatternd mit ihren Nordic Walking Stöcken den Weg entlang geklackert sind um ihre allabendliche Runde zu vollziehen. Ich war nervlich am Ende.