In Bol wollten wir unbedingt auf den Fischmarkt. M. hat schon lange davon geträumt, dass wir unsere eigenen Scampis braten. So sind ElMa und wir ganz früh raus, um schon ca. 7 Uhr am Hafen zu stehen, wo man ja bekanntlich den frischen Fisch mit dem Boot abliefert. Irgendwo müsste dann hoffentlich auch der Fischmarkt sein. Wir stehen also da und warten. Dazu muss man sagen, dass letzte Nacht ein richtiger Sturm getobt hat, welcher mich wieder einmal wach gehalten hat. Wir fragen in einem Restaurant nach, wo denn nun die Tonnen von Fisch verkauft werden. Die Antwort war, genau da wo wir stehen. Suuuper. Wie wir dann nach und nach begriffen haben, waren alle Fischerboote schon oder viel mehr noch immer im Hafen. Wir haben immer nach grossen Kuttern ausschau gehalten, dabei sind hier alle Nussschalen Fischerboote. Der Sturm war wohl zu stark, so dass niemand raus gefahren ist. Wir gehen leicht depremiert ins nächste Café und bestellen uns einen leckeren Morgenkaffee. Wir sitzen alle schön mit dem Gesicht in der Sonne, als El. plötzlich aufschiesst, in die Ecke rennt und etwas in die Ecke spuckt. Ich dachte erst, ihr sei schlecht und sie müsse sich übergeben. Den Grund sahen wir schnell auf dem Unterteller liegen. Eine dicke fette kroatische Fliege hat wohl letzte Nacht ihre Längen in der Milch geschwommen, bevor sie einen Schwächeanfall wegen H-Milch Unverträglichkeit erlitten hatte und elendiglich ersoffen ist. Die Reaktion vom herbei gerufenen Kellner war wieder einmal filmreif. Er hat wild gestikuliert um uns klar zu machen, dass die Fliege wohl vom Himmel direkt in die Tasse gefallen sein muss. Ja genau, sie hat sich mit doppeltem Rittberger vom Tassenrand in die braune Brühe gestürzt. Als er merkte, dass das bei uns nicht zieht, hat er die Tasse genommen und ist murrend verschwunden. Als er mit einer neuen Tasse angelaufen kam und El. nur schon beim Anblick einer Kaffee Tasse einen Würgereiz verspürt hat, haben wir dankend abgesagt. Er hat die Augen verdreht, den Kaffee wieder mitgenommen und uns wahrscheinlich zum Mond geschickt. Ich habe mir fest vorgenommen, den Kaffee nicht zu bezahlen. Am Ende, muss ich leider zugeben, weiss ich wegen der Hektik nicht, ob ich ihn nun bezahlt habe oder nicht 🙁 Auf jeden Fall hat er für seine unangepasste Reaktion keinen müden Cent Trinkgeld gekriegt.
